Zukunft der KI- und Software-Riesen
KI frisst Software: „kontextbezogen“ ist das neue „regelbasiert“

Von Dr. Stefan Riedl 13 min Lesedauer

„AI is going to eat software“ – dieser These stimmt Zachary Gill, Global Equity Research Analyst bei Jennison zu, betont aber, dass das nicht das Verschwinden von Software heißt, sondern auf eine umfassende Marktumstrukturierung hinausläuft.

Die Branchenriesen positionieren sich strategisch in den Zukunftsmärkten Software und KI.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Die Branchenriesen positionieren sich strategisch in den Zukunftsmärkten Software und KI.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Bei den Anlagestrategen des Investmenthauses Jennison Associates geht das Börsennarrativ „KI frisst Software“ (siehe Kasten) nicht spurlos vorbei. Dort stellt man sich naturgemäß die Frage, wie man monetär von den Entwicklungen profitieren kann. Entwicklungen, deren Tragweite Zachary Gill, Global Equity Research Analyst bei Jennison mit dem Satz „Wir befinden uns noch in der Anfangsphase eines KI-getriebenen Investitionszyklus, der die Weltwirtschaft verändern könnte“ umschreibt.

Hintergrund

Das Narrativ „KI frisst Software“

Ein Narrativ geht um an der Börse. Es heißt „KI frisst Software“. Es werden zwar keine „Milliarden vernichtet“, wie mitunter aufmerksamkeitsheischend berichtet wird, denn so funktioniert das mit der Marktkapitalisierung nicht. Aber es gibt in gewissen Software-Segmenten seit geraumer Zeit aus Unsicherheit tendenziell mehr Verkäufer als Käufer. Da die KI tatsächlich tiefe Furchen in der Branche rund um monetarisierbaren Programmcode hinterlässt, entstehen Fragen: Wie ändern sich die Geschäfts- und Abrechnungsmodelle in der Software-Branche? Welche Segmente „übernimmt die KI“, und wie soll das überhaupt gehen? Wenn KI den Code schreibt, wie sieht die Qualitätssicherung der Zukunft aus? Welche Rolle werden KI-Agenten im Zusammenspiel mit Software spielen? Die Antworten wird die Zukunft liefern, aber zumindest werden vielerorts folgende Entwicklungen antizipiert: