VMware verstärkt Edge-Portfolio Mehr Effizienz für Cloud- und Edge-Infrastrukturen

Von Martin Droysen

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Im Rahmen der VMware Explore 2022 stellt der Hersteller Lösungen für Cloud- und Edge-Infrastrukturen vor. Diese sollen dabei helfen, die bis 2024 anfallenden, enormen 580 Millionen Workloads in privaten und öffentlichen Clouds sowie im Edge-Bereich zu handhaben.

VMware stellt neue Lösungen für Cloud- und Edge-Infrastrukturen vor.
VMware stellt neue Lösungen für Cloud- und Edge-Infrastrukturen vor.
(Bild: BillionPhotos.com - stock.adobe.com)

Nach einer Untersuchung von VMware wird es in Zukunft eine gewaltige Anzahl an Workloads geben, die in verschiedenen, verteilten Umgebungen wie Public Clouds, On-Premises, Edge, Telco Clouds und gehosteter Clouds laufen werden. Unternehmen seien bestrebt, ihre Betriebskosten (TCO) zu minimieren und nutzen daher öffentliche Clouds, investieren gleichzeitig weiter in die eigenen lokalen IT-Umgebungen und auch in Edge-Services.

Mark Lohmeyer, Senior Vice President und General Manager, Cloud Infrastructure Business Group, VMware, sagt dazu: „In den heutigen, hochgradig verteilten Umgebungen benötigen Kunden eine Cloud- und Edge-Infrastruktur, die es ihnen ermöglicht, ihre Abläufe mit Konsistenz, Verfügbarkeit und Sicherheit zu skalieren. Und zwar unabhängig davon, wo ihre Workloads laufen, bei minimalen Betriebskosten.“

Hohe Workload-Performance

VMware präsentiert daher mit VMware vSphere 8 und VMware vSAN 8 neue Versionen der Rechen- und Speicherlösungen. Die Neuerungen in den Lösungen sollen dem Unternehmen zufolge Anwendern bessere Funktionen zu Betrieb, Management und Sicherheit ihrer Anwendungen bieten.

So ermöglicht vSphere 8 neben der Nutzung von CPUs und GPUs die von Data Processing Units (DPUs) und rückt so an heterogenes Computing heran. Die Lösung soll für eine höhere Workload-Performance sorgen, bei zugleich minimierten Gesamtbetriebskosten. Auch DevOps-Teams sollen optimierter und schneller arbeiten können. Weiter sollen sich mit Hilfe der Cloud-Funktionalitäten die Effizienz und IT-Produktivität im Unternehmen verbessern.

VMware führt vSphere on DPUs in Zusammenarbeit mit Technologie-Partnern wie AMD, Intel, Nvidia sowie den OEM-System-Partnern Dell, HP und Lenovo ein. Damit will das Unternehmen Kunden dabei unterstützen, die Durchsatz- und Latenzanforderungen heutiger verteilter Workloads zu erfüllen. Mit vSphere 8 sollen Netzwerk- und Sicherheits-Infrastrukturfunktionen von CPUs auf DPUs verlagert und beschleunigt werden. Werden eine hohe Netzwerkbandbreite und schnelle Cache-Zugriffe benötigt, wie beispielsweise bei In-Memory-Datenbanken, sollen sich nach VMware-eigenen Leistungstests folgende Vorteile ergeben:

  • Anwender benötigen bis zu 20 Prozent weniger CPU-Cores bei gleichbleibender oder höherer Leistung. Durch die eingesparten Cores führe das zu einer höheren Workload-Konsolidierung und einem niedrigeren TCO.
  • Die frei werdenden CPU-Cores und eine bessere Cache-Nutzung ermöglichen eine bis zu 36 Prozent bessere Transaktionsrate bei 27 Prozent niedrigerer Latenz. Damit kann mehr Workload-Verkehr bewältigt werden kann und gleichzeitig können der Load-Balancer vSphere DRS und die Live-Migration vMotion besser genutzt werden.

VMware vSphere auf DPUs soll zudem die Sicherheit der Infrastruktur erhöhen. So soll die NSX Distributed Firewall, die sich aktuell noch in der Beta-Phase befindet, auf DPUs verlagert werden. Damit wird die Absicherung moderner, micro-service-basierter Applikationen verbessert, deren Nutzung den East-West-Netzwerk-Verkehr, also die Kommunikation zwischen den Servern im Rechenzentrum, stark erhöht. Zudem sind keine Software-Agenten mehr erforderlich.

Durch die Verdopplung der virtuellen GPU-Geräte pro VM sorgt vSphere 8 für mehr Geschwindigkeit bei KI- und Machine-Learning-Anwendungen. Die Verdopplung wird über die Bereitstellung der vierfachen Zahl von Passthrough-Devices und Gerätegruppen des Anbieters erreicht, welche die Anbindung von schnellen Netzwerkgeräten und der GPU ermöglichen.

DevOps-Teams profitieren mit vSphere 8 Tanzu Kubernetes Grid 2.0 von einer Erweiterung der Kubernetes-Funktionen um Multi-Availability-Zonen, die für eine verbesserte Ausfallsicherheit sowie vereinfachtes Cluster-Lebenszyklus- und Paketmanagement sorgen soll. Die Lösung bietet zudem mit dem neuen Cloud Consumption Interface Service eine API und eine UI, über die Cloud-Infrastruktur und Kubernetes-Ressourcen für VMware Cloud-Umgebungen offen und pragmatisch genutzt werden können.

