Die fetten Jahre sind vorbei: Analysten sehen die PC-Produktion im Sinkflug. Zwar geht der Rückgang zu einem erheblichen Teil auf das Konto der Consumer-Geräte, aber auch in Firmen sinkt die Nachfrage. Der ITK-Channel ist gut beraten, mehr auf Workplace-Services zu setzen.
Die Aussichten für den Digital-Workplace-Markt sind derzeit eingetrübt. Aber moderne Workplace-Konzepte auf Basis von Services können den Rückgang beim Rechner-Absatz abfangen.
(Bild: realstock1 - stock.adobe.com)
Um 18 Prozent ging der weltweite Absatz von PCs im dritten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück, so die Marktforscher von Canalys. Gartner sieht für den selben Zeitraum sogar einen Schwund um 19,5 Prozent. Zwar liegt der Verkauf immer noch über dem Niveau der Vor-Corona-Zeit, aber der Trend zeigt nach unten. AMD gab jüngst eine Umsatzwarnung ab, da der Verkauf von Client-Prozessoren im dritten Quartal 2022 gegenüber dem letzten Quartal um 53 Prozent gesunken ist. Und bei Intel plant man laut einem Bericht von Bloomberg die Entlassung tausender Mitarbeiter. Auch die Hersteller von Speicherchips und NAND-Flash drosseln die Produktion. Einzig positiv dabei: Vom Chipmangel ist in der IT-Industrie kaum mehr die Rede, nur einige Bauteile sind durch Lockdowns in China und die schwierige Logistik immer noch knapp. Lediglich der weltweite Markt für PC-Monitore trotzt laut IDC dem Abwärtstrend: Der Absatz ist im zweiten Quartal des Jahres sogar noch um 2,7 Prozent gestiegen. Allerdings erwarten die Analysten für das laufende Jahr einen Rückgang.
Weltweiter PC-Markt: Der Höhenflug ist beendet
Etwa 68 Millionen PCs und Notebooks wurden laut den Zahlen von Gartner im dritten Quartal 2022 verkauft. Laut den Marktforschern ist das ein Rückgang von 19,5 Prozent gegenüber dem allerdings sehr guten Q3/2022. Damit setzt sich der Sinkflug für den weltweiten PC-Absatz fort, der bereits Ende 2021 begonnen hat. Bisher hatten Hersteller und der Channel eher mit Problemen in der Lieferkette zu kämpfen, die zu einem verknappten Angebot führte. Laut Mikako Kitagawa, Director Analyst bei Gartner, hat sich die Situation nun gedreht: Die Lieferketten funktionieren wieder besser, die Lager sind voll, aber die Nachfrage bricht ein – am stärksten im EMEA-Raum mit -26,4 Prozent, gefolgt von den USA mit -17,3 Prozent und dem Asia-Pacific-Markt (ohne Japan) mit -16,6 Prozent.
(Bild: Statista (Mit Zahlen von Gartner))
Dass der Gesamtmarkt schwächelt, kann eigentlich nicht verwundern. Schließlich bewegt sich die Weltwirtschaft in Richtung Rezession, die Preise für Energie und viele andere Güter sind gestiegen und die Aussichten unsicher. Laut Gartner war der Rückgang daher im EMEA-Raum mit einem Minus von 26,4 Prozent besonders dramatisch. Allerdings hat die Branche während der Pandemie glänzende Geschäfte gemacht. Vor allem der Verkauf von Notebooks, Monitoren und Peripheriegeräten war massiv gestiegen, da die Geräte für die Arbeit im Homeoffice benötigt wurden. Damit sind natürlich viele noch relativ neue Geräte bei den Anwendern im Einsatz. Das zeigt sich auch darin, dass der Verkauf von Notebooks in einem höheren Maße zurückgegangen ist, als der von Desktop-PCs, so Canalys.
Die an unserer Panel-Umfrage teilgenommenen Partner sehen die Lage weniger dramatisch. Sie gehen weiterhin von einem wachsenden Geschäft mit Digital-Workplace-Lösungen in den kommenden 12 Monaten aus. Allerdings mit anderen Schwerpunkten: Workplace as a Service und begleitende Dienste wie Security-Lösungen, Fernwartung und Management werden als Wachstumssektoren ausgemacht. Damit vollzieht sich im Client-Sektor ein Wandel, der beim Datacenter schon früher begonnen hat: weniger Produkt-, dafür mehr Services-Geschäft, meist in Verbindung mit der Cloud.
