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Acronis: Global Cyber Summit 2020 Cyber Protection mit Managed Services

Autor: Dr. Andreas Bergler

Erstmalig fand der Global Cyber Summit 2020 von Acronis in hybrider Form, also vor Ort, im schweizerischen Schaffhausen, und gleichzeitig virtualisiert statt. Neben dem ganzheitlichen Security-Ansatz stand der Managed-Services-Gedanke im Fokus.

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Schaffhausen ist bekannt für seine schönen Wasserfälle. Diesmal fand dort der „Global Cyber Summit 2020" von Acronis statt – größtenteils in virtualisierter Form.
Schaffhausen ist bekannt für seine schönen Wasserfälle. Diesmal fand dort der „Global Cyber Summit 2020" von Acronis statt – größtenteils in virtualisierter Form.
(Bild: by-studio - stock.adobe.com)

Candid Wüest, Vice President, Cyber Protection Research bei Acronis
Candid Wüest, Vice President, Cyber Protection Research bei Acronis
(Bild: Acronis)

Seit dem Lockdown hat sich die Bedrohungslage in der IT massiv verändert, ist sich Candid Wüest, Vice President, Cyber Protection Research bei Acronis, sicher. Er muss es wissen, denn er leitet unter anderem das Cyber Protection Operation Center (CPOC) des Security-Anbieters in Schaffhausen in der Schweiz. So haben sich beispielsweise die Angriffe auf VPN-Verbindungen, die im Zuge der Corona-Maßnahmen oft allzu schnell für die Arbeit von zuhause aus eingerichtet wurden, mehr als verdreifacht. Insbesondere stellten die Experten von Acronis eine massive Zunahme der Angriffe auf das Microsoft-eigene Netzwerkprotokoll RDP (Remote Desktop Protocol) fest, das für den Fernzugriff auf Rechner die Bildschirminhalte grafisch überträgt.

Doch der Lockdown und die mit ihm verbundenen Corona-Maßnahmen gaben auch die Rahmenbedingungen ab, unter denen das diesjährige internationale Event, der „Global Cyber Summit 2020“ von Acronis vom 19. bis 21. Oktober stattfand. Erstmals wurde die Veranstaltung komplett virtualisiert, sodass sich über 8.000 Partner von allen Regionen der Erde aus bequem in die Vorträge und Sessions der Acronis-Experten und prominenten Speaker einloggen konnten. Insgesamt hatte Acronis über 130 Speaker auf die Event-Plattform bestellt, um den Teilnehmern und Partnern alle wichtigen Updates zur aktuellen Entwicklung der Cyberbedrohungen und der entsprechenden Security-Strategien von Acronis in über 60 Sessions nahezubringen. Dabei geht es um Grundlegendes. Denn schon beim Ausdruck „Sicherheit“ heißt es aufpassen. Die erste Botschaft, die der Hersteller den Partnern hier vorstellt, lautet, dass Cybersecurity gescheitert ist.

Cyber Protection statt Cybersecurity

Damit nimmt der Hersteller plakativ Abstand vom Anspruch, man könne ein Unternehmensnetz wirklich sicher vor Einbruchsversuchen, Angriffen durch Malware oder anderen Kompromittierungen machen. Angesichts von rund 400.000 digitalen Schädlingen, die, wie Candid Wüest berichtet, derzeit jeden Tag neu auftreten, eine realistische Sicht. Anstelle von Cybersecurity setzt Acronis daher auf die Strategie der „Cyber Protection“, bei der alle Workloads so umfassend wie möglich abgesichert werden. Der ganzheitliche Ansatz von Acronis basiert auf den fünf Säulen:

  • Verlässlichkeit (Safety): Daten müssen im Backup zuverlässig verfügbar sein.
  • Verfügbarkeit (Accessibility): Der Zugang zu den Daten muss von überall und jederzeit möglich sein.
  • Vertraulichkeit (Privacy): Nur die wirklich autorisierten Personen erhalten Zugang zu den Daten.
  • Authentizität (Authenticity): Die im Backup hinterlegten Datenkopien müssen nachweisbar exakte Kopien des Originals sein.
  • Sicherheit (Security): Schließlich müssen die Daten vor Gefahren und Angriffen geschützt werden.

Dabei kombiniert der Hersteller die unterschiedlichen Stufen, die er in unterschiedlichen Lösungen abbildet, auf allen Ebenen miteinander. „Dass alle Produkte in dieser Integrationstiefe miteinander interagieren, ist ein Alleinstellungsmerkmal am Markt“, erklärt Wüest. Das hat vor allem für Managed Security Service Provider (MSSPs) große Vorteile.

Perspektiven für MSSPs

Wie wichtig Managed Services inzwischen für Acronis geworden sind, war die zweite Kernbotschaft auf dem Cyber Summit. Mit der im Mai dieses Jahres gelaunchten Plattform „Cyber Cloud“ können Service Provider ihren Kunden Cyber Protection in Form kombinierter Lösungen anbieten: Angefangen bei Hybrid Cloud Backup und schnellem Disaster Recovery, über KI-basierte Ransomware-Abwehr, File Sync & Share-Funktionalität bis hin zu Blockchain-basierten Dateibeglaubigungen via Ethereum und E-Signaturen. Die Services können MSSPs unter ihrem eigenen Namen, als White Labeling, anbieten.

Mit dem integrierten Portfolio will der Anbieter kein SIEM-System ersetzen, bietet zu entsprechenden Lösungen aber Schnittstellen. Acronis versteht sich hier laut Wüest eher als eine Orchestrierungslösung, mit der Möglichkeit zu automatisierten, schnellen Reaktionen. Als speziellen Service für den schnellen Einstieg ins MSP-Geschäft bietet der Hersteller zudem Online-Kurse zur Security-Awareness, die sich die Teilnehmer flexibel einteilen können. Gerade in kleineren Systemhäusern soll diese Option den Mitarbeitern entgegenkommen. Angeboten werden die Kurse, die sowohl technische als auch betriebliche Perspektiven beleuchten, von der SIT Academy, die in Zusammenarbeit mit dem Schaffhausen Institute of Technology (SIT) gegründet wurde.

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Über den Autor

Dr. Andreas Bergler

Dr. Andreas Bergler

CvD IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien