Der europäische Defence-Markt öffnet sich für neue Zulieferer: In München brachte die „European Defence Supply“ Industrie, Behörden und Technologieanbieter zusammen – und zeigte, wie stark das Interesse des Mittelstands an sicherheitsrelevanten Lieferketten wächst.
European Defence Supply – der Bedarf an Austausch und Vernetzung ist riesig.
(Bild: BKfotofilm)
Angesichts der geopolitischen Zäsur und wachsender sicherheitspolitischer Anforderungen gewinnen Defence-Themen für den deutschen und europäischen industriellen Mittelstand zunehmend an strategischer Bedeutung. Neue wirtschaftliche Chancen entstehen – und mit ihnen der Bedarf an belastbaren Netzwerken. Die Medienmarke Aerospace & Defence wendet sich mit einem Live-Event direkt an Unternehmen, um Akteure in diesem Wachstumsfeld miteinander zu vernetzen.
Mit rund 400 Teilnehmenden aus mehr als 230 Organisationen und Unternehmen hat die erste Ausgabe der Fachveranstaltung „European Defence Supply“ in München ein starkes Signal gesetzt: Der Bedarf an Austausch, Orientierung und belastbaren Kontakten rund um europäische Defence-Lieferketten ist hoch – weit über die klassische Rüstungsindustrie hinaus. Die zweitägige Veranstaltung verstand sich bewusst nicht als reine Defence-Konferenz, sondern als Schnittstellenformat. Ziel war es, zivile Industrieunternehmen, Technologieanbieter, Zulieferer, Behörden und etablierte Defence-Akteure zusammenzubringen und Zugangsmöglichkeiten zu sicherheitsrelevanten Lieferketten transparent aufzuzeigen. Veranstalter ist „Aerospace & Defence“, eine Medienmarke der Vogel Communications Group (VCG), die Anfang Juli 2025 als europäisches, englischsprachiges Fachportal startete.
Breite industrielle Beteiligung
Entsprechend breit war das Teilnehmerfeld: Vertreten waren Unternehmen aus über 10 Ländern und mehr als 15 Branchen, darunter Elektronik und Elektronikfertigung, Software und IT, Maschinen- und Sondermaschinenbau, Automatisierung und Robotik, Werkstoff- und Metalltechnik, Logistik sowie Automotive und Mobilität. Auffällig war insbesondere das starke Interesse von Unternehmen, die bislang außerhalb klassischer Defence-Lieferketten agieren, nun aber ernsthaft einen Einstieg prüfen.
Relevante Akteure aus Politik, Behörden und Industrie
Den inhaltlichen Auftakt der Veranstaltung setzte General a. D. Chris Badia (ehemals NATO) mit seiner Keynote „Wie bewahrt die NATO ihren Vorsprung in einem sich stetig wandelnden, vielschichtigen Sicherheitsumfeld?“. Es folgten Beiträge von Generalmajor Michael Bender (BAAINBw), Oberst i. G. Dirk Harder (NATO) und Oberst Matthias Puschnig (BMVG) sowie praxisnahe Impulse aus der operativen Realität mittelständischer Industrieunternehmen.
„Die European Defence Supply spiegelt den aktuell wachsenden Bedarf im Verteidigungsbereich wider. Die Vogel Communications Group hat diese Nachfrage schnell erkannt und gezielt den Austausch zwischen Industrie und Entscheidern ermöglicht“, sagt Dr. Thorsten Koch, Geschäftsführer von COMSOL Deutschland: „Für uns als Enabler simulationsgetriebener Produktentwicklung boten sich sehr konkrete und konstruktive Anknüpfungspunkte bei zahlreichen Themen, die die Branche beschäftigen. Wir sind stolz, zu einer Beschleunigung von Innovation und technologischem Fortschritt beizutragen, die für Europa gerade jetzt entscheidend ist.“
Vertreten waren zudem zentrale Akteure wie das Bundesministerium der Verteidigung, das NATO Headquarter IMS, BAAINBw sowie Industrieunternehmen wie Airbus Defence and Space, ArianeGroup und Radia. Dadurch ergaben sich direkte Kontakte zu relevanten Entscheidern entlang des Marktes.
Im Fokus standen Fragen zu Beschaffung und Vergabe, Zertifizierung und Compliance, Lieferkettenfähigkeit, Technologieintegration, industrieller Skalierung sowie Kooperationsmodellen mit Primes, Behörden und Systemhäusern.
Plattform für Zugang, Orientierung und belastbare Kontakte
Die Veranstaltung hat damit genau die Stelle adressiert, an der aktuell viele Fragen zusammenlaufen: Wie finden Zulieferer den Zugang in das Marktsegment „Defence“? Wie können zivile Kompetenzen sinnvoll und regelkonform in sicherheitskritische Lieferketten integriert werden? Und welche Anforderungen müssen Unternehmen erfüllen, um langfristig lieferfähig zu werden?
Die hohe Beteiligung, die Vielfalt der vertretenen Branchen sowie die Intensität der Diskussionen zeigen: Der Bedarf an solchen Formaten wächst – nicht nur vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsbudgets, sondern auch mit Blick auf europäische Resilienz, industrielle Skalierung und technologische Souveränität.
„Die Resonanz auf der European Defence Supply bestätigt: Europas Industrie sucht konkrete Wege in Defence-Lieferketten“, so Maria Beyer-Fistrich, Chefredakteurin Aerospace & Defence. „Unsere Plattform schafft genau diesen Zugang. Umso mehr freuen wir uns darauf, den Dialog am 13./14. Oktober in Hamburg mit Schwerpunkten zu Aerospace, Maritime und Naval sowie zur kritischen Infrastruktur, Drohnen, Support und Dual-Use-Integration fortzusetzen.“
Stand: 08.12.2025
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