Enterprise Resource Planning Systemhaus-Software für Systemhäuser

Autor: Dr. Stefan Riedl

Bei der Neumeier AG kennt man das Tagesgeschäft eines Systemhauses, denn schließlich ist das Unternehmen selbst eines. Die hauseigene Software Systemhaus.One ist ein „SAP Business One“-­Derivat, das über Acmeo bundesweit vertrieben wird.

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Damit IT in Schuss gehalten wird, braucht es guten Service.
Damit IT in Schuss gehalten wird, braucht es guten Service.
(Bild: © Mister G.C. – stock.adobe.com)

Um Netzwerk- beziehungsweise Systemmonitoring oder technische Remote-Dienste geht es bei der Software für Systemhäuser „Systemhaus.One“ (auch: S1) von der Neumeier AG weniger. Vielmehr handelt es sich um eine ERP-Software, die die kaufmännischen Belange abdeckt.

Die Software basiert auf „SAP Business One“.

Thomas Neumeier, Vorstand, Neumeier AG
Thomas Neumeier, Vorstand, Neumeier AG
(Bild: bild: Neumeier AG)

Thomas Neumeier, Vorstand und Namensgeber der Neumeier AG, blickt zurück: „Wir haben im Jahr 2014 mit Programmierarbeiten begonnen und haben sie 2015 auf der Cebit einem breiteren Fachpublikum vorgestellt. Als relativ unbekannter Anbieter hatten wir einen guten Start.“

Funktionsumfang

Die Software umfasst Warenwirtschaft – also Angebots- und Rechnungsstellung, CRM und Kundenkommunikation und Finanzbuchhaltung. „Speziell daran ist die Einbindung der großen B2B-Preisvergleichsportale IT-Scope, COP und Egis“, so Neumeier. „Die Software ist besonders gut darin, Managed Services kaufmännisch abzubilden und abzurechnen, also beispielsweise Dienste rund um Microsoft 365. Hier geht es unter anderem um kontingentierte Arbeitsstunden, also wenn beispielsweise 20 Stunden im Monat im Service-Paket enthalten sind, und bei Überschreitung nach Aufwand abgerechnet wird.“ Beim Thema Ticket-System hat die Neumeier AG das Rad nicht neu erfunden, sondern bindet bestehende Ticketsysteme ein. „Den Großteil im Ticketsystem-Bereich decken fünf Anbieter ab, zu denen wir fertige Standardschnittstelle haben: Tanss, Autotask, Visoma Tickets, DocBee und DoIT“, so der Vorstand. Andere Ticketsysteme werden über die Ticketsystem-API angebunden.

„Die Neumeier AG ist selbst ein Systemhaus, kennt also das Tagesgeschäft, aus dem die Software heraus entstanden ist. Mittlerweile nutzen rund 300 Systemhäuser Systemhaus.One.“, so Neumeier.

Kunden und Individualisierungsmöglichkeiten

Die Nutzer stammen aus allen Firmengrößen, sagt Neumeier: „Kleinere Dienstleister nutzen die Software als organisatorische Klammer, um den Einstieg in Managed Services gestemmt zu bekommen. Große Systemhäuser oder auch Acmeo setzen auf die Flexibilität der Software: Neben dem klassischen Customizing gibt es im CRM weitreichende Anpassungsmöglichkeiten.“

Die Neumeier AG ist beispielsweise Datev-Systempartner und hat daher viele Steuerberater im Kundenstamm, was in der hauseigenen Version der hauseigenen Lösung spezialisiert abgebildet wird.

Acmeo an der Seite

Vertrieblich ist der Distributor Acmeo an Bord. Christian Grotjahn, dort für die Partnerentwicklung der Software zuständig, blickt zurück: „Acmeo startete im Jahr 2016 mit dem Vertrieb von Systemhaus.One. Zunächst galt es Knowhow aufzubauen und auch eine entsprechende Zertifizierung von SAP zu erlangen. Wir haben dann den kostenfreien 1st-Level-Support übernommen und helfen in Projekten.“ Der 2nd-Level-Support und die Projekteinführungen liegen bei der Neumeier AG.

Die Installation kann vor Ort beim Unternehmen erfolgen, die Software kann aber auch aus der Cloud bezogen werden, so Grotjahn. 80 bis 90 Prozent haben das System im eigenen Datacenter installiert.

Für Acmeo seien Managed Services zukunftsweisend und Systemhaus.One ein strategisches Vehikel in diesen Markt.

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Leitender Redakteur