Weiter nur eine Finanzmarktkrise oder doch eine Wirtschaftskrise?

Was die Player im IT-Markt zur aktuellen Wirtschaftslage sagen

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Stefan Engel, Geschäftsführer, Acer Deutschland

Stefan Engel, Geschäftsführer, Acer Deutschland (Archiv: Vogel Business Media)

Für die Auswirkungen der Finanzkrise sehen wir zwei Einflussfaktoren, die relevant für den IT Markt sind. Zum einen die Zinsentwicklung: Wenn die Zinsen weiter steigen sollten, könnte es für Unternehmen mit hohem Fremdkapitalanteil, wenn dies dann auch eventuell noch kurzfristig finanziert wird, zu Problemen kommen. Zum anderen hat die Entwicklung des Dollarkurses durch die Abwicklung der Komponenteneinkäufe in dieser Währung einen erheblichen Einfluss auf die Preisentwicklung in der IT-Branche.

Falls sich also durch die genannten Faktoren Preisanpassungen am Markt ergeben sollten, müsste Acer in diesem Fall natürlich entsprechend reagieren. Wir hoffen jedoch, dass wir für unsere Partner auch im Jahresendgeschäft nach wie vor eine attraktive Preisgestaltung anbieten können.

Thomas Leitner, Geschäftsführer, CA Deutschland

Thomas Leitner, Geschäftsführer, CA Deutschland (Archiv: Vogel Business Media)

Die Auswirkungen für den IT-Markt sind schwer zu beurteilen. Sicher ist, dass wir uns inmitten dieser Krise befinden, und die Situation ändert sich täglich. Was die Auswirkungen auf den IT-Markt sein werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich einzuschätzen.

Sicher ist aber, dass viele der betroffenen Unternehmen zu unseren Kunden zählen. Wie weit CA von der Finanzkrise betroffen sein wird, kann ich noch nicht sagen. Ich meine aber, dass wir besser positioniert sind als die meisten unserer Mitbewerber. Unser Lizensierungsmodell, das Laufzeiten über mehrere Jahre hinweg vorsieht, hilft dabei sicherlich, ebenso wie unsere Produkte an sich. Unsere Kunden vertrauen auf unsere Produkte und Lösungen, um ihre IT-Umgebungen effizienter zu machen, Kosten zu optimieren und Risiken zu minimieren. Und das ist besonders in diesen schwierigen Zeiten wichtiger und sinnvoller denn je.

Norbert Gelse, Unternehmenssprecher, Hewlett-Packard Deutschland

Wenn man die täglichen Meldungen aus den europäischen Regierungszentralen, den Banken und Börsen verfolgt, darf man schon erwarten, dass die Entwicklungen auf den Finanzmärkten sich bereits auf die Konjunktur im Euro-Raum auswirken. Für eine Prognose speziell für die ITK aus HP-Sicht ist es jedoch heute noch zu früh.

Thilo Huys, Unternehmenssprecher, Lenovo

Kurzfristig werden sicherlich Investitionen zurückgehalten. Mittelfristig wird weiter investiert werden, insbesondere in den Schwellenländer mit zweistelligem Wachstum. Für unser Unternehmen sehen wir derzeit keine negativen Konsequenzen. Wir werden daher nicht »gegensteuern«, sondern weiter mit der Qualität unserer Produkte und unserer Services unsere Kunden überzeugen.

Dirk Thomaere, General Manager, Toshiba Europe GmbH, Computersysteme DACH

Die Finanzkrise sorgt für Unsicherheit in allen Teilen der Bevölkerung. Medienberichten ist zu entnehmen, dass die Autoindustrie erste Maßnahmen getroffen hat, die ebenfalls ein düsteres Bild zeichnen. Wenn sich die Negativmeldungen weiter häufen, wird die IT-Industrie von der Stimmungslage nicht verschont bleiben.

Drohende Konsequenzen könnten sich beispielsweise in der erschwerten Kreditvergabe zeigen – unter der einige Unternehmen und Partner leiden könnten – und auch in der Verschiebung von Großprojekten auf unbestimmte Zeit. Unruhige Zeiten sorgen für Investitionszurückhaltung – das haben wir in Deutschland schon mehrfach erlebt.

Stand heute haben wir bei Toshiba keine Veranlassung, ein so pessimistisches Bild der Zukunft zu zeichnen. Die Nachfrage ist derzeit ungebremst und zum Teil höher als von uns erwartet. Momentan gehen wir von einem positiven Verlauf des vierten Quartals aus. Wenn ich heute in die Einkaufszonen der Städte gehe oder mit unseren Partnern spreche, bestätigt sich mein Eindruck, dass die Menschen noch investitionsbereit sind. Ob sich unsere Erwartungen bestätigen oder die pessimistischen Prognosen eintreten werden, hängt auch vom Einkaufsverhalten jedes Einzelnen ab.«

Siegbert Wortmann, Vorstandsvorsitzender, Wortmann AG

Siegbert Wortmann, Vorstandsvorsitzender, Wortmann AG (Archiv: Vogel Business Media)

Wir gehen von einer Abschwächung des Wachstums aus. Im extremen Fall sogar von einem negativen Wachstum. Bei IT-Produkten für den Bereich der kleinen Unternehmen und dem Mittelstand, an die überwiegend unsere Produkte verkauft werden, handelt es sich um Investitionsgüter. In diese wird bekanntlich nur investiert, wenn die Auftragslage oder die nahe liegenden Planungen die Anschaffungen rechtfertigen. Die Unsicherheit, die zur Zeit herrscht, wird Investitionsplanungen in Frage stellen und gegebenenfalls reduzieren oder sogar stoppen.

Was mögliche Konsequenzen betrifft: Wir beobachten die Lage sehr genau. Als Unternehmen sind wir bezüglich der eigenen Finanzierung unabhängig von Banken. Daher konzentrieren wir uns mehr darauf, Wege zu finden, unsere Kunden und deren Endkunden bei der Finanzierung der IT Produkte zu unterstützen. Wir haben schon im vorigen Jahr begonnen, selbst als Leasinggeber für die Finanzierbarkeit unsere Produkte und Leistungen aktiv zu werden. Dieses hilft dem Systemhaus, Produkte und Lösungen beim Kunden zu platzieren.

Lesen Sie auf Seite 7 weitere Stimmen von IT-Playern in den Medien.

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