Hinter dem digitalen Arbeitsplatz als Service verbirgt sich ein ganzes Bündel an Lösungen. Sie reichen von VDI-Angeboten von MSPs oder Hyperscalern über klassische Digital-Workplace-Konzepte aus Hard- und Software mit Support und Gerätemanagement als Service bis hin zu Device-as-a-Service. Letztere haben im Gegensatz zu Hardware-as-a-Service-Konzepten für das Datacenter allerdings keinen kapazitätsabhängigen Anteil bei der monatlichen Bezahlung, sondern erheben den Anspruch, den kompletten Lebenszyklus der Gerätenutzung abzudecken. Er reicht von der Bereitstellung der vorkonfigurierten Rechner über den Reparaturservice bis hin zur Abholung der Geräte nach Ablauf der Nutzungsdauer. Zudem gehören teilweise KI-gesteuerte Analysen zum Service. So können beispielsweise mögliche Hardwaredefekte schon im Vorfeld abgefangen und nicht zum Workload passende Geräte identifiziert werden.
Digitaler Arbeitsplatz im Metaversum?
Bei Meta, dem Konzern hinter Facebook, setzt man voll auf die VR-Plattform Metaverse. Sie soll nicht nur der Unterhaltung dienen – und natürlich als Werbe- und Marketing-Vehikel – sondern auch als virtueller Arbeits- und vor allem Meeting-Platz für Firmen. Auf dem Connect-Event hat Firmengründer Mark Zuckerberg folglich mit der Meta Quest Pro eine 1.500 US-Dollar teure Mixed-Reality-Brille vorgestellt, die primär für Firmenkunden bestimmt ist. Sie ist eine VR-Brille mit integriertem Rechner und Kameras, die Bilder der Umgebung erfassen. So kann man in einem virtuellen Meeting wenigstens einen Schluck Wasser trinken, ohne dafür die Brille abnehmen zu müssen.
Im Business-Einsatz soll das Metaverse erst einmal als Plattform für digitale Meetings dienen.
(Bild: daniilvolkov - stock.adobe.com)
Denn primär soll das Metaverse als Plattform für virtuelle Konferenzen dienen, bei denen ein höherer Grad an Immersion, als heute mit Teams, Zoom und Co. Die virtuelle Umgebung soll zukünftig auch über eine Web-Version in 2D zugänglich sein, dann allerdings ohne VR-Erfahrung. Microsoft 365 und Windows 365 sollen ebenfalls im Metaverse verfügbar sein, versprach Microsoft-CEO Satya Nadella auf der Meta Connect. Allerdings bräuchte man für einen virtuellen Arbeitsplatz ein präzises 10-Finger-Tracking, das bislang ohne teure Datenhandschuhe nicht möglich ist. Und es stellt sich die Frage, wer tatsächlich stundenlang mit einer VR-Brille auf der Nase arbeiten will.
Stand: 08.12.2025
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Neue Hardware für hybride Arbeitswelten
Hybride Arbeit, also der Wechsel zwischen Büro, Homeoffice und teilweise noch der mobilen Tätigkeit bleibt ein wichtiges Thema für den IT-Channel. In unserer Panel-Umfrage gehen 65 Prozent der befragten Systemhäuser und Fachhändler davon aus, dass die Nutzung bei ihren Kunden zunehmen wird. Damit steigt die Nachfrage nach Lösungen für das Gerätemangement und Security-Lösungen für Endgeräte. Denn schließlich müssen auch die Rechner im Homeoffice mit Updates versorgt werden und der Zugang von Außen ins Firmennetz erfordert einen sicheren Zugang und Vorkehrungen speziell beim Umgang mit sensiblen Daten. Hier benötigen gerade kleinere und mittlere Kunden die Hilfe der Systemhäuser bei der Absicherung und auch bei der Einrichtung entsprechender Berechtigungen für die User und ihre Rechner am Heimarbeitsplatz.
Die Hersteller von Rechnern haben die Bewegung hin zum hybriden Arbeiten ebenfalls registriert und bringen entsprechend ausgestattete Geräte auf den Markt. So sitzen etwa über den Displays etlicher neuer Notebooks nun Kameras mit Full-HD-Auflösung für eine bessere Bildqualität bei Videokonferenzen. Einige Hersteller installieren zudem Software-Lösungen für eine Präsenz-Erkennung. Mittels einer Webcam mit Windows-Hello-Unterstützung registriert das Programm, ob der User vor dem Notebook sitzt und sperrt das Gerät, wenn das nicht der Fall ist. Zudem kann die Software per KI erkennen, ob jemand bei der mobilen Arbeit über die Schulter des Users blickt und gibt eine entsprechende Warnung aus oder stellt den Displayinhalt unscharf. Gegen unerwünschtes Mitlesen von der Seite helfen Blickschutzfolien oder, viel praktischer, ein schaltbares Privacy-Display, das bei einigen Geräten als Option erhältlich ist. Weitere Trends bei Notebooks und Convertibles vor allem im gehobenen Segment sind Displays im 16:10- oder 3:2-Formfaktor sowie die Ausstattung mit 5G für einen schnellen mobilen Zugriff auf die Firmendaten auch ohne WLAN. Derzeit ist wohl die Nachfrage nach Premium-Notebooks oder 2-in-1-Mobilrechnern noch höher als die nach Brot-und-Butter-Geräten.
