Zehntes Mitglied der Gruppe Teccle kauft Datev-Spezialisten Köhler und Rapp

Von Michael Hase

Die Teccle Group stärkt ihre Datev-Kompetenz. Dazu nimmt die Dienstleistungsgruppe den Dortmunder MSP Köhler und Rapp als zehntes Mitglied auf. Ziel ist, sich als Digitalisierungspartner für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zu positionieren.

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Mit der Kombination aus Datev-Kompetenz sowie Cloud- und Workplace-Knowhow möchte sich Teccle als Digitalisierungspartner für Steuerberater positionieren.
Mit der Kombination aus Datev-Kompetenz sowie Cloud- und Workplace-Knowhow möchte sich Teccle als Digitalisierungspartner für Steuerberater positionieren.
(Bild: SergeyBitos - stock.adobe.com)

Nach einer kurzen Atempause kauft Teccle wieder zu: Die Dienstleistungsgruppe mit Hauptsitz in Frankfurt / Main hat vor wenigen Tagen den Dortmunder Datev-Spezialisten Köhler und Rapp übernommen. Damit gewinnt sie ein 13-köpfiges Team, das von CEO und Gründer Michael Köhler geleitet wird. Das westfälische Unternehmen versteht sich als ausgelagerte IT-Abteilung für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Zwei Drittel der rund 300 Kunden stammen aus dieser Zielgruppe. Darüber hinaus stellt der MSP seine Infrastruktur- und IT-Sicherheitsservices auch Pflegediensten und Mittelständlern verschiedener Branchen bereit.

Die Teccle Group, die vor etwa 20 Monaten als Holding gegründet wurde, übernahm zwischen Dezember 2020 und August 2021 nahezu im Monatstakt insgesamt acht Dienstleister. Zu Beginn dieses Jahres gründete sie mit Fellofox erstmals ein Unternehmen. Das Startup erbringt Beratungs-, Migrations- und Betriebsleistungen rund um die Plattformen der Hyperscaler Microsoft, AWS und Google.

Im vergangenen Jahr hat das Teccle-Management entschieden, Beratungsleistungen und Workplace-Lösungen für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer als Geschäftsfeld auszubauen. Eine der ersten Zukäufe der Gruppe, ADD IT & Consulting aus Saarbrücken, betreut als Datev-Systempartner bereits Kunden aus dieser Zielgruppe. Mit Köhler und Rapp kommt nun ein zweiter Spezialist hinzu, der zudem seit mehreren Jahren partnerschaftlich mit ADD zusammenarbeitet.

Datev-Partner der ersten Stunde

Das Dortmunder Unternehmen wurde 1984 als Systemhaus mit Fokus auf Steuerberater gegründet und ist Datev-Systempartner der ersten Stunde. Seit 2006 übernimmt Köhler und Rapp als MSP das Monitoring und Management von Kundensystemen, seit 2007 auch deren Betrieb im eigenen Rechenzentrum. Vom Handelsgeschäft haben sich die Westfalen seit langem verabschiedet. Rund 85 Prozent ihrer Einnahmen stammen aus Managed-Service-Verträgen.

Mit der Übernahme des Spezialisten unterstreicht Teccle den Plan, „unser Leistungsportfolio für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gezielt zu erweitern und zu verstärken“, wie Sven Kalisch, Managing Partner der Gruppe, im Gespräch mit IT-BUSINESS ausführt. Die Datev-Kompetenz soll mit dem Knowhow anderer Mitglieder bei Cloud und Modern Workplace gebündelt werden, um der Zielgruppe ganzheitliche Digitalisierungslösungen anzubieten. Außerdem sind weitere Zukäufe von Datev-Partnern beabsichtigt.

Auch mit dem hohen Anteil des Vertragsgeschäfts passt Köhler und Rapp exakt ins Profil des Verbunds, der sich als moderner ITK-Dienstleister für mittelständische Kunden versteht und dabei den Schwerpunkt auf das Managed-Service-Modell legt. Durch die Akquisition des Unternehmens dehnt die Gruppe zugleich ihre Präsenz auf Nordrhein-Westfalen aus. Die bisherigen Zukäufe haben ihren Sitz in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland. Damit könne Teccle „nun auch regional im Westen Deutschlands mit einem Standort in Dortmund flexibler agieren“, sagt Kalisch.

Regelung der Nachfolge

„Mit der Teccle Group haben wir einen Partner gefunden, der sein Datev-Geschäft klar ausbauen möchte“, kommentiert Köhler den Anschluss an die Gruppe. Der 62-Jährige regelt mit dem Verkauf des Unternehmens seine Nachfolge als Firmenchef, wie er im Gespräch mitteilt. Allerdings möchte er Köhler und Rapp noch einige Jahre mitgestalten und führt daher auch künftig die Geschäfte des MSP, der weiterhin als eigenständiges Unternehmen unter seiner Marke auftritt. Köhlers bisheriger Vorstandskollege Jörg to Baben scheidet dagegen altersbedingt aus dem operativen Geschäft aus, bleibt dem Unternehmen aber als Berater erhalten.

Bei der Entscheidung, sich Teccle anzuschließen, spielte für die beiden Unternehmer auch das Kompetenzspektrum der Gruppe eine Rolle. Ihnen sei klar geworden, dass „wir mit unserer überschaubaren Größe die großen Aufgaben nicht mehr ganz allein bewältigen werden“, führt Köhler aus. Insofern sei es ein großer Vorteil, dass der MSP nun Leistungen aus dem Backoffice der Holding und von Kollegen beziehen könne, um seine Service-Angebote zu veredeln. „Die Teccle Group ist genau der richtige Platz, wo sich Köhler und Rapp weiterentwickeln kann. Das gibt mir für die Zukunft ein gutes Gefühl.“

Wie es bei Teccle üblich ist, wirkt Köhler als Geschäftsführer künftig zusammen mit dem Management der Holding und den Geschäftsführern der anderen Mitglieder an der Entwicklung der Gruppenstrategie mit. Der Verbund kommt mittlerweile auf nahezu 350 Mitarbeiter und ist bundesweit an zwölf Standorten vertreten.

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