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15 Jahre ITscope – 15 Jahre für den Channel

| Autor: Heidemarie Schuster

Das Team von IT-BUSINESS wünscht ITscope alles Gute zum 15. Geburtstag.
Das Team von IT-BUSINESS wünscht ITscope alles Gute zum 15. Geburtstag. (Bild: Pixabay)

Ohne den Channel geht in der deutschen IT-Branche wenig. Um den IT-Fachhändlern das Geschäftsleben zu erleichtern, haben Alexander Münkel, Benjamin Mund und Stefan Reger die ITK-Handelsplattform ITscope gegründet – vor 15 Jahren.

„15 Jahre Transparenz und Unabhängigkeit für den Channel“: Mit diesem Leitsatz blickt die Karlsruher ITK-Handelsplattform ITscope auf ihre Firmengeschichte zurück. Die Idee zu ITscope kam den Gründern Alexander Münkel, Benjamin Mund und Stefan Reger beim Aufbau eines eigenen Onlineshops für Hardware. „Damals mussten wir uns mühselig durch Preislisten kämpfen, die in unterschiedlichsten Formaten und teilweise noch per Fax bei uns eintrafen. Das hatte uns so sehr gestört, dass wir uns an eine Lösung gemacht haben“, erinnert sich Stefan Reger.

(V. l.) Die ITscope-Gründer Benjamin Mund, Stefan Reger, Alexander Münkel im Jahr 2006.
(V. l.) Die ITscope-Gründer Benjamin Mund, Stefan Reger, Alexander Münkel im Jahr 2006. (Bild: ITscope)

Gut ein Jahr wurde an der ersten Lösung des Unternehmens, dem „MarketViewer“, gearbeitet, der Mitte 2005 rund 200.000 Produkte von 119 Lieferanten auf einer Plattform darstellte. Aber nicht alle waren begeistert von dem Tool. Tatsächlich hielten es manche Distributoren und Lieferanten für einen Affront, dass ihre Preise für alle Nutzer von ITscope einsehbar waren. „Nachdem wir klargestellt hatten, dass wir die individuellen Preise der großen Distributoren streng vertraulich behandeln und nur den jeweiligen Händlern anzeigen, legte sich die Aufregung“, so Alexander Münkel. Heute sei das Verhältnis zur Distribution sogar partnerschaftlich. Auch werde ITscope seither als wichtiger Absatzkanal gesehen.

Doch was wäre gewesen, wenn die Distribution nicht mitgespielt hätte? Ein Netzwerk, in dem nur eine Seite des Handels vertreten ist, kann per Definition nicht funktionieren. Daher beschäftigte sich ITscope sehr bald auch mit den Mehrwerten für Lieferanten und Hersteller. Hier baute das Unternehmen ein weiteres Mal auf seine Stärken in Sachen Daten. Zahlreiche Distributoren wie auch einige Hersteller nutzen die Plattform mittlerweile, um Einblicke in verschiedenste Marktbewegungen, zum Beispiel auf Produkt- oder Anbieterebene, zu erhalten. Darüber hinaus stehen den Kunden umfangreiche Analysen und Reportings zur Verfügung.

Der vermutlich größte Mehrwert für Distributoren liegt allerdings im Netzwerk an sich, wie Judith Öchsner, Vertriebsleiterin des Spezialdistributors DexxIT, bestätigt: „ITscope ist für uns der perfekte Ort, um unser Kundennetzwerk zu erweitern: tausende potenzielle Käufer aus der ITK-Branche auf einer Plattform. Seit unserem Start auf ITscope.com haben wir etliche neue Registrierungen erhalten ohne selbst Akquise zu betreiben.“

Judith Öchsner, Vertriebsleiterin bei DexxIT
Judith Öchsner, Vertriebsleiterin bei DexxIT (Bild: ITscope)

Geiz ist geil und weniger Marge

Die Zeit war damals reif für ein Lieferantenvergleichs-Tool. Als die „Geiz ist geil“-Mentalität Anfang der 2000er im Endkundensektor um sich griff, wurde das Ende der hohen Hardware-Margen auch im B2B-Sektor eingeläutet. Benjamin Mund analysiert: „Der E-Tail hatte die Branche ordentlich durchgerüttelt. Das brachte viele Reseller und Systemhäuser in Bedrängnis: Wie wachsen, wenn die Margen immer kleiner werden? Die ‚Schweinepreise‘-Debatte hatte verdeutlicht, dass Systemhäuser den Shift von Hardware zum Service vollziehen müssen, um weiter bestehen zu können. Deshalb machten wir uns sehr schnell an den Ausbau unseres Portals, um Resellern Werkzeuge an die Hand zu geben, die ihnen manuelle Arbeiten abnehmen und so mehr Zeit für Service lassen.“

Über die Jahre erweiterte das wachsende Unternehmen seine Plattform dann sukzessive um zahlreiche Funktionen wie Exporte, Anbindungen an ERP-Systeme über APIs und vorgefertigte Schnittstellen, EDI-Anbindungen von Distributoren oder die Integration umfangreicher Produktinformationen. Mit dem Wechsel von der Client Software „MarketViewer“ hin zur browserbasierten ITscope.com-Plattform vereinheitlichte das Unternehmen 2012 außerdem seinen Markenauftritt. Produkt und Firma heißen seither ITscope.

