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Was ist eine IoT-Plattform?

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Michael Hase

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Eine IoT-Plattform ermöglicht die Vernetzung verschiedenartiger Geräte und Applikationen im Internet der Dinge. Die Technologie sorgt für den Informationsaustausch, indem sie die systemübergreifende Verknüpfung herstellt und Funktionen zur Steuerung und zur Analyse von Daten bietet.

Marktforscher und Unternehmensberater wie Gartner, Forrester, IDC und Deloitte betonen seit einigen Jahren die Bedeutung von IoT-Plattformen für die weitere, erfolgreiche Entwicklung des Internet of Things (IoT). Der Verband der Internetwirtschaft Eco bezeichnet sie als unersetzlich für den Mittelstand, wenn es darum geht, beim Internet der Dinge im weltweiten Wettbewerb mitzuhalten.

Eine IoT-Plattform kann man sich als Dolmetscher und Service-Zentrale im Internet der Dinge vorstellen. Sie sorgt dafür, dass sich verschiedenartige Gerätetypen und Anwendungen über ihre jeweils eigenen Kommunikationswege austauschen können und sich in der Form verstehen, dass sie aufeinander automatisiert reagieren.

Möglichkeiten und Grenzen

Im Idealfall lässt sich über eine IoT-Plattform jede Art von Gerät über jede verfügbare Schnittstelle anbinden sowie beliebige Arten von Daten sammeln und auswerten, um dann jede gewünschte Applikation mit den Informationen zu versorgen. Tatsächlich sind IoT-Plattformen jedoch technische Grenzen gesetzt. Je nach Anbieter unterstützen sie bestimmte Schnittstellen, Datenformate, Kommunikationsprotokolle und leisten spezielle Services, indem sie Geräte überwachen und steuern, Daten konzentrieren und auswerten und definierte Folgeprozesse anstoßen beziehungsweise auf bestimmte Ereignisse und Befehle von außen reagieren.

Neben den horizontalen entwickeln sich vertikale IoT-Plattformen, die branchenspezifische Schnittstellen, Protokolle, Datenformate, Applikationen und Prozesse unterstützen.

IoT-Plattformen können von Unternehmen selbst installiert und betrieben werden. Sie werden aber auch dediziert aus der Cloud angeboten. Nicht zuletzt können sie von Service Providern für mehrere Anwenderunternehmen betrieben und administriert werden.

Sicherheit und Datenschutz

Eine der wichtigsten Eigenschaften einer IoT-Plattform ist die Offenheit, also die Unterstützung möglichst vieler Standards, Formate und Schnittstellen, entweder auf die jeweilige Branche bezogen oder auf bestimmte Prozesse, die im IoT abgebildet werden sollen. Neben dieser Offenheit ist gleichzeitig die Sicherheit essenziell, im Sinne eines Schutzes vor möglichen Angriffen und unberechtigten Zugriffen auf Geräte, Verbindungen, Anwendungen und Daten, wie sie im Internet der Dinge zu befürchten sind.

Zum einen können IoT-Daten geschäftsrelevante Einsichten bieten, die vertraulich bleiben müssen. Zum anderen unterliegen sie, sofern sie direkt oder indirekt Personen zugeordnet werden können, dem Datenschutz. Deshalb sind Sicherheitsfunktionen wie Verschlüsselung und Integritätskontrolle ebenso wichtig wie Compliance-Funktionen, die für Transparenz und Auditierbarkeit der Dienste und Prozesse sorgen.

Funktionen einer IoT-Plattform

Zu den grundlegenden Funktionen einer IoT-Plattformen gehören zudem Identifikation, Anbindung, Management von Geräten, Sammlung, Verwaltung und Analyse von Daten, Visualisierung der Analyseergebnisse und Reporting. Nicht zuletzt unterstützen sie die Entwicklung und Inbetriebnahme von IoT-Applikationen sowie die Einbindung in bestehende IT-Umgebungen.

Das Fraunhofer IAO Institut sprach im September 2017 von einem „Dschungel der IoT-Plattformen“ und hat eine Vergleichsstudie zur Orientierung durchgeführt. Tatsächlich ist die Zahl der Angebote auf dem Markt sehr hoch. Die Digitalberatung IoT Analytics spricht von 450 verschiedenen Plattformen.

Die Gründe für diesen breiten Markt liegen auf der Hand: Das Internet der Dinge ist ein erfolgversprechender Markt. Den Plattformen kommt dabei als Knotenpunkte eine besondere Rolle zu. Gleichzeitig bilden viele Angebote aber nur Teilaspekte der Verknüpfungen und Services ab, unterstützen nur bestimmte Gerätetypen, Formate und Schnittstellen. Insofern ergänzen sich einige IoT-Plattformen.

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