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Systemhausportait Brandmauer-IT Punkten mit dem virtuellen CIO

| Redakteur: Wilfried Platten

Der Name ist ungewöhnlich: Brandmauer-IT klingt eher nach einem Spezialisten für Feuerwehr-Software als nach einem kleinen mittelständischen, inhabergeführten Systemhaus.

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(Bild: © profit_image - Fotolia.com)

Mit Software-Entwicklung fing alles an. Sie wurde allerdings nicht für die roten Lösch-Helden entwickelt, sondern für in Sachen Lebensrettung vergleichsweise zurückhaltende Finanzdienstleister. Durch das Scheitern eines ambitionierten Börse-Projekts wurde früh der Schritt in Richtung Systemhaus nötig – und hat sich rasch als Volltreffer herausgestellt. Gründer und Geschäftsführer Volker Bentz hat sich früh auf mittelständische Unternehmen in der heimischen Region Südpfalz/ Nordbaden konzentriert: „Anfangs mussten wir praktisch alles machen und uns deshalb sehr breit aufstellen. Wir sind mit unseren Kunden aus dem Mittelstand gewachsen und wurden von ihnen quasi vor sich her getrieben. Das hat uns gutgetan.“

Mit dem Ergebnis, dass Innovationen auf der Tagesordnung standen: „Wir waren eines der ersten Systemhäuser, das sich an zentral bei uns verwaltete, mandanten­fähige Heat-Installationen gewagt hat. So gesehen leben wir den Managed-Service-Gedanken schon seit über 15 Jahren.“

Umsatz-Hit Sicherheit

Neben dem Kerngeschäft IT-Infrastruktur ist das Thema Sicherheit sukzessive zu einem wichtigen Betätigungsfeld gewachsen: „Der Bedarf an IT-Security ist in den Unternehmen immer wichtiger geworden.“ Was kein Wunder ist angesichts der Tatsache, dass zum Kundenstamm viele mittelständische Energieversorger gehören, die unter das IT-Sicherheitsgesetz fallen.

Bis zum 31.Januar 2018 müssen sie auditiert sein und das entsprechende Zertifikat vorlegen können. Deshalb ist aktuell ein Viertel der Mannschaft dort unterwegs, um kritische Infrastrukturen, wie Netzleitstellen zu untersuchen und umzubauen. „Hier wurde jahrelang nicht investiert, einfach weil es nicht nötig erschien. Auf Sicherheitsaspekte wurde dort nicht geachtet, Verschlüsselung war ein Fremdwort. Ein namhafter Hersteller hat etwa Router ausgeliefert, die in der Default-Einstellung per SMS steuerbar waren.“

Eine Lage, die in anderen Wirtschaftszweigen wie der Wasserwirtschaft oder der Anlagensteuerung im Allgemeinen wahrscheinlich ähnlich aussehen wird. „Das 3-stellige Passwort eines von uns betreuten Wasserwerks, das 30.000 Bürger versorgt, stand offen im Internet. Kritis hat jetzt die Sicherheitsthematik und -problematik in den Fokus der Geschäftsführung gerückt, die sich plötzlich mit Risikobewertung und Security-Konzepten auseinandersetzen muss.“

Diese neue, zwangsverordnete Sicherheitssensibilität sorgt bei Brandmauer-IT für volle Auftragsbücher: „Wir kommen jetzt erstmals in die Situation, dass wir mit der Geschäftsführung IT-Sicherheitsleitlinien diskutieren.“ Die IT-Abteilungen dieser Mittelständler bestehen in der Regel aus Administratoren, deren Zahl man an einer Hand abzählen kann und die eine Schrankwand voller Server am Laufen halten sollen: „Marktkommunikation war für die Vorstände viel wichtiger als sichere IT. Eigentlich ist es erstaunlich, dass das so lange reibungslos funktioniert hat“. IT-Verantwortliche, die über die rein operative Ebene hinaus auch strategische Themen bearbeiten können, findet man hier in der Regel nicht.

Der virtuelle CIO

Deshalb ist der kürzlich aus der Taufe gehobene „virtuelle CIO“ das Highlight im aktuellen Dienstleistungsangebot. Dahinter versteckt sich die Übernahme einer Aufgabe, die in großen Unternehmen der interne CIO wahrnimmt: „Unsere Kunden sind Mittelständler mit 30 bis 200 Mitarbeitern, die in der Regel nur eine kleine IT-Abteilung haben, die kaum mehr machen kann, als den laufenden Betrieb zu sichern. Und sie scheuen sich vor den erhöhten Personalkosten, die ein eigener CIO verursachen würde. Mit Sachkosten für externe Expertise können sie dagegen gut leben.“

Angst, dass das Konzept kopiert werden könnte, hat Bentz nicht: „Wir müssen mit dem Unternehmen auch über Themen reden können, die ihm wehtun. Dazu brauche ich eine Augenhöhe und Beziehungsebene, die sich daraus ergeben, dass wir von Geschäftsführer zu Geschäftsführer diskutieren – plus die nötige IT-Expertise. Die Kunst ist, beides zusammenzubringen. Ich kann jedem Kollegen nur empfehlen, sich um dieses Thema zu kümmern. Es ist essentiell. Und ich weiß Ende November schon, welchen Umsatz ich im nächsten Jahr machen werde.“

Bei der Auswahl der Partner auf Herstellerseite überstrahlt ein Kriterium alle anderen: „Post Sales geht uns über alles. Für uns zählt der Support: schnell, kompetent und auf Deutsch.“ Mit der Sophos-Hotline kann die Kommunikation sogar im pfälzisch-badischen Idiom erfolgen: Von Bellheim nach Karlsruhe sind es gerade mal 36 Kilometer.

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