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Die IIoT-Plattform Cumulocity sucht Branchenlösungen

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Sarah Böttcher

IIoT-Lösungen scheitern bisher meist noch am Kostenrahmen, den Zeitvorgaben oder ihrer Komplexität.
IIoT-Lösungen scheitern bisher meist noch am Kostenrahmen, den Zeitvorgaben oder ihrer Komplexität. (Bild: ©ipopba - stock.adobe.com)

Die Software AG drängt mit ihrer IIoT-Plattform Cumulocity in einen umkämpften Zukunftsmarkt. Partnerschaften mit Dell und A1 Digital sollen die Ökosysteme und Kompetenzen erschließen. Hauptzweck ist die Schaffung von branchenorientierten Kundenlösungen auf Cumulocity-Basis. Doch dafür braucht es noch Systemhäuser, VARs und ISVs.

Es gibt kaum einen Cloud-Service-Anbieter, Hyperscaler oder ein ERP-Haus, das noch keine Industrial-IoT-Plattform anbietet. Allerdings habe der „Best of Breed“-Ansatz den Kunden bislang nur viele gescheiterte IoT-Projekte eingebracht, gibt Uwe Wiest, EMEA Director für Global Sales Engineering OEM & IoT bei Dell Technologies, zu bedenken. „Berichten von Unternehmen zufolge hat ein Großteil von Industrial-IoT-Projekten (IIoT) die Erwartungen nicht erfüllt. Der Kostenrahmen und die Zeitvorgaben wurden überschritten, und viele Projekte waren zu komplex.“

Dies soll die gemeinsame IIoT-Plattform Cumulocity von Dell und der Software AG nun ändern. „Abhilfe schafft die gemeinsame Plug-and-Play-Lösung Cumulocity IoT Edge powered by Dell Technologies. In kurzer Zeit einsetzbare fertige Module von Hardware über Software bis hin zum Service stellen eine schnelle Umsetzung mit einem kalkulierbaren Budget sicher,“ erläutert Wiest. Die Betonung liegt auf schneller Inbetriebnahme, fixem Preis und flexiblem Inhalt dieser Appliance.

„Es geht um Edge Computing“, sagt Tobias Hartenstein von der Software AG klipp und klar. Das Unternehmen unterstütze Edge Computing durch die verteilte Multi-tier-Architektur der Plattform Cumulocity, die von der Analytik bis zum Endgerät alles unterstützt, was für eine durchgängige IIoT-Lösung nötig ist. Dazu gehören Apama Streaming, Terracotta Analytics und mehr. „Diese Komponenten“, so Hartenstein weiter, „bilden eine Lösungsplattform, die als SaaS bereitgestellt wird: on-premises (Private Cloud) sowie bei AWS und bei MS Azure in der Public Cloud.“ Dadurch werde die Time to Market verkürzt und der TCO (Total Cost of Ownership) gesenkt. Die Lösung wird konfiguriert statt programmiert, so dass der Kunde genau diejenigen Komponenten bekommt, die er nutzen kann.

Es gebe zahlreiche Anwendungsszenarien, sogenannte „Use Cases“, die bereits Realität seien, etwa in einer Lackierstraße eines deutschen Automobilhersteller, in der Roboter von Cumulocity gesteuert werden. „So ein Roboter generiert etwa 1 Terabyte Daten pro Tag“, berichtet Hartenstein. „Die Steuerung erfolgt mit der Realtime-Engine Apama Streaming, die beispielsweise einen Druckluftabfall in der Hydraulik der Lackierstraße feststellen und mithilfe einer Analyse- und Kontrollschleife abfangen kann. Und da solch ein Druckluftabfall ein Kostenfaktor ist, lassen sich mit Cumulocity Produktionskosten senken. Das zeigt: IIoT alleine ist wertlos, denn es sammelt via Streaming nur Daten. Den Mehrwert bringt die Analytik, die bei der Software AG von dem Modul Terracotta gebildet wird, genauer gesagt: Machine Learning. Das zeigt, dass für die Erstellung geeigneter Branchenlösungen speziell geschulte Berater und Entwickler nötig sind.“

Die IIoT-Plattform wird als SaaS in einer Private- oder Public Cloud bereitgestellt, und die Appliance „Cumulocity IoT Edge powered by Dell Technologies“ wird entweder eingebunden oder dient als Ausführungsumgebung. Sie ist eine Single-Server-Lösung und für nur einen Mandanten lizenziert. Hier stellt sich die Frage, für wen in der Industrie sich diese Appliance eignet.

„Das gemeinsam mit Dell entwickelte Bundle ist eine wichtige Erweiterung unseres Angebots als Enterprise Middleware“, sagt Hartenstein. „Es gibt Ausführungen mit 4, 8, 16, 24 oder 32 Kernen in der CPU, so dass die Appliances bis hoch zur Workstation im Edge gut skalieren.“ Auf der Kernel-Zahl basiere auch der jeweilige Preis. Der Einstiegspreis liege bei unter 20.000 EUR für drei Jahre pro Cumulocity-IoT-Edge-Lizenz. „Daher richtet sich diese skalierbare Appliance auch an KMUs“, betont der Software-AG-Manager. Dell und sein Distributor Tech Data seien im Mittelstand verankert.

