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Neugründung, aber kein Startup Cloudbuddies positioniert sich als MSP für die Multi-Cloud

Autor: Michael Hase

Die Neugründung Cloudbuddies verfolgt ehrgeizige Ziele. Als Managed Multi-Cloud Provider erbringt das Unternehmen vor allem Beratungs-, Migrations- und Betriebsleistungen rund um die Hyperscaler. Darin wollen die Münchner künftig zu den Besten der Besten gehören.

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Oliver Schallhorn (l.), Dagmar Ziegler und Nils Kaufmann bilden das Führungsteam von Cloudbuddies.
Oliver Schallhorn (l.), Dagmar Ziegler und Nils Kaufmann bilden das Führungsteam von Cloudbuddies.
(Bild: Michael Hase)

Auf eine Differenzierung legt Oliver Schallhorn großen Wert: „Wir sind eine Neugründung, kein Startup!“ Dem Systemhausprofi ist wichtig, dass es sich bei dem Dienstleister Cloudbuddies, den er im Sommer dieses Jahres in München aus der Taufe gehoben hat, nicht um ein Projekt ambitionierter Hochschulabgänger handelt. Vielmehr bringt allein das Führungsteam, dem neben ihm auch die bisherige Cancom-Managerin Dagmar Ziegler und der Ex-Ratiokontakt-Geschäftsführer Nils Kaufmann angehören, zusammen mehr als 50 Jahre Branchenerfahrung mit.

Auch das Team rekrutiert sich durchweg aus erfahrenen Cloud Consultants, die Kaufmann teils von Ratiokontakt mitgebracht hat und die teils von etablierten Dienstleistern wie Cloudreach oder DB Systel kommen. „Momentan stellen wir nur Seniors ein“, erklärt er. Was Ambitionen und Spirit angeht, unterscheiden sich die Cloud-Freunde allerdings kaum von jungen, hungrigen Startup-Gründern. Ihr erklärtes Ziel lautet, den besten Managed Multi-Cloud Provider auf dem deutschen Markt zu schaffen. „Wir wollen Qualitätsführer werden. Was wir machen, muss topp sein – ohne jeden Kompromiss“, betont Schallhorn.

Für den langjährigen Geschäftsführer von Fritz & Macziol (heute Axians), zuletzt als Executive Vice President bei Cancom tätig, ist Cloudbuddies das erste Unternehmen, das er von Null an aufbaut. Der Plan, in seinem Alter als Entrepreneur noch einmal neu anzufangen, ist bei ihm 2018 herangereift, wie der 53-Jährige berichtet. Für ihn stehe außer Frage, dass die Zukunft der IT in der Cloud liegt. Zugleich habe er erkannt, dass man das Public-Cloud-Geschäft mit klarem Fokus betreiben muss, was in den Strukturen eines Systemhauses nach seiner Einschätzung kaum möglich ist. Daher traf er die Entscheidung, einen Dienstleister zu gründen, der sich einzig und allein auf die Hyperscaler konzentriert.

Schnell gehandelt

Nachdem Schallhorn im März dieses Jahres bei Cancom ausgeschieden war, ging alles recht flott. Im Juli wurde der Gesellschaftervertrag gezeichnet, Anfang August die Neugründung ins Handelsregister eingetragen und sukzessive die ersten Mitarbeiter eingestellt. Die ersten Wochen nutzte das Team dazu, interne Systeme aufzubauen, Prozesse zu definieren, Zertifizierungen zu erwerben und eine Liste von Kunden zu erstellen, die Cloudbuddies adressieren will. Erst seit dem vierten Quartal agiert das Unternehmen operativ am Markt. Derzeit beschäftigt es zwölf Leute. Gut 20 sollen es im ersten Quartal 2020 werden und dann möglichst schnell 50, so der Plan.

Die penible Vorbereitung hat einen guten Grund. Cloudbuddies will Kunden nicht nur beraten und Cloud-Architekturen für sie aufbauen, sondern will sich anschließend auch um den Betrieb ihrer Workloads auf AWS, Azure oder Google kümmern. Betriebsleistungen sollen über kurz oder lang sogar den größten Anteil am Geschäft ausmachen. In vier Jahren möchten die Münchner rund 70 Prozent ihrer Erlöse mit Managed (Multi-)Cloud Services erzielen. Dafür sind nach ihrer Überzeugung aber standardisierte Angebote erforderlich, wie es sie in der Form noch nicht gibt.

Standards

Kunden interessieren sich bei Cloud-Leistungen heute noch nicht in der Tiefe für Betriebsprozesse und dazugehörige SLAs, wie sie das beim klassischen Outsourcing tun, beobachtet Schallhorn. „Das wird aber kommen“, erwartet er. „Je mehr Unternehmen mit ihrer IT in die Cloud gehen, desto mehr wird Bedarf an standardisierten Managed Services entstehen.“ Bei Cloudbuddies beschäftigen sich drei Leute damit, solche MSP-Angebote zu entwickeln. „Was wir aufbauen, ist ein Support nach ITIL-Standards, den wir mit den einzigartigen Möglichkeiten der Cloud wie Autoscaling, Built to Fail oder Serverless Computing verbinden“, erläutert Kaufmann.

In dieser Ausrichtung auf Managed Services sehen die Gründer ihr Alleinstellungsmerkmal. In Deutschland gebe es bislang keinen Cloud-Dienstleister, der das Modell so konsequent umsetzt und dabei zugleich gegenüber den Hyperscalern neutral ist. Kaufmann: „Wir sind ein generischer MSP: Der Workload bestimmt die Plattform.“

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 Michael Hase

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