Es passiert selten, dass ein Computerproblem weltweit zu spüren ist. Doch jetzt ist es nach Jahren wieder so weit: Flughäfen, Airlines, Krankenhäuser und Banken weltweit melden Computerausfälle. Die Ursache ist noch unklar.
Computerprobleme führen weltweit zu weitreichenden Störungen bei Banken, Flughäfen, Airlines und Krankenhäusern.
(Bild: Thomas Kuther)
Computerprobleme führen weltweit zu weitreichenden Störungen. In Deutschland mussten unter anderem die Flughäfen Berlin und Hamburg zu Ferienbeginn zeitweise den Betrieb einstellen. Auch in anderen Ländern wurde laut Medienberichten neben dem Luftverkehr auch der Betrieb von Banken und Krankenhäusern gestört.
Medienberichten zufolge wurde als Auslöser ein Fehler in einem Programm-Update der IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike vermutet. Unter anderem führte ein Energieunternehmen in Australien die Probleme darauf zurück. Crowdstrike sprach in einer Mitteilung an die Kunden von Problemen, wie die Technologie-Website „The Verge“ schrieb.
Der Fehler bei Crowdstrike habe wiederum Software von Microsoft gestört, berichteten Medien wie der Finanzdienst Bloomberg. Der Software-Riese meldete zuvor Probleme mit seinem Cloud-Service-365.
In den USA stoppte die Luftfahrtaufsicht FAA Flüge von Airlines wie United, American und Delta. Der europäische Billigflieger Ryanair sprach ebenfalls von Problemen. In Norddeutschland sagte das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Operationen ab. Auch in Asien und Australien meldeten Flughäfen und Fluglinien Computerprobleme.
In Deutschland sind auch Eurowings, Ryanair, Vueling und Turkish Airlines von Computerstörungen betroffen.
Mit der Konzentration in der Software-Industrie passiert es immer wieder, dass zahlreiche Unternehmen von Problemen bei einzelnen Anbietern getroffen werden. So war zum Beispiel eine Cyberattacke auf den amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya im Jahr 2021 bis nach Schweden zu spüren, wo die Supermarkt-Kette Coop fast alle Läden schließen musste.
Update: IT-Experten tasteten sich nach und nach zur Ursache der weltweiten Computerausfälle vor. Die Theorie, dass ein Fehler in einem Programm-Update der IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike für die Computerausfälle verantwortlich ist, hat sich bestätigt.
Crowdstrike arbeitet, eigenen Angaben zufolge, inzwischen aktiv mit Kunden zusammen, die von einem Fehler betroffen sind. In einem Blog räumt der Anbieter ein, einen Fehler in einem einzelnen Inhaltsupdate für Windows-Hosts gefunden zu haben. Mac- und Linux-Hosts sind laut Crowdstike nicht davon betroffen. Zudem erklärt der Sicherheitsanbieter, es handele sich nicht um einen Sicherheitsvorfall oder Cyberangriff.
Crowdstrike habe inzwischen einen Fix bereitgestellt und verweist Kunden auf das Support-Portal. Außerdem empfiehlt der Security-Anbieter Unternehmen sicherzustellen, dass sie mit Crowdstrike-Vertretern über offizielle Kanäle kommunizieren.
Inzwischen wurde auch bekannt, dass auch Kunden der Südwestfalen-IT (SIT), also rund 70 Kommunen in NRW, von dem globalen Computerproblem betroffen sind. Ausmaß und Dauer der Störung sei derzeit noch ungewiss. Die Kunden der SIT habe man bereits über die aktuelle Lage informiert.
Zudem soll auch auf dem Flughafen von Palma de Mallorca von den weltweiten IT-Störungen betroffen sein und für große Verzögerungen sorgen. Vor den Check-in-Schaltern bildeten sich lange Schlangen, weil Computer für die Abfertigung ausgefallen waren.
Wie groß ist der finanzielle Schaden durch die Ausfälle?
Das dürfte sich erst nach Wochen oder Monaten abschätzen lassen. Denn neben den sofortigen Kosten könnten auch spätere Nachforderungen durch betroffene Kunden noch eine Rolle spielen. Die Aktie von Crowdstrike bekam die Probleme im vorbörslichen Handel mit einem Minus von zeitweise mehr als 20 Prozent zu spüren.
Stand: 08.12.2025
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