Prozessoren, Monitore und Peripherie
Bei den Prozessoren sind weiter Intels 12. Core-Generation sowie von AMD die Ryzen-6000-Serie aktuell. Letzterer liefert als Zen-3+-Modell mit RDNA-2-Grafikeinheit die derzeit höchste 3D-Leistung aller x86-Mobilprozessoren mit integrierter GPU. Denn derzeit bieten beide Hersteller nur die Desktop-Versionen ihrer Prozessoren an. Die Mobilversion von Intels Raptor Lake mit zusätzlichen E-Cores und von AMDs Ryzen 7000 kommen erst im kommenden Jahr zum Einsatz in Mobilrechnern. Die neuste Zen-4-Mikroarchitektur ist aber nur in den Ryzen-Premium-Serien 7040 und 7045 zu finden. Die kleineren Prozessoren sind aufgewertete Zen-3-CPUs. Bei der kommenden Entry-Level-CPU Ryzen 7000 Mendocino handelt es sich sogar um einen Zen-2-Prozessor, allerdings gekoppelt mit einer RDNA-2-GPU und mit DDR5 als Arbeitsspeicher.
Bei den Desktop-PCs dominieren zunehmend Modelle mit kleinem Formfaktor, die sich auch direkt an einem Monitor befestigen lassen und so im Heimbüro nur wenig Platz belegen. Sie können auch als Endpunkt für eine virtuelle Workstation mittels VDI dienen, bei der ein Server mit starker Grafikkarte im Rechenzentrum die nötige Leistung liefert. Sie stellen bei hybrider Arbeit eine Alternative zur kostspieligen mobilen Workstation oder zu zwei Desktop-Maschinen für beide Arbeitsplätze dar.
Von den Monitor-Herstellern kommen vermehrt Displays mit integrierter, oft sogar versenkbarer Webcam und oft zusätzlichem USB-C-Dock für Anschluss entsprechend ausgestatteter Notebooks über ein Kabel. Einige Geräte bieten sogar einen LAN-Anschluss, der dem Mobilrechner ebenfalls über USB-C zur Verfügung steht. Ein wachsendes Segment sind zudem mobile Displays mit USB-C-Schnittstelle, die Notebook-Usern auch im Außendienst einen Arbeitsplatz mit großer Displayfläche beschert. Weitere Gerätesegmente mit Wachstumspotenzial für den modernen digitalen Arbeitsplatz sind leistungsstarke Webcams für Monitore ohne eingebaute Kamera, USB-C-Docking-Stationen und Headsets mit Funktionen für Videokonferenz- und Collaboration-Software. Gefragt sind zudem kompakte Multifunktionsdrucker mit Remote-Management via Cloud für das Homeoffice.
Stimmen aus der Distribution
Andreas Röschmann, Senior Manager UCC, Ingram Micro Distribution.
(Bild: Ingram Micro)
„Hybrides Arbeiten ist in vielen Unternehmen zum Standard geworden und hat 2022 deutlich an Relevanz gewonnen. Der Digital Workplace mit Lösungen für die standortunabhängige, flexible Kommunikation wird dabei zum wichtigen Erfolgsfaktor im digitalen Zeitalter. Hersteller treiben die Entwicklung von Funktionalitäten massiv voran, um die Qualität und Effizienz weiter zu steigern und setzen hierbei auch auf Kooperationen, wie beispielsweise Microsoft und Cisco. Kundenseitig beobachten wir derzeit noch eine Zurückhaltung bei Investitionen in Komplettlösungen, gleichzeitig ist das Bewusstsein für und Interesse an virtuellen Arbeitsumgebungen gestiegen. Wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung sich weiter verstärkt und sehen hier großes Wachstumspotenzial. ”
Andreas Röschmann, Senior Manager UCC, Ingram Micro Distribution
Markus Hollerbaum, Geschäftsführer bei Siewert & Kau.
(Bild: Intuitive Fotografie / Siewert & Kau)
„Die Digitalisierung hat Pandemie-bedingt richtig Fahrt aufgenommen und davon hat vor allem die IT profitiert. In der derzeitigen Situation gibt es Engpässe in bestimmten Be reichen – etwa bei Lichtwellenkabeln oder Server. Nicht zuletzt wegen den Veränderungen am Finanzmarkt gibt es eine gewissen Zurückhaltung bei bestimmten B2B-Endkunden. Zum Beispiel werden bereits genehmigte Projekte geschoben oder gelegentlich auch gestoppt. Die Distributionslager sind alle gut gefüllt und wir gehen davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft vor allem aus Consumer-Sicht in diesem Jahr nicht so gut ausfallen wird. Das rasche Voranschreiten der Digitalisierung ist nicht mehr auf zuhalten. Darauf sind wir gut vorbereitet, müssen aber immer wieder flexibel auf die Anforderungen des Marktes und der Partner reagieren.”
