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2020 erfolgt der Umstieg auf Managed Services

PC-Spezialist ändert Angebot und Geschäftsmodell

| Autor: Wilfried Platten

PC-Spezialist konzentriert sich zukünftig auf die Vermarktung von Managed Services.
PC-Spezialist konzentriert sich zukünftig auf die Vermarktung von Managed Services. (Bild: magele-picture - stock.adobe.com)

Synaxon-Chef Frank Roebers spricht oft und gerne von der 3. Welle. Das Schlagwort steht für die Vermarktung von Managed Services in Form von Dauerschuldverhältnissen zwischen Kunden und Systemhäusern/Resellern. Dieses Konzept soll jetzt auch für PC-Spezialist adaptiert werden.

Für die zu Synaxon gehörende Systemhaus-Kooperation iTeam gehören Managed Services schon seit längerem zu den Toppunkten auf der Agenda. Viele angeschlossene Systemhäuser haben ihr Geschäftsmodell bereits mehr oder weniger konsequent entsprechend umgestellt. Und quasi unisono machten und machen sie positive Erfahrungen damit. Teilweise sind Umsätze und Rendite geradezu durch die Decke gegangen.

Synaxon-Vorstand Mark Schröder
Synaxon-Vorstand Mark Schröder (Bild: Synaxon)

Da scheint es schlüssig, dieses Konzept auch für die ebenfalls zu Synaxon gehörenden IT-Fachhändlergruppe PC-Spezialist zu nutzen. Die ehemalige Franchise-Ladenkette hat schon einige „Puppungen“ hinter sich: so etwa die Einstellung des Franchise-Systems Anfang des Jahrzehnts und die Umstellung von Hardware-Verkauf auf ein standardisiertes Dienstleistungsangebot im Jahr 2014.

Seitdem sind die Laden-, respektive Betriebsflächen dramatisch zurückgegangen – im Schnitt von 700 m² auf 100 m² – und die PCS-Webseiten sind zur „hardwarefreien Zone“ geworden. Stattdessen finden sich dort standardisierte Service-Pakete zu Festpreisen für PC-Arbeitsplätze für Privatpersonen, Arbeiter im Homeoffice, sowie Klein- und Kleinstunternehmen. Dieses Angebot wurde 2018 um komplexere Themen wie Netzwerke und Security erweitert.

Rückläufige Partnerzahlen

Doch auch mit dieser Ausweitung bietet dieses Modell offensichtlich zu wenig Optionen und Fantasien für zusätzliches Wachstum. Zwar konnte die Zahl der Partner auf über 300 gesteigert werden, aktuell geht sie aber wieder zurück. Und an Personalmangel und Nachfolgeproblematik allein kann es nicht liegen. Erschwerend kommt der Nachahmungseffekt dazu: „Wir haben das Prinzip hoffähig gemacht. Aber mittlerweile schreibt sich jeder transparente Servicepreise auf die Fahne“, so Synaxon-Vorstand Mark Schröder. Das Alleinstellungsmerkmal ist also perdu. Was liegt da näher, als auf die – in einem anderen Kontext gemachten Erfahrungen zurückzugreifen. „Wir wollen hin zum digitalen Lösungsanbieter mit permanenter Begleitung des Kunden.“

Folgerichtig wird in der Synaxon-Zentrale in Schloß Holte-Stukenbrock aktuell intensiv an der Umstellung auf Managed Services gearbeitet. Als Einstieg in die Thematik gibt es bereits ein Arbeitsplatz-Paket für Privatkunden. Es beinhaltet Monitoring, Antivirus und Backup für einen PC oder Laptop zum Festpreis von 99 Euro/Jahr (UVP). Obwohl es nicht prominent beworben wurde, ist eine höhere fünfstellige Zahl davon bereits verkauft worden“, so Marketing-Chef Karl-Heinz Stiwi. Managed Services rechnen sich jedoch nur, wenn stark automatisierte Abläufe dahinter stehen. Deshalb kümmert sich ein gesondertes Team in der ostwestfälischen Zentrale im Hintergrund um das Management der Arbeitsplätze – sofern der PC-Spezialist-Partner dies wünscht. Zusätzlich stehen zentral Vertragsvorlagen, Ticketsysteme oder Technikerschulungen bis hin zu Finanzdienstleistungen bereit.

Infrastruktur-Services

Dieses Prinzip soll im nächsten Schritt mit Infrastruktur-Angeboten wie Storage- und Netzwerk-Services ausgebaut werden, die sich naturgemäß eher an Firmenkunden und Gewerbetreibende mit Arbeitsplätzen im zweistelligen Bereich richten. Dazu wurde das Projekt BEAM gestartet. Das steht nicht etwa für „Business Enablement Advanced Management“ oder ähnliche Luftblasen, sondern ganz profan für das bekannte englische Verb. Stand heute nehmen rund 70 PC-Spezialisten daran teil.

PC-Spezialist Frank Neumann
PC-Spezialist Frank Neumann (Bild: Synaxon)

Zusätzlich können auch die Erfahrungen genutzt werden, die einzelne PC-Spezialisten in Eigenregie bereits gesammelt haben, beispielsweise Frank Neumann in Karlsruhe oder Steffen Kathe in Trier. Sie alle sind mit den Ergebnissen hochzufrieden: „Innerhalb von nur zwei Jahren wurde beispielsweise in einem Fall durch die Umstellung auf Managed Services die Zahl von 10 Wartungskunden mit 60 Euro Stundensatz auf 77 Wartungskunden mit knapp 100 Euro Stundensatz erhöht. Und teilweise sind durch die Service-Verträge schon am 1. Januar des Jahres sämtliche Fixkosten gedeckt“, so Schröder.

Big Bang 2020

Fehlt also nur noch die Umstellung der gesamten Marketing- und Kommunikationsmaschinerie, um das neue Service-Angebot transparent und populär zu machen: „Wir haben jetzt drei Jahre lang das Thema Managed Services für Privat- und kleine Firmenkunden getestet und den Beweis erbracht, dass es funktioniert. Im nächsten Schritt werden wir mit einem starken Impuls nach draußen gehen.“ Wann das sein wird, dazu will sich Mark Schröder noch nicht festlegen. Aber er widerspricht ausdrücklich nicht der begründeten Vermutung, dass die „Rakete“ zum Jahreswechsel gezündet werden soll.

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