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Output Management

UC as a Service und DevOps

Nuvias schlägt neue Wege in der Distribution ein

| Autor: Michael Hase

Die Nuvias-Manager lassen sich von einer Vision leiten (v. l.): Helge Scherff (Vice President Central Region), Paul Eccleston (CEO) und Nils Hantelmann (Vice President Corporate Development).
Die Nuvias-Manager lassen sich von einer Vision leiten (v. l.): Helge Scherff (Vice President Central Region), Paul Eccleston (CEO) und Nils Hantelmann (Vice President Corporate Development). (Bild: Michael Hase)

Die Digitalisierung stellt das klassische Modell der Distribution in Frage. Der VAD Nuvias tritt daher mit dem Anspruch an, neue Wege einzuschlagen. Mit einem auf Lösungen und Services ausgerichteten Ansatz adressiert das Unternehmen nicht nur Systemhäuser, sondern auch Service Provider, Software-Anbieter und andere Partnertypen. Aktuell baut Nuvias eine Einheit für DevOps auf.

Der Name ist Programm: Bei „Nuvias“ handelt es sich um ein Kunstwort, das sich vom englischen „new“ und dem lateinischen „via“ (deutsch: „Weg“) herleitet. Dass der VAD dieses Namens tatsächlich neue Wege einschlagen will, hat das Unternehmen vom ersten Moment an deutlich zu verstehen gegeben. Man führe ­„einen neuen Stil“ in die Distribution ein und werde „das Value-Added-Modell neu definieren“, lautet das Credo, das CEO Paul Eccleston gern wie ein Mantra wiederholt. Die ­Nuvias Group richte ihr ­Geschäft daher nicht primär auf Systemhäuser aus, sondern adressiere mit ­ihrem Leistungsportfolio alle Unternehmen im ITK-Channel, also auch Managed Service Provider (MSPs), unabhängige Software-Anbieter (ISVs), Netzbetreiber oder Systemintegratoren.

Nuvias wurde Mitte 2016 zunächst als Holding für die Distributoren Wick Hill und Zycko durch die Rigby Group gegründet, die beide im Jahr zuvor erworben ­hatte (siehe „Ergänzendes zum Thema“). Bereits im März darauf vereinte die britische ­Gruppe ihre Zukäufe unter der neuen Marke. Zwar sind die VADs in einigen Ländern, so auch in Deutschland, de jure noch nicht zu ­einer Gesellschaft verschmolzen. Aber de facto treten die beiden seit der Cebit 2017 als ein Unternehmen auf.

Ein gutes Jahr später hat das Bild des Distributors deutlich an Kontur gewonnen. Einen Schwerpunkt bilden Managed Services. Damit reagiert der Value-Spezialist auf tiefgreifende Veränderungen im IT-Markt, die sich besonders augenfällig im Security-Segment zeigen. So lagern immer häufiger Unternehmen, insbesondere Mittelständler, die sich angesichts wachsender Bedrohungen und komplexer Angriffsvektoren überfordert sehen, die Verantwortung für ihre Sicherheitssysteme an Dienstleister aus.

Managed Security

Für diesen Bedarf hat Nuvias in den vergangenen Monaten einige Angebote konzipiert, unter anderem einen Managed-Firewall-Dienst in Kooperation mit Fortinet. Mit dem Service, bei dem der VAD Bereitstellung, Konfiguration und Monitoring übernimmt, richtet er sich an kleine Partner, die sich nur wenig mit Firewalls auskennen. Darüber hinaus möchte der Distributor aber auch Systemhäuser, die größere Security-Kompetenz besitzen, zum Geschäft mit Managed ­Security Services befähigen. Für sie entwirft er Programme, die sie dabei unterstützen, selbst Dienste zu entwickeln, bereitzustellen und zu vermarkten. „Der Markt braucht in Zukunft wesentlich mehr Services“, ist Helge Scherff, Vice President Central Region bei Nuvias, überzeugt.

In Reinform setzt der VAD bei Unified Communications (UC) auf das As-a-Service-Modell. Für die Disziplin gibt es bei Nuvias – ebenso wie für Networking, ­Security und weitere Themen – eine so genannte Practice. Die UC-Einheit ging aus dem walisischen Spezialisten Siphon hervor, den Nuvias im Oktober 2016 übernahm. Das Unternehmen trat bis dahin als Dienstleister für Service Provider auf und hatte 2012 seinerseits einen Spezialdistributor zugekauft.

Ergänzendes zum Thema
 
Neuanfang in der Distribution mit Nuvias

Das Siphon-Team hat eine Plattform aufgebaut, über die es Telefonie- und andere Kommunikationsdienste anbietet (On-Premises-Anlagen gehören nicht zum Portfolio). Ergänzend zu den Angeboten stellt ­Nuvias den Partnern eine Reihe von Services und Tools bereit, die sie rund um die Vermarktung, die Implementierung und den ­Betrieb von UC-Lösungen unterstützen. Damit können sie etwa die Netzwerke ihrer Endkunden vor der ­Inbetriebnahme von VoIP-Diensten auf mögliche Bandbreiten-Engpässe oder Konflikte mit Firewalls und anderen Gateways überprüfen. Nachdem IP-Telefone angeschlossen sind, lassen sie sich mit Hilfe von Templates automatisch konfigurieren. Weitere Funktionen unterstützen die Partner bei der Administration und Wartung der Endgeräte, beim Monitoring der Service-Qualität sowie beim Benutzer-Support.

