Neue Geschäftsmodelle werden notwendig

Für Miet-SAP »Business ByDesign« müssen Partner umdenken

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ITB: Das Projekt ist seit 2005 in der Pipeline, wurde seither vom TÜV Nord begleitet und erhielt abschließend die Plakette »TÜViT Trusted Product SOA«. Was sagt dieses Gütesiegel denn aus?

Naunin: TÜV Informationstechnik GmbH – TÜViT – ist der auf Informations- und Kommunikationstechnik spezialisierte Prüfdienstleister von TÜV-Nord. Die unabhängigen Experten dieses Unternehmens haben neben technischen Aspekten einer serviceorientierten Architektur wie Service Enablement, Business Architektur oder Systemeinführung vor allem auch die Softwarequalität geprüft. Ein großer Fokus lag außerdem auf dem hinterlegten Konzept der Qualitätssicherung. Der Prüfkatalog setzt sich aus Vorgaben der SAP für Enterprise SOA wie auch aus Anforderungen der Experten von TÜViT zusammen.

ITB: Wie viele bestehende SAP-Partnerunternehmen sind denn bisher weltweit auf das Konzept aufgesprungen? Werden sich durch den veränderten Ansatz neue Partnerschaften im indirekten Vertrieb herauskristallisieren? Immerhin ist der ganze Ansatz eher auf Volumengeschäft ausgelegt.

Naunin: Wir haben erst kürzlich die Zusammenarbeit mit weltweit 22 Partnern, neun davon in Deutschland, angekündigt. Mit diesen Unternehemen arbeiten wir auch gemeinsam an den Details des Partnerprogramms. Anfang 2008 werden wir beginnen, das Partnerprogramm weiter auszurollen. Neben den bestehenden Partnern, die sich im Bereich SAP Business ByDesign engagieren, können wir uns allerdings auch die Zusammenarbeit mit ganz neuen Unternehmen und Partnertypen vorstellen. Beispielsweise Unternehmen, die bisher eine eigene ERP-Lösung entwickelt haben, die sie aber mangels Ressourcen oder Investitionsfähigkeit nicht auf eine neue, zukunftssichere Basis heben können. In diesem Fall wäre vorstellbar, dass ein solches Unternehmen seine bestehenden Kunden weiter mit der alten Lösung betreut und sich für Neukunden bei SAP Business ByDesign entscheiden.

Andreas Naunin

Der Manager leitet seit Anfang 2006 den Unternehmensbereich Mittelstand der SAP Deutschland AG. Zum 1. Juli 2007 wurde er zudem als weiteres Mitglied in die Geschäftsleitung des Software-Riesen berufen. Zuvor leitete Naunin drei Jahre lang als Vice President den Geschäftsbereich Service Providers & Media. Der Software-Profi begann seine SAP-Karriere im Jahr 1999 als Accountmanager in der Chemie- und Pharmabranche. Von 1993 bis 1999 war Naunin beim mittelständischen Maschinenbauer Carl Schenck AG beschäftigt. Dort begann er als Trainee im Vertrieb und Marketing. Naunin hält ein Master-Degree der Universität Kiel im Fachgebiet Business & Administration (MBA).

SAP Business ByDesign

Unter dem Arbeitstitel A1S arbeitet SAP seit 2005 am ersten Mietmodell in der Unternehmensgeschichte. Der Software-Konzern reagiert damit auf das große Marktwachstum in diesem Bereich. Insbesondere der Preis spielt dabei eine wichtige Rolle: Ab 133 Euro pro Nutzer monatlich steht die Lösung den Unternehmen zur Verfügung. Anfang 2008 startet das Volumengeschäft. Mit einer eingebetteten Geschäftsanalytik wird die ByDesign-Software einen bunten Strauß an Funktionen abdecken: Finanz- und Rechnungswesen, Management des Cash-Flow, Marketing, Vertrieb, Service-Prozesse, Organisationsmanagement, Personalwesen, Mitarbeiter-Shelf-Service, Supply-Chain-Strukturierung, -Planung und -Steuerung, Fertigung, Lagerhaltung und Logistik, Projektmanagement, Einkauf, Compliance-Management sowie Unternehmens-Performance-Management. Grundlagen bilden das »Work Center« und das »Collaboration Window«. Im »Work Center« verfügen die Mitarbeiter über eine individualisierte, rollenbasierte Arbeitsumgebung. Das »Collaboration Window« ist eine Desktopkomponente, die schnelle Zugriffe auf häufig verwendete Funktionen in SAP Business ByDesign und in Microsoft Office-Anwendungen ermöglicht. Grundlage der Individualisierung sind die rollenspezifischen Prozesse der einzelnen Mitarbeiter. Hier kommen die Partner ins Spiel. Im Vergleich zum bekannten »SAP Customizing« handelt es sich dabei allerdings eher um Volumengeschäft. Hier werden neue Geschäftsmodelle bei SAP-Partnern nötig.

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