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Canalys Channels Forum 2015

Die „Masters of IT“ leben auf Pump

| Redakteur: Michael Hase

HP-Chefin Meg Whitman und Steve Brazier, CEO von Canalys, bestritten die Keynote-Session zum Auftakt des diesjährigen Canalys Channels Forum.
HP-Chefin Meg Whitman und Steve Brazier, CEO von Canalys, bestritten die Keynote-Session zum Auftakt des diesjährigen Canalys Channels Forum. (Bild: IT-BUSINESS)

Der Analyst Steve Brazier warnte auf dem Canalys Channels Forum vor dem Platzen einer Blase. Das Geschäftsmodell einiger gefeierter IT-Unternehmen wie Amazon oder Salesforce basiere auf dem niedrigen Zinsniveau, erläuterte der Canalys-Chef.

„Connecting Insights“ war das diesjährige Canalys-Forum überschrieben. Das Event, erstmals 2007 ausgerichtet, hat sich seither zum wichtigsten Treff für den europäischen IT-Channel entwickelt. Zum Auftakt ließ Steve Brazier, CEO von Canalys, die mehr als 1.000 Besucher an ­seinen Einsichten teilhaben. In seiner Keynote skizzierte der Analyst die wesentlichen Trends des IT-Markts, die für Channel-orientierte Hersteller, für Distributoren und Reseller relevant sind.

Am Beispiel gefeierter Entrepreneure wie Marc Benioff (Salesforce.com), Jeff Bezos (Amazon), Jack Dorsey (Twitter), Reid Hofmann (LinkedIn), Aaron Levie (Box) oder Elon Musk (PayPal, Tesla) zeigte Brazier auf, dass sich in der IT-Branche eine Blase gebildet habe, die früher oder später zu platzen drohe. Denn diese „Masters of the Industry“ hätten eines gemeinsam: „Sie alle haben mit ihren Unternehmen noch keinen Dollar verdient.“ Amazon und Salesforce.com hätten sogar, seit sie an der Börse notiert sind, zusammen mehr als drei Milliarden Dollar Verlust gemacht.

Als Grund für die Blase nannte Brazier das niedrige Zinsniveau, das es den Unternehmen ermögliche, ihr Geschäftsmodell mit billigem Geld zu finanzieren. Explizit ging er auf Amazon Web Services (AWS) ein. Die Cloud-Sparte des Online-Händlers weise zwar einen operativen Gewinn aus, sie sei deswegen aber noch nicht profitabel. Den Unterschied zwischen dem Betriebs- und dem Nettoergebnis machen vor allem Steuern und Zinsen aus, wie der Experte erläuterte. Und die AWS-Infrastruktur, in die Amazon Milliardenbeträge investiert habe, sei fremdfinanziert. „Wenn die Zinsen steigen, wird Cloud Computing teurer“, folgerte Brazier. „Der reine Datacenter-Betrieb wird dann zu einem Nullsummenspiel oder zu einem Verlustgeschäft.“

Große Barreserven

Den etablierten IT-Konzernen Apple, Cisco, EMC, HP, IBM, Lenovo und Microsoft würden steigende Zinsen dagegen weniger anhaben. so der Marktforscher weiter. Denn die Unternehmen verfügen zusammen über Barvermögen in Höhe von einer halben Billion Dollar. Allein Apple hat rund 200 Milliarden Dollar in bar angehäuft.

Eine positive Entwicklung verzeichnet Canalys für den IT-Fachhandel. Als Indikator verwies Brazier auf die Bilanzen der börsennotierten Channel-Unternehmen in der EMEA-Region, die in Summe seit dem dritten Quartal 2013 kontinuierlich gewachsen seien, in drei Quartalen sogar um elf Prozent. Auch die Distribution habe ihre Umsätze seit Mitte 2013 auf Euro-Basis gesteigert und ihre operative Marge von 0,7 auf 1,1 Prozent verbessert.

Große Zustimmung aus dem Publikum erntete der Analyst, als er die Ergebnisse einer Befragung zu den größten Frustrationen im Channel präsentierte. Offenbar traf Canalys damit genau die acht Punkte, die Fachhändlern in der Zusammenarbeit mit Herstellern am stärksten auf den Nägeln brennen:

  • Management by Dashboard
  • Komplexe Rabattmodelle
  • Aufwändige Deal-Registrierung
  • Mangel an persönlichen Beziehungen
  • Zwang zum Cloud-Geschäft
  • Exklusive Zusammenarbeit mit einigen Partnern
  • Rules of Engagements, die nicht klar sind oder nicht eingehalten werden
  • Aufwändige Zertifizierungen
Ergänzendes zum Thema
 
Das Canalys-Forum: Networking statt Sightseeing

Wie sich HP und Cisco auf dem Channels Forum präsentierten, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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