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Der Garten als neues Geschäftsfeld für IT-Dienstleister

IT auf der grünen Wiese: Chancen im Smart Garden

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Wilfried Platten

Die Anwendungsoptionen für Smart Garden sind unübersehbar.
Die Anwendungsoptionen für Smart Garden sind unübersehbar. (Bild: Suraphong Namsermsri_adobe.stock_173369585.jpg)

Smart Garden ist die Verlängerung des Smart Home. In beiden Bereichen sind IT-Dienstleister als Partner gefragt, um aus den Insellösungen smarte Komplettlösungen zu machen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes neues Betätigungsfeld.

Der Garten ist für viele in der ITK-Branche ein privater Ausgleich, eine Abwechslung von der üblichen IT-Tätigkeit. Das wird sich nun ändern: Der Garten bleibt zwar ein Erholungsraum, aber er wird auch zum Markt für den IT-Channel. Das Stichwort lautet Smart Gardening.

Mit dem Einzug vernetzter IT-Lösungen in das traute Heim ist der Wachstumsmarkt Smart Home entstanden. Der Garten entwickelt sich zum Smart Garden. Dies zeigte sich auch auf der Gartenfachmesse Spoga+Gafa 2017 in Köln.

Viele Player im Smart Garden

Im Handel spiegelt sich die auf den Fachmessen sichtbare Situation wider: Lösungen wie Robotermäher, die sich über das Smartphone steuern lassen, bekommt man nicht nur in den Gartenfach- oder Baumärkten, sondern zum Beispiel auch schon bei Media Markt.

Auf der Anbieterseite positionieren sich die klassischen Gartengeräte-Hersteller genauso wie neue Smart Garden-Hersteller:

Gardena präsentierte sowohl bei den ShowStoppers IFA 2017 als auch auf der Spoga+Gafa das „Gardena smart system“, bestehend aus Roboter-Rasenmäher, Feuchtigkeitssensoren, Temperatur- und Lichtsensoren, Bewässerungssystem, Gartensteckdose, Akkus, Gateway und Smartphone-App.

ViraCube, ein Produkt des Wiener Startups ViraTec, lässt sich per App einstellen und kommuniziert mit den solarbetriebenen Sensoren, die im Garten die Bodenfeuchtigkeit, Temperatur und Helligkeit messen. Das System kombiniert die Messdaten mit Wetterinformationen und berechnet, ob eine Bewässerung nötig ist und in welchem Umfang diese erfolgen soll. Die Ventile im Garten erhalten die daraus resultierenden Vorgaben und bewässern das Grün zum Beispiel mittels Regner oder Tropfschlauch automatisch.

So wie das Haus zum Smart Home wird, wird der Garten zum Smart Garden, hier am Beispiel Oase Teichsteuerung.
So wie das Haus zum Smart Home wird, wird der Garten zum Smart Garden, hier am Beispiel Oase Teichsteuerung. (Bild: Oase)

Oase bietet mit Easy Garden Control (EGC) Funktionen, um den Gartenteich zentral zu steuern. Im Mittelpunkt steht der WLAN-HotSpot InScenio FM-Master WLAN EGC. Die integrierte Gartensteckdose wird über einen Router ins Heimnetzwerk eingebunden. Die Teich-Geräte lassen sich dann über eine App steuern. Die Verbindung der Geräte untereinander erfolgt über ein Spezialkabel, da sie sich zum Teil unter Wasser befinden.

Smart Home und Smart Garden wachsen zusammen

Wie im Bereich Smart Home besteht auch im Smart Garden die Herausforderung, Insellösungen für den Nutzer zu verknüpfen, zumindest auf der App-Ebene, sodass sich der komplette Smart Garden über eine Anwendung steuern lässt. Hier gibt es bereits erste Kooperationen und Plattformen, die bis ins Smart Home reichen:

Gardena baut rund um das Thema Smart Garden ein Ökosystem auf. Im Zuge dessen öffnet der Anbieter sein Smart System für andere Hersteller und strebt Integrationen in führende Smart-Home-Ökosysteme an. Eine erste Partnerschaft wurde im Rahmen der ShowStoppers auf der IFA vorgestellt: Presence, die Outdoor Sicherheitskamera von Netatmo, kann in das Gardena Smart System integriert werden.

Smart Home und Smart Garden wachsen zusammen, wie zum Beispiel die Kooperation von Gardena und Netatmo zeigt.
Smart Home und Smart Garden wachsen zusammen, wie zum Beispiel die Kooperation von Gardena und Netatmo zeigt. (Bild: Gardena)

Ein weiterer Schritt zur Öffnung des Gardena Systems ist laut Anbieter ab 2018 die Unterstützung von IFTTT, einem Service, der hunderte Webanwendungen und vernetzte Geräte miteinander verbindet. So können Anwender individuelle, programmierte Aktionen erstellen, um die Geräte im Garten mit Daten und Funktionen anderer Webanwendungen und Smart-Home-Geräte zu verknüpfen. Plattformen, über die sich Lösungen für Smart Home und Smart Garden verknüpfen lassen, sind zum Beispiel Conrad Connect und Innogy.

Neue Chancen für Services und Partnerschaften

Wie Gespräche mit Ausstellern auf der IFA und der Spoga+Gafa zeigen, besteht Interesse an neuen Vertriebswegen und Partnern, man sei offen für den IT-Fachhandel und für IT-Dienstleister. Partnerschaften seien der richtige Weg, um der Komplexität der Aufgaben in Smart Home und Smart Garden zu begegnen. Gerade bei der Erbringungen von Services, der Integration von Lösungen und der Verbindungen mit weiteren IT-Lösungen könnten IT-Partner helfen.

Während so mancher Garten- und Landschaftsbauer, der den Smart Garden plant und einrichtet, durchaus Schwierigkeiten mit den Themen Clouds und Apps hätte, könnten hier IT-Dienstleister punkten. Entscheidend sei die Partnerschaft zwischen den Gartenexperten und den IT-Experten.

Cloud Services auch im Garten

Interessant ist auch, dass sich die Smart-Garden-Anbieter sehr bewusst sind, dass Cloud-Lösungen Vorzüge haben, dass es aber auch Bedenken gegen sie auf Anwenderseite geben kann. Deshalb bieten verschiedene Hersteller eine Cloud-Variante und eine On-Premises-Variante für ihre Smart Garden-Lösung an.

Ist der Anwender offen für die Cloud, bieten sich dadurch weitere Service-Möglichkeiten, sowohl für die Gartenfachbetriebe als auch für die IT-Experten. So melden Smart-Garden-Lösungen Betriebsstörungen über die Cloud, die auch an einen Dienstleister gehen können. IT-Wartungen finden bald also auch im Garten statt.

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