Metadaten als wichtige Grundlage der Langzeitarchivierung

So nutzen Sie benutzerdefinierte XMP-Metadaten-Schemas für den PDF/A-Standard

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XMP als Standard für Metadaten

XMP basiert auf XML (Extensible Markup Language) sowie dem Semantic-Web-Standard RDF (Resource Description Framework) und ist dadurch sehr flexibel und leistungsfähig. Metadaten-Felder können beispielsweise in mehreren Sprachvarianten ausgefüllt werden.

Da es sich bei der Grundlage von XMP wiederum um offene Standards handelt, ergibt sich ein weiterer Vorteil: Die Art der Metadaten beziehungsweise der Schemas, mit denen Dateien versehen werden sollen, ist beliebig erweiterbar. Ein Schema ist eine Sammlung spezifischer Eigenschaften für einen bestimmten Zweck. Das bekannteste Beispiel ist das Dublin-Core-Schema, das klassische Dokumenten-Metadaten wie Autor, Titel und Erstellungsdatum umfasst.

Die XMP-Spezifikation enthält bereits solche etablierten Schemas, u.a. Schemas für Multimedia oder für Bilddaten.

Darüber hinaus können Anwender aber auch eigene so genannte Erweiterungsschemas definieren – beispielsweise für branchen- oder firmenspezifische Informationen. Der Anwender kann also die Metadaten auf seine individuellen Bedürfnisse zuschneiden. Die so definierten Felder können dann wiederum in XMP verwendet werden.

XMP hat sich in den vergangenen Jahren bereits zum de facto-Standard für Metadaten entwickelt. Die Spezifikation, derzeit noch unter der Kontrolle von Adobe, soll allerdings jetzt ganz offiziell zum ISO-Standard werden. Aus diesem Grund hat Adobe während der ISO TC 130-Sitzung im April 2010 angekündigt, die XMP-Spezifikation an die ISO zur Überführung in einer offizielle ISO-Norm zu übergeben.

Einen solchen Weg ist der Software-Hersteller bereits mit seinem Dokumentenformat PDF gegangen, das im Juli 2008 unter der Bezeichnung ISO 32000-1 als ISO-Standard verabschiedet und veröffentlicht wurde. Es ist davon auszugehen, dass eine Standardisierung des XMP-Metadatenformats durch die ISO die Verbreitung von XMP verstärkt vorantreiben wird.

Auch die unterschiedlichsten Branchen fördern XMP. So erfreut sich die Spezifikation der Unterstützung durch die Metadata Working Group, der die Hersteller Microsoft, Apple, Canon, Nokia, Sony sowie Adobe selbst angehören. Zahlreiche Systeme für Digital-Asset-, Content- oder Dokumentenmanagement sind in der Lage, XMP-Metadaten zu verarbeiten.

Aufgrund dieser Möglichkeiten und der breiten Unterstützung in der Industrie ergibt sich für Unternehmen ein klarer Nutzen, wenn sie XMP-Metadaten einsetzen. Da durch XMP die Dateien ihre prozessspezifischen Eigenschaften immer mit sich transportieren und diese auch außerhalb eines Dokumentenmanagement-Systems zur Verfügung stehen, werden viele durchgängige elektronische Workflows oder auch Systemmigrationen erst möglich. Inhalte können über verschiedene Abteilungen hinweg verwendet und für verschiedene Medien aufbereitet werden. Um Konzepte wie unternehmensweitem Content-Management tatsächlich in die Tat umzusetzen zu können, ist ein offener Metadatenstandard eine wichtige Voraussetzung.

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