Felix Schlüter, Global Alliances & Channels Marketing bei der Software AG
Felix Schlüter, Global Alliances & Channels Marketing bei der Software AG (Bild: Software AG)

Das Partnergeschäft ist für die Software AG längst angelaufen, wie Felix Schlüter, Global Alliances & Channels Marketing bei der Software AG, signalisiert: „Bislang haben wir fünf bis sechs Partner in Deutschland, quasi als erste Welle. Das zweite Land ist Großbritannien. Dort haben wir schon vier Partner“. Zu den deutschen Partnern zählt zum Beispiel Siemens mit seiner IIoT-Plattform Mindsphere.

Indes dürften nur wenige Partner IoT-Edge-Installationen verkaufen, da es um branchenspezifische Lösungen gehe, die ein Branchen-Knowhow voraussetzen, das dem einzelnen Kunden Mehrwert bringe. „Die Partner-Ökosysteme von der Software AG und Dell werden kombiniert, so dass dieses Fachwissen als Vorteil für Systemhäuser dienen kann, um eigene Digital-Service-Portfolios aufzubauen,“ so Schlüter. Inzwischen können sich Fachhändler auch direkt an Dell wenden.

Die Software AG hat für die Vermittlung dieses Fachwissens ein spezielles Partnerprogramm aufgelegt. Uwe Wiest sieht Systemhäuser und Systemintegratoren als seine Partner für das Appliance-Geschäft: „Sie werden auf Cumulocity IoT Edge geschult und von Software AG und Dell zertifiziert.“ Sie könnten jede Appliance mit Corporate Identity versehen. Der Vertrieb erfolge weltweit, zuerst in Europa, dann in Asien und USA. Voraussetzung für einen solchen Gold-, Platinum- oder Titanium-Partner seien entsprechende Kapazitäten – oder eine spezielle Einladung: „Nur das Titanium Black Level ist exklusiv,“ sagt Wiest. Solche globalen Partner würden nur auf Einladung seitens Dell aufgenommen.

IoT-Plug-und-Play von der Software AG und Dell

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Das Geschäft mit A1 Digital

A1 Digital berät Unternehmen bei Fragen der Digitalen Transformation und begleitet sie bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsbereiche. Der Fokus liegt auf drei Bereichen: branchenspezifische Anwendungen im Bereich Internet of Things (IoT) und Machine Learning (ML), Cloud Services zusammen mit cloudbasierten Produkten für den modernen Arbeitsplatz sowie Security-Lösungen für Cloud und IoT. Mit skalierbaren Services ist A1 Digital zudem ein Partner für digitale Projekte im Mittelstand.

ÖBB-Telematikbox von A1 Digital mit Laptop als Datenablesegerät
ÖBB-Telematikbox von A1 Digital mit Laptop als Datenablesegerät (Bild: A1 Digital)

„Wenn es um IoT geht, stehen Flexibilität, Erweiterbarkeit und Sicherheit für unsere Kunden an erster Stelle. Mit der Software AG haben wir einen Partner gefunden, der uns hier optimal unterstützt“, erklärt Francis Cepero, Director Vertical Market Solutions bei A1 Digital, die strategische Partnerschaft mit der Software AG.

„Mit unserer IoT Plattform bieten wir Kunden eine integrierte Plattform für branchenspezifische Lösungen“, so Cepero weiter. A1 Digital biete dabei zwei Businessmodelle an: Einerseits als Solution Provider, wo A1 Digital eine Gesamtlösung mit Hardware, Managed Connectivity und der IoT Plattform & Applikationen – wie im Use Case mit den österreichischen Bundesbahnen – anbietet. A1 Digital liefert hier nicht nur die Sensoren, die an 13.700 Güterwagen montiert werden, sondern auch die IoT-Plattform und Dashboards, die unterschiedliche Daten wie Temperatur oder gefahrene Kilometer an die Zentrale liefern. Das bringe dem Kunden insgesamt niedrigere Stillstandskosten sowie höhere Verfügbarkeit der Güterwagen. Zusätzlich liefen die Daten auf Exoscale, der Cloud Plattform von A1 Digital.

„Als weiteres Business-Modell,“ führt Cepero weiter aus, „bieten wir Kunden die IoT-Plattform als Service Provider an. Damit können sie ihre eigenen Lösungen auf unserer IoT-Plattform bauen.“ Ein Anbieter im Industriebereich nutze beispielsweise diesen Service, um wiederum seinem Endkunden eine Komplettlösung anbieten zu können. Der Service vernetzt Kunden über eine Cloud-Plattform mit ihren mobilen Maschinen und versorge sie rund um die Uhr mit aktuellen Informationen.

„Software AG Cumulocity dient als Ergänzung unserer eigenen Angebote wie etwa Exoscale, um kundenspezifische Lösungen und Projekte auf den Weg zu bringen. Da die Lösungen individualisiert und komplex sind, handelt es sich beileibe um kein Massengeschäft,“ unterstreicht Cepero.

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