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Support-Ende und SAP-HANA-Umstieg

SAP-Systeme aus der Open Telekom Cloud

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Über die Open Telekom Cloud können schnell lauffähige SAP-Systeme bereitgestellt werden.
Über die Open Telekom Cloud können schnell lauffähige SAP-Systeme bereitgestellt werden. (Bild: Nmedia - stock.adobe.com)

Umsatz voraus: Vom Support-Ende der klassischen SAP Business Suite und den zahlreichen anstehenden Migrationsprojekten nach SAP HANA, will auch die Deutsche Telekom ­profitieren. Sie liefert SAP-Systeme aus dem Ethernet-Kabel, wenn man so will.

Mit der „Open Telekom Cloud“ will der Konzern sein Kuchenstück an den umfangreichen SAP-Migrationsprojektumsätzen ­sichern, die sich aus dem anstehenden Support-Ende der klassischen Business Suite ergeben. Im Jahr 2025 ist es soweit, weswegen viele SAP-S/4-HANA-Projekte anstehen. Binnen Minuten sollen über die „Open Telekom Cloud“ lauffähige SAP-Systeme bereitgestellt werden können.

Hansjörg Groß, Senior SAP Portfolio Architect Cloud bei der Telekom-Tochter T-Systems, führt aus, dass unter dem Begriff „T-Systems Public Cloud for SAP Solutions“ SAP-Systeme wie beispielsweise „HANA S4“ oder „Business Warehouse“ im Moment als Managed Service angeboten werden. Der Service umfasse laut Groß alle üblichen SAP-Basis-Tätigkeiten wie:

  • Onboarding des Cloud Services, bei dem die Cloud-Infrastruktur über gesicherte Zugänge an die T-Systems-SAP-Administrationsumgebung angeschlossen wird,
  • Bereitstellung, Installation, Konfiguration und Betrieb der SAP-Umgebungen inklusive Datensicherung,
  • Überwachung via Monitoring, Event-Management, Incident-, Problem- und Change-Management, also Betrieb nach ITIL-Standards „Information Technology Infrastructure Library“,
  • Lifecycle-Management der SAP-Umgebungen sowie des Betriebssystems.

Großes Umsatzpotenzial

Das Potenzial für Umstiegsprojekte auf SAP S/4HANA durch das für 2025 angesetzte Support-Ende der klassischen Business Suite ist laut Groß sehr hoch. „Zudem verfolgt SAP eine Strategie, um die zahlreichen individuellen Anpassungen aus dem zukünftigen ‚digital Core‘‚ herauszuhalten, um die Wartung und die Releasewechsel in der neuen Welt wesentlich zu vereinfachen. Alle individuellen Anpassungen sollen in einer neuen ‚SAP Cloud Platform‘ realisiert werden, eine Cloud Plattform zur agilen Entwicklung und Betrieb von individuellen Prozessen. Somit muss sich jeder SAP-Kunde früher oder später dem Thema stellen und eine strategische Entscheidung treffen“, so Groß.

In-Memory-Technologie

Mit SAP HANA geht die so genannte In-Memory-Technologie einher. Wie Max Guhl, Product Manager für die Open Telekom Cloud bei Telekom, ausführt, bedeutet das „zu aller erst eine enorme Performance-Verbesserung“. Das alleine sei aber nicht der große Vorteil: „Es können Data-Ware-House-Daten und transaktionale Datenbestände zusammengeführt werden. Es entfallen zahlreiche Schnittstellen, die doppelte Datenhaltung für OLAP- und OLTP-Workload. Das wiederum ermöglicht eine Echtzeit-Datenverarbeitung und damit ganz andere Möglichkeiten zur Prozessgestaltung.“

Enormer Datendurchsatz

Aus technischer Sicht wird die Performance-Steigerung bei In-Memory-Technologien dadurch erzielt, dass der Arbeitsspeicher der CPU für die Ablage von großen Datenmengen verwendet wird. Dadurch werden Durchsatz-Engpässe aufgrund sonst erforderlichen Lese-/Schreibzugriffe auf Festplatten behoben. So bietet der Arbeitsspeicher einer CPU einen bis zu 25-fach höheren Datendurchsatz im Vergleich zu SSD-Festplatten. „Am konkreten Beispiel der Open Telekom Cloud erläutert: Die für den Kunden konfigurierbare Ultra-High I/O-SSD-Festplatte bietet einen Datendurchsatz von einem GB/s, wohingegen der DDR4 3200 RAM einen Datendurchsatz von 25,6 GB/s ermöglicht“, so Guhl.

Mieten statt kaufen

Cloud-Betreiber Telekom arbeitet eng mit SAP zusammen.
Cloud-Betreiber Telekom arbeitet eng mit SAP zusammen. (Bild: Deutsche Telekom AG)

Unternehmen, die die Performance-Vorteile einer In-Memory-Technologie wie SAP HANA nutzen wollen, benötigen also Server-Hardware mit einem entsprechend großen Arbeitsspeicher, führt Guhl folgerichtig aus. Statt diese zu kaufen, könne man aber auf Public-Cloud-Angebote wie das der „Open Telekom Cloud“ zurückgreifen. Bei der Telekom stehen dazu spezielle – von SAP zertifizierte – so genannte Flavors zur Verfügung, beispielsweise der „e1.8xlarge Flavor“ mit 940 GB RAM sowie der „e2.9xlarge Flavor“ mit 890 GB RAM.

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Flüchtiger Speicher

Ein Nachteil der In-Memory-Technolgie sollte jedoch bedacht werden: Der Arbeitsspeicher ist flüchtig, was bedeutet, dass beim Ausschalten des Servers auch die Daten im RAM weg sind. „Hier bietet sich dann an, beispielsweise auf Basis einer Reddis-Datenbank einen Cache aufzubauen, welcher als so genannter Distributed Cache Service von der Open Telekom Cloud bereitgestellt werden kann. Ihn gibt es für spezielle Memory-Optimized-Flavors mit bis zu 940 GB RAM sowie Bare Metal Server mit bis zu vier TB RAM.

Was die Zielgruppe angeht, spricht die Telekom mit ihren Managed Services „eine große Bandbreite an Unternehmen“ an, so Hansjörg Groß. „Mit diesen Services werden Firmen vom Mittelstand bis zum internationalen Konzern angesprochen. „Letzten Endes kommen für die Managed Services alle Unternehmen in Frage, die SAP nutzen“, sagt Groß.

Was die Kosten angeht, sei eine pauschale Aussage schwierig zu treffen. „Natürlich erfordert die In-Memory-Technologie enorme Rechnerkapazitäten im Hochleistungsbereich, die sehr teuer sind und enorme Investitionen bedeuten – aber gerade hier ist der Einsatz einer Public Cloud sehr sinnvoll“, findet Groß. Speziell in einer sehr frühen Projektphase, wo der Kunde ausprobieren will und die Investition noch schwer abschätzbar ist, ist der Einsatz von Public Clouds sinnvoll. „Zum Beispiel können Kunden in einem Proof-of-Concept (PoC) auf Basis einer Public Cloud ohne große Vorabinvestitionen verschiedene Teile oder Aspekte ihrer IT-Strategie verifizieren, dadurch Sicherheit gewinnen und letzten Endes die Strategie dadurch festigen und weiterentwickeln“, führt Groß aus.

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