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Generationensprung beim Thema Workspace

Wie die „Generation Z“ in Zukunft arbeiten will

| Autor / Redakteur: Armin Recha* / Elke Witmer-Goßner

Die neue, smarte Arbeitswelt verändert die Erwartungshaltung von Angestellten und Bewerbern.
Die neue, smarte Arbeitswelt verändert die Erwartungshaltung von Angestellten und Bewerbern. (Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann / Pixabay)

Digitale Innovation hat fast jede Wirtschaftsbranche und den Alltag der meisten Menschen komplett verändert. Die Transformation steht aber vor einem wichtigen Wendepunkt, den Unternehmensführungen dringend beachten sollten. Im Jahre 2025 werden im Durchschnitt 75 Prozent aller Angestellten der Gruppe der „Millenials“ oder „Generation Z“ angehören.

Das bedeutet, dass die überwiegende Mehrheit der User in fast jeder Organisation seit dem Teenageralter smarte Technologie gewohnt ist. Die Vorteile der Digitalisierung sind für sie weniger eine Neuheit als vielmehr eine feste Erwartungshaltung. In der Praxis bedeutet dies, dass Arbeitgeber bei der Mitarbeiterrekrutierung viel stärker auf die Bedürfnisse rund um das Thema Arbeitsplatz eingehen müssen. Ansonsten werden sie die Angestellten verlieren und offene Stellen noch schwerer nachbesetzen können.

Denn die User-Experience wird zum entscheidenden Faktor, die sich wohl kaum über andere Benefits kompensieren lässt. Eine IDC-Studie zeigt dabei, dass Internetriesen wie Amazon, Microsoft aber auch Citrix und VMware ihre Angebote auf diesen Wandel angepasst haben. 60 Prozent aller Mitarbeiter in Führungsetagen sind der Ansicht, dass im Jahr 2021 die Nutzererfahrung am Arbeitsplatz das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Unternehmen sein wird. Statt starrer Arbeitszeiten und Fully Managed Desktop Computer geht es um die Anforderungen des „hypermobilen Nutzers.“ Dieser arbeitet unterwegs, von zuhause oder auch mal aus dem Firmenbüro. Es geht um Flexibilität bei Work-Life-Balance und bei der Wahl der Devices: Alle Apps und Ressourcen sollen immer abrufbar sein. Zudem sind Wartungszeiten und vorgeschriebene Arbeitszeiten nicht länger akzeptabel, denn der typische neun-bis-fünf-Büroarbeitstag von Montag bis Freitag ist ebenfalls überholt.

Unternehmen sind schon jetzt unter Druck

Auch ohne diese baldigen Veränderungen sind IT-Teams bereits jetzt gefordert. In den letzten zwölf Monaten wurden 69 Prozent aller Organisationen Opfer einer ernsthaften Cyberattacke. Außerdem gab fast die Hälfte (49 Prozent) an, eine Datenschutzverletzung erlitten zu haben. Die Themen Sicherheit und Compliance sind bei immer neuen Schlagzeilen über neue Schwachstellen und Online-Kriminalität für viele Entscheider eine Baustelle. Umso schwieriger wird der Spagat hin zu neuen Nutzergewohnheiten. Denn der Einsatz von privaten Geräten im eigenen Netzwerk, immer mehr Fernzugriffe, Integration von neuen Applikationen, unterschiedliche Cloud-Angebote und die Integration von Legacy-IT erhöhen die Anforderungen an eine IT-Sicherheitsstrategie. Viele fundamentale Prozesse sind in der Zukunft so nicht mehr abbildbar und bedürfen umgehender Aufmerksamkeit.

Zum einen sind da Vorgaben wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die seit letztem Jahr greift. Hier steht mit der E-Privacy-Verordnung schon das nächste Projekt in den Startlöchern und die EU wird sich diesem sicher annehmen, sobald die Personaldebatten nach den Parlamentswahlen sich gelegt haben. Zum anderen schieben Internetriesen den Markt an. Windows 7 wird zumindest on-premises 2020 nicht mehr unterstützt. Nicht ohne Grund hat Microsoft den Support allerdings verlängert, wenn man die Betriebssysteme über Azure virtualisiert. Mittelfristig geht es aber um die Umstellung auf Windows 10. Neben dem Zwang gibt es zudem ganz logische Vorteile, die für einen Switch sprechen. Große Virtualisierungsanbieter setzen dabei ganz neue Maßstäbe beim Thema Technologie-Integrationen und Verfügbarkeit. Neue Service-Modelle mit nahtlos aufeinander abgestimmten Software-Integrationen erlauben skalierbare Arbeitsplätze auf Knopfdruck – bei voller Kostenkontrolle. Spätestens, wenn das eigene Rechenzentrum dem Ende seines Lebenszyklus nahekommt, ist es sinnvoll einen Blick auf die Angebote zu werfen.

