Das Geschäft mit Gaming-PCs und Komponenten sowie Peripherie nimmt nach dem deutlichen Rückgang im vergangenen Jahr wieder Fahrt auf. Mehr Menschen spielen wieder auf dem PC, zudem gibt es mit Gaming-Handhelds eine spannende neue Gerätekategorie.
Zuletzt stotterte der Motor im Markt für Gaming-Rechner und passendes Zubehör. Nun soll es wieder flott vorwärts gehen.
Der Motor für das PC-Gaming-Geschäft lief im vergangenen Jahr nicht rund. Laut dem Game – Verband der deutschen Games-Branche zeigen Berechnungen auf Basis von GfK-Zahlen, dass der Gesamtmarkt für Gaming-Hardware im Vergleich zu 2022 zwar um sieben Prozent auf 3.265 Millionen Euro zugelegt hat, die Steigerung aber primär auf das Konto von Spielekonsolen und deren Zubehör gegangen ist. Gaming-PCs und Notebooks mussten dagegen mit minus 17 Prozent gehörig Federn lassen und selbst der Absatz von Gaming-PC-Zubehör ist um sieben Prozent geschrumpft. Felix Falk, Game-Geschäftsführer, sieht den Grund dafür einerseits in der endlich breiten Verfügbarkeit der Konsolen, die nun die Nachfrage decken konnte.
Felix Falk ist Geschäftsführer des Game – Verband der deutschen Games-Branche.
(Bild: game Verband / Dirk Mathesius)
Anders bei den PCs: „Viele Gamer hatten bereits während der Corona-Pandemie in ihre PCs und Laptops investiert.
Hier scheinen sich viele technisch vorerst gut ausgerüstet zu sehen“, erklärt Falk. In diesem Jahr könnte das Geschäft aber wieder Fahrt aufnehmen. Die beliebteste Gaming-Plattform ist zwar wegen der vielen Casual-Gamer das Smartphone, der PC hat aber erstmals seit 2019 wieder zugelegt, so ebenfalls der Game – Verband. Hier werden vor allem bessere Cross-Playing-Möglichkeiten als Grund aufgeführt. Zudem gebe es ein großes Interesse an Gaming-PCs im Handheld-Format. Bereits sieben Prozent der Gamer besitzen ein entsprechendes Gerät, etwa ein Drittel interessiert sich für solche Geräte, vor allem jüngere Spieler.
Gaming-Handhelds mit Mobile-Prozessoren und Windows 11 wie der ROG Ally X von Asus liegen voll im Trend.
(Bild: Asus)
Ältere Gamer mit höherer Kaufkraft
Das Durchschnittsalter der Gamer ist hingegen auf 38 Jahre gestiegen. Für Nikolai Laubstein, Head of Category Management & Sales der GCC DACH bei TD Synnex, ist das eine positive Entwicklung, da bei dieser Zielgruppe die Kaufkraft höher ist. Generell sieht er nach den Turbulenzen der letzten Zeit eine Erholung des Marktes. Insgesamt sieht Laubstein sowohl noch Wachstum bei High-End-Grafikkarten, schnellen SSDs und qualitativ hochwertigen Peripheriegeräten, als auch bei Produkten aus dem Einstiegssegment. Hier wirken sich die Preissenkungen einiger AMD-GPUs positiv aus. Was aus Intels Battlemage wird, also der zweiten Arc-Generation, ist angesichts der geplanten Massenentlassungen unsicher. Sie wäre ebenfalls in der Einstiegs- und Mittelklasse angesiedelt.
Der globale Markt für PC-Gaming-Hardware hat in den letzten Jahren einige Turbulenzen im Umsatz erlebt. Die Prognose besagt, dass er sich in den nächsten Jahren erholen wird.
