Bereits auf der Computex 2026 hat Nvidia eine Vorschau auf den RTX-Spark-Prozessor und die damit ausgestatteten Windows-Rechner gegeben. Nun kommen die auch für lokale KI-Anwendungen ausgelegten Geräte auf den Markt. Die Preise sind erwartungsgemäß hoch.
Das Herz der neuen Windows-Rechner mit Nvidia-Prozessor ist der RTX Spark N1X. Für Notebooks kommt er in zwei Varianten: Mit 20 Grace-ARM-Cores und einer Blackwell-RTX-GPU mit 6.144 Cuda-Cores und mit 18 ARM- sowie 5.120 Cuda-Cores. In Desktop-Rechnern soll nur die große Variante zum Einsatz kommen.
(Bild: Nvidia)
Bisher gab es aktuelle Windows-Notebooks oder Mini-PCs mit ARM-Prozessor nur in Form der Geräte mit einem Qualcomm-Snapdragon-Chip. Nun kommen noch Geräte mit Nvidia RTX Spark auf den Markt. Während der Schwerpunkt bei den Snapdragon-Notebooks eher auf einer langen Akkulaufzeit und niedrigem Gewicht bei trotzdem guter Leistung liegt, sollen die auf der Computex erstmals gezeigten RTX-Spark-Geräte durch eine hohe Leistung überzeugen. Dabei sollen die Geräte mit schneller integrierter GPU und bis zu 128 GB Unified Memory vor allem bei lokalen KI-Anwendungen eine gute Figur machen.
Der RTX Spark von Nvidia kombiniert eine RTX-Blackwell-GPU und Grace-ARM-Cores, die Nvidia in Zusammenarbeit mit Mediatek entwickelt hat. Den RTX Spark N1X bietet Nvidia in zwei Varianten an: Die große Version vereint eine Grace-CPU mit 20 Cores und eine Blackwell-GPU mit 6.144 Cuda-Cores, bei der kleinen Version sind 18 Grace-Cores und 5.120 Cuda-Cores aktiv. Der in der Regel auf das Mainboard gelötete LPDDR5X-Arbeitsspeicher wird durch CPU und GPU als Unified Memory gemeinsam genutzt. Beim 18-Core-Chip ist er entweder 24 oder 48 GB groß, beim Spark N1X mit 20 ARM-Cores sind Speichergrößen von 32 GB, 64 GB und 128 GB möglich. Von der Speichermenge hängt vor allem die Größe der lokal ausführbaren KI-Modelle ab. Während Nvidia für ein RTX-Spark-Gerät mit 24 GB RAM bis zu 12 Mrd. Parameter nennt, können Modelle bei 128 GB bis zu 200 Mrd. Parameter umfassen. Für lokal ausgeführte KI-Agenten sollten laut Nvidia mindestens 48 GB RAM an Bord sein. Zudem lassen sich bei großem Arbeitsspeicher auch umfangreiche 3D-Szenen lokal rendern. Der CPU-Hersteller nennt hier Szenen mit bis zu 90 GB Größe bei 128 GB RAM.
Microsoft baut für die RTX-Spark-Modelle die lokale KI-Nutzung in Copilot aus und bringt mit Microsoft Execution Containers (MXC) eine Technologie, die eine bessere Kontrolle von lokalen KI-Agenten unter Windows sicherstellen soll.
Microsoft Surface Ultra und Surface RTX Spark Dev Box
Microsoft selbst bringt auch zwei RTX-Spark-Rechner auf den Markt: das 15-Zoll-Notebook Surface Ultra und den für KI-Entwickler bestimmten Desktop-Rechner Surface RTX Spark Dev Box. Mit einem Preis ab 2.899 Euro (UVP) für das Modell mit 18-Core-CPU und 24 GB RAM ist das Surface Ultra das günstigste RTX-Spark-Notebook. Allerdings kann der Preis bei Vollausstattung mit 20-Core-CPU und 128 GB LPDDR5X auf bis zu 6.879 Euro (UVP) klettern. Zur Ausstattung aller Modelle zählt das 15-Zoll-PixelSense-Display im 3:2-Formfaktor mit Toucherkennung. Es verfügt über eine Auflösung von 3.270 x 2.180 Pixel, arbeitet mit bis zu 120 Hz und liefert 2.000 Nits HDR-Spitzenhelligkeit. Zudem bietet das 2-kg-Notebook ein haptisches Touchpad. Erhältlich ist es in Schwarz oder Platin.
Die Surface RTX Spark Dev Box ist im Prinzip ein Notebook ohne Display, mit höherem Power-Limit von bis zu 100 statt 80 Watt und mit zusätzlicher Ethernet-Schnittstelle. Der Hersteller bietet es nur in Vollausstattung mit der 20-Core-CPU und 128 GB Speicher an. Zudem sind Tools für KI-Entwickler bereits vorinstalliert. Microsoft nennt hier nur einen Preis von 6.000 US-Dollar.