Werteveränderungen bestimmen die Arbeitsumgebung

Durch Cloud Computing, IoT, Bring-your-own-Device (BYOD) und seit neuestem noch Künstliche Intelligenz gewinnt die IT-Welt weitere Dynamik. Beim Thema End User Computing sind der Einzug einer neuen Mitarbeitergeneration und die verschärfte Gefahrensituation nur zwei Punkte auf einer langen Agenda. Daher sollten sich IT-Verantwortliche und andere Entscheider nach einem passenden Portfolio umschauen, das diese Aspekte miteinbezieht und dann entsprechende Lösungsansätze auswählen. Der Sozialphilosoph Frithjof Bergmann prägte hier den Begriff „New Work“. Dabei beschreibt Bergman nichts weniger als das Ende der Arbeitswelt, wie man sie bisher kannte. Durch Industrie 4.0, autonome Fahrzeuge und Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz stellen Menschen die alte Idee von Arbeit und Wertschöpfung infrage. Der Akademiker geht dabei auf die angesprochene Erwartungshaltung ein, erweitert diese aber um eine Prognose.

Mit dem technischen Fortschritt muss auch die Arbeitswelt ohne Wenn und Aber Schritt halten, um wertvolle Mitarbeiter zu halten.
Mit dem technischen Fortschritt muss auch die Arbeitswelt ohne Wenn und Aber Schritt halten, um wertvolle Mitarbeiter zu halten. (Bild: Igel Technology)

Dank des technischen Fortschritts könne man immer mehr Arbeiten durch Maschinen viel effizienter erledigen. Laut Bergmann stellen sich Menschen die berechtigte Frage: „Was willst du wirklich, wirklich in deinem Arbeitsleben tun und erreichen?“ Erwerbstätigkeit als reiner Zweck der materiellen Sicherung ist nicht mehr angebracht. Es fände eine Transformation weg vom Lohnarbeitssystem hin zur freiheitlichen Selbsterfüllung statt, bei dem neben ökonomischen Interessen die Entscheidungshoheit über den Konsum und das eigene Handeln

in den Vordergrund treten.

Es ist unwahrscheinlich, dass sich dieser Ansatz umfassend im Jahr 2019 in sämtlichen Organisationen weltweit durchsetzen wird, aber „New Work“ sollte vor allem Geschäftsführungen zum Denken anregen. Die smarte Welt verändert die Erwartungshaltung von Angestellten und Bewerbern. Die Höhe des Gehalts und Aufstiegschancen sind nicht mehr das wichtigste Entscheidungskriterium, stattdessen streben Mitarbeiter nach Entfaltung, Freiheit und Selbstverwirklichung. Daher sollten Unternehmen ihre Arbeitsprozesse anpassen, sonst sinkt in Folge die Mitarbeitermotivation oder Angestellte suchen sogar nach einem neuen Arbeitgeber.

Nutzer-Erfahrung, Sicherheit und Legacy-IT unter einem Hut

Alle genannten Punkte sind an sich große Herausforderungen, genau deshalb braucht es Schlüsseltechnologien, mit denen Unternehmen den neuen Anforderungen gerecht werden – ohne sich dauerhaft festlegen müssen. Der erwähnte verlängerte Support für Windows 7 in Azure und neue Cloud-Angebote wie Desktop-as-a-Service (DaaS) bauen auf den Vorteilen von Desktop Virtualisierung (VDI) auf. Speziell im Zuge immer besserer Internetverbindungen und technischem Fortschritt eignet sich VDI für fast alle Branchen. Viele Organisationen setzen daher auf virtuelle Arbeitsplätze.

Bedenken ergeben sich oftmals bei der Verwaltung der Endpoints. Schließlich will man den geschaffenen Mehrwert nicht durch überfrachtete Devices zunichtemachen. Gerade bei privaten Geräten möchte man zudem keine dauerhaften Änderungen vornehmen. Lange galt es als unmöglich Mobilität, Sicherheit und Effizienz unter einen Hut zu bringen – speziell im Edge-Bereich. Allerdings ist dieser Standpunkt überholt. Linux hat mittlerweile Windows als meistgenutztes Betriebssystem für Endgeräte abgelöst. Schlanke OS-Lösungen eignen sich daher perfekt zur Komplementierung von VDI. Hier braucht es eine Lösung, die eine nahtlose Integration bei höchster Sicherheit ermöglicht. Sie muss frei skalierbar sein und sollte zudem direkte Schnittstellen zu führenden Software-Anbietern haben. Nur so lassen sich beispielsweise unpassende Wartungsfenster und Zwangspausen durch Updates vermeiden.

Dem Zeitgeist muss man folgen

Armin Recha, Igel Technology.
Armin Recha, Igel Technology. (Bild: Igel Technology)

Geschäftsführer müssen sich vor Augen führen, dass das Zusammenspiel von Software am Arbeitsplatz mehr ist, als nur Technologie. Durch immer mehr virtuelle Infrastruktur und Maschinen bilden sich Ökosysteme, in deren Zentrum optimal abgestimmte Software liegen sollte. Je besser einzelne Apps aufeinander abgestimmt sind, desto zufriedener sind die Mitarbeiter und desto leichter fällt die Verwaltung sowie die Absicherung durch die IT-Teams. Dabei ist Software die treibende Kraft zum Enablement der Angestellten, da sie so die Vorteile von Innovation optimal abrufen können. Die richtige Abstimmung und Konfiguration ist vergleichbar mit einem Luxusbüro, das man den Mitarbeitern zur Verfügung stellt. Durch die Veränderung des Zeitgeistes und der Erwartungshaltung der neuen Generation wird die Ausstattung des digitalen Arbeitsplatzes zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Unternehmen.

* Der Autor Armin Recha ist Director Territory Sales bei IGEL Technology.

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