Nikolai Laubstein
Nikolai Laubstein, Head of Category Management & Sales der GCC DACH bei TD Synnex
(Bild: TD Synnex)
Das bisherige Ausbleiben einer neuen GPU-Generation von Nvidia, kombiniert mit dem Problem AMDs, die RX-7000-Serie richtig im Markt zu positionieren, führt hier allerdings zu einer gewissen Stagnation, die sich negativ auf den Markt auswirkt, erklärt Laubstein. Branchengerüchte besagen, dass Nvidia die neue Blackwell-Generation erst zur CES 2025 vorstellen könnte. Die aktuelle Nvidia-Generation leide bei neuen AAA-Games zunehmend am knappen Grafikspeicher der Midrange-Karten.
René Thoss, Produktmanager PCs beim Distributor und Hersteller Wortmann, sieht hier die Lage nicht so pessimistisch. „Grundsätzlich ist die 40er-Serie von Nvidia ist ja noch nicht wirklich alt. Zudem werden bei neuen Generationen zumeist die Top-Modelle zuerst in den Markt eingeführt. Da ist man dann automatisch im sehr teuren High-End-Bereich, der im Verhältnis eher kleiner ist, als das Einsteiger- beziehungsweise Mittelklasse-Segment“, so Thoss.
Prozessoren: Vorsprung für AMD
Bei den Prozessoren hat für den Gaming-Sektor derzeit AMD die besseren Karten. Intel hat zwar bisher viele CPUs der 13. und 14. Core-Generation an die großen Gaming-PC-Hersteller verkauft, aber in der Eigenbau-Community und bei kleinen Herstellern maßgeschneiderter PCs dominiert AMD mit den Ryzen-CPUs. Hier kommen demnächst die Modelle der 9000er-Serie auf den Markt, die effizienter und trotzdem schneller als die Serie-7000-Modelle sein sollen. Sie laufen zudem auch auf bestehenden AM5-Mainboards. Die bei Gamern besonders angesagten X3D-Modelle folgen bei Ryzen 9000 allerdings später. Intel hat derzeit mit einem Fehler zu kämpfen, der prinzipiell alle Raptor-Lake-CPUs mit einer Base Power ab 65 Watt betrifft, aber vor allem bei den schnellen Gaming-CPUs aufgetreten ist. Ein Fehler im Microcode kann unter Umständen zu einer überhöhten Kernspannung führen, die zu Abstürzen führt und die CPU dauerhaft schädigt. Ein Microcode-Update soll das Problem beheben. Bereits betroffene Prozessoren sind allerdings ein Garantiefall. Intel verlängert daher die Garantie auf die CPUs von drei auf fünf Jahre. Die nächste Generation von Intel-Desktop-CPUs, Arrow Lake-S, sowie die für sie nötigen neuen LGA-851-Mainboards, kommen wohl erst im vierten Quartal dieses Jahres.
Stand: 08.12.2025
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Bei den Monitoren schieben laut Laubstein sinkende Preise für hochauflösende Ultrawide-Monitore das Geschäft an, da hier Casual-Gamer gerne zugreifen. Bei passionierten Spielern, die auch über High-End-Grafikkarten verfügen, hat die Bildwiederholrate einen höheren Stellenwert. In der Oberklasse der Gaming-Displays kommen zudem immer mehr Geräte mit OLED-Panel auf den Markt, die nicht nur sehr schnell sind, sondern zudem einen extrem hohen Kontrast liefern.
Die Bildwiederholrate bei Gaming-Monitoren steigt rasant. Selbst günstige Geräte wie der Philips Evnia 27M2C5200W bieten 280 Hz.
(Bild: Dragos Condrea)
Ein wachsender Trend bei Mainboards sind Modelle, bei denen die Kabel für Stromversorgung, USB-Header, Lüfter und SATA versteckt auf der Rückseite der Platine laufen. Mit der passenden Grafikkarte vom selben Hersteller kann auch deren Stromversorgung unsichtbar über einen zusätzlichen Steckplatz auf dem Mainboard erfolgen. Allerdings gibt es hier noch keinen Standard und auch das Gehäuse muss über passende Aussparungen für die rückseitigen Anschlüsse verfügen. Bei den Netzteilen steigt die Zahl der Modelle, die dem aktuellen ATX-3.1-Standard mit überarbeitetem 12-Volt-Anschluss für die Grafikkarte folgen.
