Gedrängel in der Komponenten-Ecke Gute Laune auf der COS-Hausmesse

Redakteur: Regina Böckle

Knapp 2.000 Besucher lockte die COS-Hausmesse vergangenes Wochenende in die Stadthalle nach Wetzlar. Unter ihnen Systemhauspartner, Fachhändler und Vertreter von rund 110 Herstellern und Service-Partnern. Die Stimmung war gut und die Gerüchteküche hauptsächlich mit der Frage beschäftigt, wie wohl Actebis Peacock in das Arques-Tiscon-Konglomerat eingebaut wird.

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COS hatte wieder einen bunten Ausstellermix versammelt.
COS hatte wieder einen bunten Ausstellermix versammelt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Wenn das Jahresendgeschäft so gut läuft, wie es viele der Aussteller und Fachbesucher erwarten, die auf den COS-Com-Days vertreten waren, dann kann für den Channel in diesem Jahr eigentlich nichts mehr schief gehen. Entsprechend gut war die Stimmung auf der Hausmesse des Lindener Distributors COS, die für die meisten Aussteller und zahlreiche Fachhändler einen festen Platz im Jahreskalender hat. In diesem Jahr lockte die Veranstaltung wieder mehr als 100 Aussteller in die Stadthalle Wetzlar.

Schon an der bloßen Zahl der Aussteller ist abzulesen, dass COS die Zahl ihrer Herstellerpartner nicht reduziert hat, wie dies Ex-Chef Peter Becker 2005 noch vorhatte, sondern im Gegenteil weiter bestrebt ist, zusätzliche Direktverträge zu schließen. Derzeit führt das Unternehmen die Produkte von rund 120 Herstellern im Portfolio, mit 90 Prozent von ihnen bestehen Distributionsverträge.

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»Wir wollen vor allem Assemblierern ein erweitertes Sortiment anbieten«, erklärte COS-Distributionschef Michael Krings – zumal das Komponentengeschäft noch immer zwischen 50 und 60 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuert. Entsprechend dicht gedrängt tummelten sich die Fachbesucher an beiden Messetagen in diesem Ausstellungsbereich.

Doch auch in den anderen Kernsegmenten – Mobility, Peripherie, Netzwerk und Software, Unterhaltungselektronik sowie dem eigenen Brand Typhoon – will man wachsen. Für die Aufnahme weiterer Hersteller gebe es allerdings zwei ganz klare Auswahlkriterien, betonte Krings: »Erstens muss das Portfolio zu unserem Gesamtangebot passen, und zweitens muss gewährleistet sein, dass wir bei diesem Hersteller auch eine starke Position haben«.

Geschäft mit Konvergenzprodukten angezogen

Pünktlich zum Messestart konnte das Unternehmen denn auch gleich einen Neuzugang präsentieren: So war T-Com Home erstmals bei COS vertreten, um dem Fachhandel das neue VDSL-Komplettpaket schmackhaft zu machen. »Wir sehen hier für Händler gute Chancen, Hardware und Service zu verkaufen«, erklärte Krings. Das Interesse der Besucher schien seiner Einschätzung Recht zu geben. Am T-Home-Stand herrschte reges Treiben, ebenso wie an den drei weiteren vorgestellten Insellösungen zur Konvergenz, unter anderem von Tobit und LG. Die Umsätze mit Produkten aus der Unterhaltungselektronik hätten in den vergangenen Monaten insgesamt gut zugelegt, berichtete der COS-Chef.

Krings: »Wir haben noch einige Hausaufgaben zu machen«

Was auf der diesjährigen Messe im Vergleich zum Vorjahr auffallend fehlte, waren skeptische Aussagen zur Zukunft der COS. Ob dies allein auf die Übernahme durch die Arques-Tochter Tiscon zurückzuführen ist, oder eher eine Folge COS-interner Umbauten, lässt sich kaum ausmachen.

Aus Sicht von Krings jedenfalls ist klar, dass sich die vor einem Jahr eingeleiteten Maßnahmen bewährt haben. Dazu zählten unter anderem die Verkleinerung des Personalstamms durch Entlassungen, zum anderen die klare Aufteilung der einzelnen Schwerpunktthemen und Hersteller auf die sechs Business-Units: Komponenten, Mobile, Peripherie, Netzwerk & Software, sowie die Abteilung Trends, unter der Themen wie beispielsweise Unterhaltungselektronik angesiedelt sind, und die jüngst zugekauften Markenrechte an Typhoon.

»Diese Aufteilung, die Verbesserung unserer Logistik-Services und der Start des neuen Online-Shops COSShop24, den mittlerweile rund 200 Fachhandelspartner nutzen, waren wichtige Hausaufgaben, die wir erfolgreich umgesetzt haben«, so Krings, »aber es gibt einige, die wir noch vor uns haben«. Im Auge hat der COS-Chef dabei vor allem Feintuning der Prozesse und andere Details in der Abwicklung. Zudem soll der COSShop24 kräftig ausgebaut werden, insbesondere im Hinblick auf die verbesserte Anbindung in Richtung Business-to-Business.

Definitiv kein Thema sei hingegen der Aufbau einer Value-Added-Distribution-Abteilung, stellte Krings klar – zumindest in den nächsten zwei Jahren.

»Dass es mit dem Unternehmen wieder aufwärts geht, habe ich vor allem den Mitarbeitern zu verdanken. Sie haben hart gekämpft, gerade in den schwierigen Phasen«, antwortete der COS-Chef auf die Frage, wie das Unternehmen wieder auf stabilen Kurs kam. Vor diesem Hintergrund sei der geplante Umsatz in Höhe von 320 Millionen Euro 2007 durchaus erreichbar.

Logistik-Services ausbauen

Als Logistik-Dienstleister will das Unternehmen jedoch weiter an Boden gewinnen, insbesondere mit Blick auf die Konzernschwestern Topedo, Chikara und Avitos. »Wir werden für diese Gesellschaften weitere Logistik-Services anbieten, soweit wir das kapazitätsmäßig abbilden können«, sagte Krings, der den Aktionsradius allerdings einschränkte: »Wir wollen keine reine Zentralisierung. So wird Chikara auch künftig das eigene Lager behalten.«

Keine Aussagen zu Actebis Peacock

Auf gutem Wege sieht Krings auch die COS-Distribution-Schwestergesellschaften Topedo, Avitos und Chikara, die alle unter dem Dach der Arques-Tochter Tiscon AG agieren.

Avitos arbeite mit den verbliebenen 16 Mitarbeitern inzwischen erstmals wieder profitabel, und bei PC-Fertiger Topedo stehe der Ausbau des Portfolios Richtung Server an, sagte Krings. Zudem soll der Konfigurator um weitere Funktionen ergänzt werden, so dass Partner künftig die gesamte Auftrags- und Rechnungsabwicklung über dieses Tool vornehmen können.

Klare Aussagen darüber, wie das Verhältnis von COS und Actebis Peacock künftig aussehen wird, suchte man auf der Messe jedoch vergeblich. Ob und wie COS mit der jüngsten Arques-Tochter Actebis Peacock zusammenarbeiten wird, sei momentan noch völlig unklar, erklärte Arques-Direktor Florian Englmaier. »Zunächst muss das finale Closing der Übernahme stattfinden, erst dann werden wir gemeinsam alle sich daraus ergebenden Fragen klären.«

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