Neural Processing Unit Rechner mit KI-Kick: Gut investiertes Geld oder unnötig?

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz macht sich in Smartphones und Computern breit – und mit ihr ein neuer Name: die Neural Processing Unit, kurz NPU. Was steckt dahinter? Und muss ein neuer Rechner das haben?

Rechner mit NPU können KI-Prozesse auch lokal ausführen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Rechner mit NPU können KI-Prozesse auch lokal ausführen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Wer heute ein Foto mit dem Smartphone macht, bekommt oft automatisch ein optimiertes Ergebnis: Gesichter wirken klarer, Farben kräftiger, störende Objekte verschwinden auf Wunsch. Ähnlich funktioniert es bei Live-Übersetzungen oder Sprachassistenten.

Vieles davon passiert längst im Hintergrund – und wird häufig von speziellen KI-Bausteinen berechnet, sogenannten Neural Processing Units (NPUs). Genau diese Technik hält nun auch verstärkt Einzug in klassische Computer und Laptops. Die Idee dahinter: ein lokaler KI-Kick. Künstliche Intelligenz soll direkt auf dem Gerät laufen, schnell reagieren und dabei möglichst wenig Energie verbrauchen.

Die NPU: Der Spezialprozessor für KI-Aufgaben

Technisch ist die NPU kein eigenständiger Chip wie eine Grafikkarte, sondern Teil des Prozessors. Während die CPU (Central Processing Unit) als vielseitiger Hauptprozessor nahezu alle Aufgaben übernimmt und die GPU (Graphics Processing Unit) als Grafikprozessor vor allem für Bildberechnungen zuständig ist, konzentriert sich die NPU auf KI-Anwendungen. Sie ist darauf ausgelegt, typische Rechenoperationen neuronaler Netze besonders effizient auszuführen.

Ein entscheidender Unterschied liegt dabei in der Arbeitsweise: NPUs arbeiten oft mit geringerer Rechengenauigkeit, etwa mit 4 bis 8 Bit statt der üblichen 32 oder 64 Bit. Auch CPU und GPU können solche Aufgaben übernehmen, verbrauchen dabei aber deutlich mehr Strom.

NPU wird wichtig für lokale KI-Modelle

Der Trend zur NPU hängt eng mit dem aktuellen KI-Boom zusammen. Viele Anwendungen von der Bildbearbeitung über Sprachmodelle bis hin zu Assistenten basieren auf neuronalen Netzen. Bislang laufen Dienste wie ChatGPT oder Gemini aber in der Regel in großen Rechenzentren „in der Cloud“.

Mit einer NPU werden auch lokale KI-Modelle möglich. Das lokale Verarbeiten spart nicht nur Zeit, sondern kann auch Vorteile beim Datenschutz bringen. Sensible Daten müssen den eigenen Rechner beziehungsweise das eigene Netzwerk nicht mehr verlassen. Das kann auch ein Argument sein für eine Firma, etwa KI-Anwendungen auf den Endgeräten der Mitarbeiter laufen zu lassen. Ein weiterer Effekt: Die KI-Anwendung wird unabhängiger von einer Internetverbindung.

Ein anderes Beispiel für aktuelle Anwendungen sind die Copilot+-PCs von Microsoft, die gezielt auf lokale KI-Funktionen setzen.

Noch wenig Software – aber ein wachsender Markt

Insgesamt ist der praktische Nutzen für Normalverbraucher derzeit aber noch recht begrenzt. Viele Anwendungen greifen für KI-Features weiterhin auf klassische Prozessoren oder Cloud-Dienste zurück.

Ein weiterer Grund dafür ist auch die fehlende Standardisierung. Unterschiedliche Hersteller setzen auf eigene Lösungen, einheitliche Schnittstellen entwickeln sich erst nach und nach. Für Entwickler bedeutet das zusätzlichen Aufwand – und für Nutzer, dass viele Funktionen nur dann verfügbar sind, wenn Hard- und Software optimal zusammenspielen.

Für viele typische Alltagsanwendungen wie Websurfen, Office oder Streaming spielt die NPU dagegen bislang kaum eine Rolle. Dennoch wächst das Angebot. Betriebssysteme wie Windows integrieren zunehmend KI-Funktionen, und auch Programme für Bild-, Audio- und Videobearbeitung setzen verstärkt auf entsprechende Beschleunigung. Langfristig könnte sich die NPU ähnlich etablieren wie einst die GPU.

NPU-Rechner: Lohnt sich der Kauf?

Da die NPU ein fester Teil des Prozessors ist und nicht nachgerüstet werden kann, wird sie meist auch nicht extra ausgewiesen. Die Technik findet sich vor allem in neueren und besser ausgestatteten Geräten. Einsteiger-Notebooks setzen hingegen häufig noch auf ältere Chips ohne NPU.

Ob sich der Kauf eines Rechners mit NPU lohnt, hängt davon ab, wie das Gerät genutzt werden soll und auch, wann es eventuell erneuert wird. Viele bekannte KI-Dienste wie Chatbots oder Bildgeneratoren laufen weiterhin in der Cloud. Dafür sei keine spezielle Hardware im eigenen Rechner erforderlich.

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