Markus Hollerbaum, Geschäftsführer bei Siewert & Kau
Windows 11 erfordert neue Hardware
Einen Aufschwung für das Client-Geschäft könnte allerdings in Zukunft der Umstieg auf Windows 11 werden, auf den Microsoft vor allem mit dem Hinweis auf die gegenüber Windows 10 weiterentwickelten Sicherheitsfunktionen im Betriebssystem. Zu ihnen zählen beispielsweise ein besserer Schutz bei Start auf Secure-Core-PCs, Virtualization-based Security (VBS) für einen zusätzlichen isolierten Secure-Kernel und weitere Technologien, die Sicherheitsfunktionen moderner CPUs wie Intels Control-flow Enforcement Technology (CET) und AMDs Shadow Stacks nutzen. Dazu kommen Verbesserungen auf Betriebssystem-Ebene wie Smart App Control mit KI-Unterstützung als Schutz vor möglicherweise schädlichen Anwendungen sowie Microsoft Defender SmartScreen gegen Phishing-Angriffe.
Laut Zahlen des IT-Asset-Management-Anbieters Lansweeper soll Windows 11 derzeit nur auf weniger als drei Prozent aller Business-Rechner mit Windows installiert sein, während mehr als 80 Prozent unter Windows 10 laufen. Für ein Upgrade auf Windows 11 sind allerdings laut der Lansweeper-Untersuchung fast 43 Prozent der Rechner auch gar nicht geeignet, da in ihnen zu alte CPUs arbeiten. Windows 11 erfordert mindestens einen Intel-Prozessor der 8. Core-Generation oder eine AMD-Ryzen-CPU mit Zen-2-Microarchitektur. Zudem ist ein TPM 2.0 Voraussetzung. Damit stehen bis 2025, dem Support-Ende von Windows 10, noch etliche Rechner für einen Austausch an.
Interview: IT-Komplexität und Hürden
Hermann Ramacher, Geschäftsführer ADN.
(Bild: ADN)
Systemhäuser stehen gerade heute vor Hürden, ihre Kunden durch den technologischen Dschungel an neue Arbeitsplatz-Konzepte zu führen.
ITB:Vor welchen Herausforderungen steht der Channel beim Digital Workplace?
Ramacher: Der Digital Workplace ist kein Produkt von der Stange. Die individuelle Situation des Anwenderkunden ist entscheidend, seine Business- und Kommunikations-Abläufe, seine Arbeitsplatzumgebung, sein IT-Budget und nicht zuletzt seine Wachstumspläne, die unmittelbar mit der Skalierung künftiger IT-Ressourcen korreliert. „Ich bin doch kein Unternehmensberater“, hören wir bei ADN gelegentlich einige unserer Fachhändler klagen. Und ich sage: „Doch, und wir helfen euch dabei, es zu sein!“
ITB: Welche Auswege und Möglichkeiten ergeben sich Ihrer Meinung nach daraus?
Ramacher: Es gibt Systemhäuser – oft klein und inhabergeführt, lange Jahre mit einer auskömmlichen Zahl an Stammkunden –, die klassische Server-Terminals bereitstellen wollen, also genau so, wie sie das Geschäft die letzten 20 Jahre lang betrieben haben. Neue Ansätze wie Cloud-Native-Architekturen, Microservices und Container-Technologien überlassen sie anderen Anbietern. Vielleicht haben sie ihre Gründe für das Festhalten am einmal gelernten Geschäftsmodell – selbst in Zeiten der rasanten technologischen Entwicklung. Die Folge liegt klar auf der Hand: Vom Trend zum Digital Workplace werden sie nicht profitieren können! Wenn heutige Unternehmen mit ihrem Fachhändler nicht über Cloud und moderne Arbeitsplatzkonzepte sprechen, reden sie ganz sicher mit einem anderen IT-Dienstleister oder MSP darüber.
Und wie reagieren Sie als Distributor auf die veränderten Bedingungen?
Ramacher: Die enge Kommunikation und der Austausch auf Augenhöhe mit unseren Partnern ist ein elementarer Ansatz bei ADN. Das Value Added müssen wir uns als Distributor täglich verdienen, indem wir bei Cloud und Digital Workplace jeden Partner dort abholen, wo er aktuell steht und wo er künftig stehen will – möglicherweise als MSP. Wir bündeln bewährte Services, damit Partner ihren Kunden den Weg zu einem Digital Workplace aufzeigen.