Ein immer noch wachsender Markt ist der für Streaming-Hardware, mit der Gamer ihr Können auf Plattformen wie Twitch oder Youtube präsentieren. Hier sind Produkte wie Kameras, Mikrofone und Capture-Cards gefragt. Letztere verringern die CPU-Last auf dem Gaming-PC – oder bei externen Modellen dem Gaming-Notebook – und liefern trotzdem hohe Bildraten. Bei Gaming-Keyboards setzen die meisten Gamer auf Modelle mit mechanischen Tastenschaltern und bei den Mäusen auf Modelle mit hohen Abtastraten und Zusatztasten. Ebenfalls hoch im Kurs stehen Komponenten und Peripheriegeräte mit konfigurierbarer RGB-Beleuchtung. Allerdings nutzen die Hersteller hier bisher für die Steuerung eine eigene Software, was die Synchronisierung der Beleuchtung erschwert. Microsoft integriert in Windows 11 nun mit Microsoft Dynamic Lighting eine eigene RGB-Steuerung, die allerdings von der Hardware unterstützt werden muss. Die Liste der Hersteller, die das tun, ist mit Asus, Razer, Steelseries oder Logitech allerdings noch ziemlich kurz. Wenn mehr Produkte die Funktion unterstützen, wird auch die Synchronisierung einfacher.
Gaming: Der IT-Fachhandel kann seine Beratungskompetenz ausspielen
Ihre Kunden adressieren die meisten Hersteller von Gaming-Hardware und deren Distributoren über E-Tailer und den Retail-Kanal. Wortmann geht hier als Hersteller von Gaming-PCs und Notebooks einen anderen Weg und verkauft über seine eigenen Fachhandelspartner. Wie Thoss betont, haben viele Wortmann-Partner ihr Portfolio um Gaming-Produkte erweitert. Zudem konnte der Hersteller „eine Vielzahl neuer Händler“ gewinnen. Einen Vorteil des stationären Handels sieht Thoss bei Service und Beratung, um dem Kunden das beste System im Rahmen seines Budgets anzubieten.
Es kommt auf den Endkunden an. Wofür möchte der den PC nutzen und welches Budget ist verfügbar?
René Thoss
René Thoss, Produktmanager PCs bei Wortmann
(Bild: Wortmann)
Christian Wiechert, als Geschäftsführer von Terra E-Sports gleichzeitig für die Gaming-Sparte von Wortmann verantwortlich, ergänzt, dass etliche Händler, die bisher als Distributionskunden von Wortmann selbst für ihre Kunden Gaming-PCs aus Komponenten gebaut hätten, nun Rechner von Wortmann verkaufen. Eminent wichtig für das Gaming-Geschäft, gerade für einen Neueinsteiger wie Wortmann, sei zudem das E-Sports-Engagement, um Sichtbarkeit als Anbieter unter den Gaming-Fans zu erreichen. Wortmann gehört zu den Partnern von SK Gaming und versorgt die führende deutsche E-Sports-Organisation mit Gaming-Rechnern.
Gamescom 2024 in Köln
Am 20. August wird in Köln die Gamescom 2024 eröffnet, das inzwischen weltgrößte Games-Event, unter dem Leitthema „Die größte Gemeinschaft der Welt“. Neben den vielen Spielen wird auf der Messe auch neue Gaming-Hardware präsentiert. Für viel Publikum werden zudem die E-Sports-Events sorgen. Unter dem Motto „Games – Zugang zur Zukunft“ rücken die Veranstalter Koelnmesse und Game – Verband zudem die Bedeutung der Games-Branche für den technologischen Fortschritt in den Vordergrund, etwa durch die KI-Entwicklung.
Die Gamescom wird auch dieses Jahr eine große Schar von Gamern und E-Sports-Fans nach Köln ziehen.