Asus ProArt 16 und ProArt 14
Unter dem Label ProArt laufen bei Asus alle Geräte, die primär für professionelle oder semiprofessionelle Content-Ersteller und Entwickler bestimmt sind. Daher segeln die beiden RTX-Spark-Notebooks des Herstellers unter dieser Flagge. Das ProArt 16 gehört wie das Gros der Notebooks mit der Nvidia-CPU zur 16-Zoll-Kategorie. Es ist mit einer Höhe von 12,9 mm das bislang dünnste 16-Zoll-Laptop der ProArt-Serie und mit 1,77 kg verhältnismäßig leicht. Das 16-Zoll-OLED-Touch-Display stellt 3.840 x 2.400 Bildpunkte mit bis zu 120 Hz dar. Mit maximal 1.600 Nits bei HDR ist es ebenfalls sehr hell.
Mit dem ProArt 14 bietet der Hersteller das bisher kompakteste und leichteste RTX-Spark-Notebook an. Das 14-Zoll-Gerät mit 3K-OLED-Touch-Display (2.880 x 1.800 Pixel) bringt nur 1,48 kg auf die Waage.
Das Basismodell des ProArt 16 mit der kleineren RTX-Spark-CPU und 24 GB Speicher startet bei 2.999 Euro (UVP). Das ProArt 14 kommt grundsätzlich mit der 20-Core-CPU in den Handel. Der Basispreis mit 32 GB Speicher liegt bei 3.299 Euro (UVP).
Dell XPS 16 Creator Edition
Die XPS Creator Edition von Dell ist ein 16-Zoll-Gerät mit einem 17,8 mm dünnen Aluminium-Gehäuse und zwei kg Gewicht. Das Display basiert hier auf einem kalibrierten Tandem-OLED-Panel mit 3,2K-Auflösung und 1.000 Nits Spitzenhelligkeit VESA DisplayHDR True Black 600 Die variable Bildwiederholrate erreicht bis zu 120 Hz, kann aber auch auf bis zu 20 Hz heruntergehen, um Energie zu sparen. Einen Preis für das ab dem 17. Oktober lieferbare 16-Zoll-Notebook nennt der Hersteller noch nicht.
Stand: 08.12.2025
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Mit dem Dell Creator Edition Desktop soll noch ein RTX-Spark-Mini-PC folgen, der durch ein höheres Power-Limit mehr Performance liefern soll als das Notebook.
HP Omnibook Ultra 16
Auf das ab 3.299 Euro teure Omnibook 16 Ultra von HP muss man noch bis Mitte November warten. Beim Design des RTX-Spark-Notebooks hat der Hersteller Anleihen bei den eigenen Omen-Gaming-Notebooks genommen. Das Scharnier für das 16-Zoll-Display sitzt auf dem Chassis, was Platz für einen großen Luftauslass auf der Rückseite lässt. Das soll die Kühlung des Nvidia-Prozessors verbessern. Beim Display nutzt auch HP ein OLED-Panel mit Touch-Funktion, hier mit 3K-Auflösung (2.880 x 1.800 Bildpunkte) und Zertifizierung für VESA DisplayHDR True Black 1000. Im April 2027 soll mit dem Omnidesk noch ein Mini-PC auf RTX-Spark-Basis folgen.
MSI Prestige N16 Flip AI+
Das MSI Prestige N16 Flip AI+ ist zwar auch ein 16-Zoll-Notebook, fällt aber durch seine Konstruktion aus dem Rahmen. Denn das Gerät ist, wie schon die Modellbezeichnung vermuten lässt, ein Convertible-Notebook mit 260-Grad-Scharnieren für das Display. Der Hersteller verwendet als Basis für den Touchscreen mit Stifterkennung ein Tandem-OLED-Panel mit UHD+-Auflösung. Der Nano-Eingabestift gehört zum Lieferumfang des ab 3.449 Euro teuren Convertible. Dabei kommt hier immer die 20-Core-Variante des Nvidia-Chips zum Einsatz, kombiniert mit 32, 64 oder 128 GB RAM. Für die Letztere setzt der Hersteller einen UVP von 7.999 Euro an.
Ein weiteres Convertible-Notebook, das Yoga 9n 2-in-1, hat Lenovo bereits parallel zur IFA vorgestellt. Zudem bringt von Hersteller mit dem Yoga Pro 9n noch ein 16-Zoll-Clamshell-Notebook. UVPs für die RTX-Spark-Notebooks hat der Hersteller noch nicht kommuniziert.