Neue digitale Vertriebslösung

An seinem 15. Geburtstag setzt das Unternehmen nun zu einem weiteren Sprung in die Zukunft an: Mit digitalen Vertriebslösungen möchte ITscope die Ein- und Verkaufsprozesse von Systemhäusern unter einem Dach vereinen. So wurde ein multilieferantenfähiges B2B-Shopsystem entwickelt, mit dessen Hilfe Systemhäuser ihren Kunden individuell zusammengestellte Sortimente anbieten und Bestellungen über die Handelsplattform direkt an die Distribution weiterleiten können. Erste Kunden setzen die neue Lösung bereits ein.

Das aktuelle ITscope-Team
Das aktuelle ITscope-Team (Bild: ITscope)

ITscope möchte das neue Modul zur Digitalisierung von Vertriebsabläufen schnellstmöglich auch weiteren Systemhäusern zugänglich machen. Des Weiteren implementiert das Unternehmen aktuell die Abbildung von Projektpreisen direkt in ITscope. Für 2019 steht dann das Thema Fremdwährungen auf der Roadmap: Kunden sollen voraussichtlich zu Ende des ersten Quartals in Schweizer Franken und Britischem Pfund auf ITscope einkaufen können.

Alle am ITK-Handel beteiligten Unternehmen können heute auf ITscope.com mehr als drei Millionen Produkte bei über 370 europäischen Lieferanten und Distributoren einsehen und direkt bestellen. Über das API können Systemhäuser zudem auf Produktdaten, Preise, Verfügbarkeiten und vieles mehr zugreifen. Zudem können sie die gesamten Verkaufs- und Einkaufsabläufe auf der B2B-Plattform direkt abwickeln.

Und was sagt der Channel?

Firat Güney, Geschäftsführer von Happyware Server Europe
Firat Güney, Geschäftsführer von Happyware Server Europe (Bild: ITscope)

Als Ankerpunkt der ITK-Branche steht ITscope auch in regelmäßigem Austausch mit Unternehmen im Channel. Zum 15. Geburtstag hat die Firma einige ihrer Kunden danach gefragt, was die Zukunft bringt:

„Während Unternehmen im Enterprise-Sektor noch einige Zeit weiter eigene Rechenzentren betreiben werden, geht der Trend bei den KMUs ganz klar in Richtung Cloud. Auch wird uns im Bereich Server das Thema ‚Big Data‘ mit Sicherheit weiterhin beschäftigen. Da unsere Kunden immer größere Datenmengen produzieren und verarbeiten müssen, muss die Infrastruktur ebenfalls mitwachsen“, sagt Firat Güney, Geschäftsführer von Happyware Server Europe.

Andreas Schober, Geschäftsführer von Aconitas
Andreas Schober, Geschäftsführer von Aconitas (Bild: ITscope)

„Die ITK-Branche hat sich in den letzten 15 Jahren stark verändert. Früher eher als ‚Kistenschieber‘ gesehen, haben sich Systemhäuser zwischenzeitlich zu ganzheitlichen Dienstleistern gewandelt, die ihren Kunden eine 360-Grad-Betreuung bieten. Auch auf Kundenseite hat sich einiges getan: Unternehmen begreifen IT heutzutage mehr als strategischen Wettbewerbsvorteil und weniger als Kostenblock. Zudem hat sich das Sicherheitsbewusstsein im Umgang mit Daten deutlich verbessert. Es wird entscheidend für den Erfolg der Branche sein, sich von Insellösungen loszusagen und eine ganzheitliche, integrierte Strategie zu verfolgen“, so Andreas Schober, Geschäftsführer von Aconitas.

Thomas Neumeier, Geschäftsführer von NeumeierAG
Thomas Neumeier, Geschäftsführer von NeumeierAG (Bild: ITscope)

„Der Konsolidierungsprozess unter den Systemhäusern wird weiter fortschreiten. Kleinere Systemhäuser werden weiterhin erfolgreich sein, wenn sie sich spezialisieren und auf monatliche Roherträge setzen. Die automatisierte Abrechnung von Cloud-Diensten und Managed Services mit Systemhaus.One ist heute schon wichtig und wird noch wichtiger werden“, meint Thomas Neumeier, Geschäftsführer von NeumeierAG.

André Nösse, Geschäftsführer von Nösse Datentechnik
André Nösse, Geschäftsführer von Nösse Datentechnik (Bild: ITscope)

„Ein Meilenstein der letzten 15 Jahre im Channel war sicherlich die Umstellung auf das Streckengeschäft. Heute sind alle Abläufe viel prozessorientierter, und Postenkäufe auf Lager, wie es sie damals gab, spielen heute keine große Rolle mehr. Auch hat sich der Integrationsgedanke stark etabliert, sowohl auf geschäftlicher Ebene als auch auf technologischer. Gerade ITscope hat es uns durch seine Integration in unser ERP ermöglicht, dass Einkauf und Vertrieb optimal zusammenarbeiten können, und unsere Geschäftsprozesse dadurch deutlich beschleunigt”, sagt André Nösse, Geschäftsführer von Nösse Datentechnik.

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