Abkommen mit Cisco

Eine wesentliche Komponente der Nuvias-Plattform ist die Technologie des Herstellers Broadsoft, der im Februar dieses Jahres von Cisco übernommen wurde. Nur wenige Tage nach Abschluss der Akquisition gab der Distributor ein Abkommen mit dem Netzwerkriesen bekannt. Demnach vertreibt die Gruppe nun offiziell das UC-Portfolio und die neuen IP-Telefone von Cisco – zunächst allerdings nur an den britischen Channel. Der VAD dürfte sich indes darum bemühen, die Vereinbarung auf weitere Märkte auszudehnen. Generell ist es erklärtes Ziel von Nuvias, bis 2020 in allen Ländern ein weitgehend gleiches Produkt- und Service-Portfolio anzubieten.

Ein nächster Schritt wird sein, die Lösungen und Konzepte, die die britischen UC-Experten entwickelt haben, auf andere Märkte zu übertragen. In Deutschland soll die Vermarktung des Portfolios noch in diesem Quartal beginnen, wie Zentraleuropa-Chef Scherff ankündigt. Im Vorgriff auf die geografische Expansion hat der Distributor in den vergangenen Monaten einige Verträge, etwa mit dem Telepresence-Anbieter Polycom oder mit Audiocodes, einem Spezialisten für Session Border Controller (SBC), auf ganz EMEA ausgedehnt.

Nuvias mischt sich nicht ins Geschäft der Partner ein

Helge Scherff im Interview

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16.04.18 - Der Value Added Distributor Nuvias baut sein Service-Portfolio kontinuierlich aus. Zentraleuropa-Chef Helge Scherff ist dabei wichtig, dass das Unternehmen keine Leistungen anbietet, die die Partner selbst erbringen sollten. lesen

Einen Vertrag für die gesamte Region hat im vergangenen September auch der Netzwerk-Anbieter Juniper mit Nuvias geschlossen. Bei der Entscheidung für den neuen Distributor spielte nicht zuletzt dessen dezidierte Ausrichtung auf Service Provider, die wiederum eine wesentliche Zielgruppe des Herstellers bilden, eine Rolle. „Die Zusammenarbeit ist sehr vielversprechend angelaufen“, berichtet Bert Zeleken, Director Partner Sales EMEA East bei Juniper. Insbesondere schätzt der Channel-Profi die Fähigkeiten und den Einsatz des VADs bei der Weiterentwicklung bestehender und der Rekrutierung neuer Partner.

Practice für DevOps

Mit großen Interesse verfolgt der Juniper-Manager ein Projekt, das Nils Hantelmann als Non Executive Director bei Nuvias vorantreibt und das in der Distribution bislang einzigartig sein dürfte. Der frühere Chef von Zycko Deutschland baut seit anderthalb Jahren eine Practice für Application Optimisation und DevOps auf. Als Meilenstein bei diesem Vorhaben wertet der ­Manager, dass der VAD im vergangenen September ein Vertriebsabkommen für die Entwicklungsplattform Github vereinbart hat. Darüber hinaus verhandelt er mit weiteren Herstellern, um Partnern künftig ein komplettes Portfolio mit allem, was Entwickler für ihre Arbeit benötigen, anbieten zu können. Dazu zählen Repositories, Container-Services sowie Tools für Continuous Integration und Continuous Delivery. „Die Idee von DevOps, Entwicklung und Betrieb von Applikationen zu verbinden, führt zu signifikanten Effizienzsteigerungen“, betont Hantelmann.

Mit der Practice, für die Nuvias noch keinen offiziellen Starttermin nennt, richtet sich der VAD nicht nur an ISVs. Vielmehr adressiert er auch den Bedarf klassischer IT-Abteilungen. So gehe etwa im Netzwerk-Management der Trend dahin, Prozesse mit Hilfe von Software zu automatisieren, erläutert der Experte. Für Systemhäuser sieht er darin eine Chance, ihren Kunden nicht nur Netzwerkprodukte zu verkaufen und bei ihnen zu implementieren, sondern auch „eigene Entwicklungsleistungen einzubringen“. Diese Transformation verlange den Partnern zwar einiges ab, was den Wissenserwerb angeht, so Hantelmann weiter. Sie biete ihnen zugleich aber „enormes Potenzial im Hinblick auf den zunehmenden Einsatz von Cloud-Technologien“.

Bei einigen Herstellern rennt Nuvias mit der neuen Practice offene Türen ein. „Nils Hantelmann ist ein visionärer Kopf“, urteilt Juniper-Manager Zeleken. Die DevOps-Initiative des Distributors kommt dem Konzept des Herstellers vom „Self-driving Network“, dem sich selbst steuernden Netz, entgegen. Die offene Architektur von Juniper bietet vielfache Möglichkeiten, Netzwerkfunktionen über Software zu automatisieren und zu orchestrieren. Mit der neuen Einheit gebe Nuvias dem Channel dazu die nötigen Werkzeuge an die Hand, resümiert Zeleken. Auf diese Weise versetze der VAD „die Partner in die Lage, das Geschäft der Zukunft in Angriff zu nehmen“.

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