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Definition Was ist ein Proof of Concept?

| Autor / Redakteur: jelsag / Dr. Stefan Riedl

Proof of Concept (PoC) oder Proof of Principle ist ein Begriff aus dem Projektmanagement. Er ist ein Beleg dafür, dass ein Vorhaben prinzipiell realisierbar ist. Die Kriterien dafür können in technischen oder betriebswirtschaftlichen Faktoren liegen.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Ein Proof of Concept (PoC) ist ein wichtiger Meilenstein in der Projektentwicklung. Er schafft die Grundlage für die weitere Arbeit, indem er das Projektkonzept bestätigt. Er dient also als Entscheidungsbasis für den weiteren Projektverlauf. Gleichzeitig ermöglicht er Risiken zu erkennen und zu minimieren. Relevant in beiden Dimensionen sind hier beispielsweise:

  • Investitionsrisiken,
  • Validierungen kritischer Anforderungen an technische Applikationen oder Software,
  • Funktions- und Akzeptanztests von Produkten oder Dienstleistungen mit Herstellern, Geschäftspartnern und Kunden.

Proof of Concept (PoC) in der IT

IT-Projekte sind ein klassischer Anwendungsbereich für einen Proof of Concept. In den Entwicklungsprozess für neue Anwendungssoftware oder für IT-Sicherheitslösungen wird dieser Projektschritt sehr häufig integriert. Beispielsweise wird für eine komplexe IT-Systemumgebung zunächst ein Prototyp geschaffen, um die Abhängigkeit der verschiedenen Anwendungen und die Funktionalität von Schnittstellen zu demonstrieren. Hierdurch erhält das Projektteam außerdem eine konkrete Basis für seine weitere Arbeit. In der IT-Sicherheit dienen solche Konzepttests auch dazu, Sicherheitslücken in Betriebssystemen oder Anwendungssoftware nachzuweisen.

Proof of Concept (PoC) in der Betriebswirtschaft

Auch Geschäftsideen, Unternehmensgründungen und die Entwicklung von Neuprodukten können einem Proof of Concept unterworfen werden. Der Konzepttest erbringt hier einen Nachweis, dass die Idee, das geplante Geschäftsmodell oder neue Produkte und Dienstleistungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht funktionieren. Ein aussagefähiger Proof of Concept ist in der Praxis eine Voraussetzung dafür, Investoren für eigene Projekte zu gewinnen.

Im Kern geht es darum, die wirtschaftlichen Chancen der Neuentwicklung mit Blick auf die reale Marktentwicklung zu testen. Betriebswirtschaftliche Kalkulationen sind hier ebenso eingeschlossen, wie Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, vor allem aber der Erwerb umfassenden Wissens über potentielle Kunden. Optimal ist, wenn reale Kunden so früh wie möglich in die Produktentwicklung eingebunden werden können.

Betriebswirtschaftliche Proofs of Concept werden idealerweise nicht als ein singulärer Akt oder durch das Erreichen einiger weniger Meilensteine definiert, sondern als ein fortlaufender Prozess begriffen, in dem die Markt- und Gewinnreife des eigenen Geschäfts- oder Produktkonzepts immer wieder mit den Realitäten des Marktes und den Bedürfnissen potentieller Kunden abgeglichen wird. In dieser Form können sie die Kosten und Risiken des Markteintritts erheblich reduzieren.

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