Storage für die nächste Generation

Mit vSAN 8 launcht VMware nach eigenen Angaben eine Storage-Plattform der nächsten Generation, die für moderne Hardware mit hyperkonvergenter Infrastruktur optimiert ist. So soll die neu entwickelte vSAN Express Storage Architecture sowohl die Leistung, als auch die Speichereffizienz, den Datenschutz und das Management von vSAN auf aktuellen Speicher-Devices mit TLC-SSDs verbessern. Nach eigenen Messungen soll die Leistung um das Vierfache gesteigert werden. Mittels effizienter Datensicherung und einer bis zu vierfach verbesserter Datenkomprimierung können Kunden ihre Gesamtbetriebskosten um bis zu 40 Prozent reduzieren. Ein neues Speicherpool-Konstrukt sorgt für eine höhere Verfügbarkeit. Es bietet kleinere Fehlerdomänen, kürzere Resynchronisierungszeiten und Native Snapshots mit bis zu 100-fach schnelleren Operationen.

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Eine weitere Neuerung ist VMware Cloud Foundation+, wodurch das Management und der Betrieb von Full-Stack-HCI in Rechenzentren verbessert wird. Es basiert auf vSphere+ und vSAN+ und soll für eine höhere Effizienz durch einfaches Management von VM- und Container-basierten Unternehmens-Workloads in hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen sorgen. Kunden können zudem Wartungsfenster optimieren und erhalten unmittelbaren Zugriff auf neue Funktionen und Cloud-Services. Die VMware Cloud Foundation+ folgt auf die kürzlich eingeführten Pakete vSphere+ und vSAN+.

VMware und AWS stellen neue Funktionen im gemeinsam entwickelten VMware-Cloud-on-AWS-Service vor, die zusammen mit der hohen Verfügbarkeit von Cross-Cloud-Services im AWS Marketplace Kunden beim Transfer ihrer VMware-Workloads auf eine moderne und sichere Infrastruktur in AWS unterstützen soll. Das unterstütze Unternehmen bei ihrer Cloud-Transformation.

Nächster Halt: Edge Computing

Die kommende Entwicklung des dezentralisierten, digitalen Unternehmens sind VMware zufolge Edge-native Apps über mehrere Clouds hinweg, oder kurz: Edge Computing. In dem schnell wachsenden Segment von Workloads sollen, einer IDC Studie von Anfang des Jahres zufolge, weltweit im Jahr 2022 geschätzt 176 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden. VMware vereint in seiner Edge-Strategie daher Produkte, mit denen Unternehmen Edge-native Anwendungen über mehrere Clouds hinweg an Near- und Far-Edge-Standorten betreiben, managen und sichern können.

Auf der Explore US 2022 zeigt VMware beispielsweise Edge Compute Stack 2, das Anwendern helfen soll, entsprechende Apps einfach verwenden und skalieren zu können. Eine der neuen Funktionen ist die Unterstützung kleinerer Clustergrößen (1 Control Node und 1 Worker Node), wodurch Container auf schmälerer COTS-Hardware (Commercial, Off the Shelf) laufen kann. Zudem hat die Lösung eine höhere Leistung mit GPU-Passthrough-Unterstützung für mögliche AI/ML-Anwendungsfälle (Artificial Intelligence/Machine Learing). Aktuell unterstützt VMware Compute Stack nur x86-Hardware, in einer zukünftigen Version will VMware auch nicht-x86-Prozessor-basierte Edge-Plattformen mit kleinem Formfaktor unterstützen. Auf diesen sollen dann IT/OT-Workloads und Workflows via Single-Stack laufen.

Neu ist auch eine erweiterte Partnerschaft von VMware und NTT, die eine Edge-Compute-Lösung mit Private-5G-Konnektivität auf den Markt bringt. Von NTT global vertrieben und von VMware Edge Compute Stack unterstützt soll die Lösung Unternehmen Möglichkeiten für Edge-Anwendungen an die Hand geben.

Mit Private Mobile Network (Beta) ermöglicht VMware Unternehmen private 4G/5G-Mobilfunkverbindungen zur Unterstützung von Edge-nativen Anwendungen. Das neue Managed-Service-Angebot wird dabei von Service-Providern bereitgestellt und kann mit einem einzigen PMN-Orchestrator, auch mehrmandantenfähig, betrieben werden. Aufgebaut auf dem VMware Edge Compute Stack, fügt sich der Service nahtlos in bestehende IT-Management-Plattformen.

Kunden benötigen eine zuverlässige Plattform, die Flexibilität und Wahlmöglichkeiten bietet, damit ihre Workloads dort ausgeführt werden, wo sie optimal funktionieren.

Mark Lohmeyer, Senior Vice President und General Manager, Cloud Infrastructure Business Group, VMware

Verfügbarkeit

VMware Cloud Foundation+, VMware vSphere 8, VMware vSAN 8 und VMware Edge Compute Stack 2 werden laut VMware voraussichtlich ab dem 28. Oktober 2022 verfügbar sein. Der Start von VMware Private Mobile Network wird für das 3. Quartal des Geschäftsjahres 23 als Beta-Version angegeben.

Multi-Cloud-Ära

VMware stellt auf der Explore US 2022 auch neue und erweiterte Angebote für die VMware Cross-Cloud-Services vor. Anwender sollen so vereinheitlicht und problemlos jede Anwendung in jeder Cloud von beliebigen Geräten aus erstellen, betreiben, managen und absichern können. Zu den Cross-Cloud Services zählen App Platform, Cloud Management, Cloud und Edge Infrastruktur, Security und Networking sowie Anywhere Workspace.

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