Partnerprogramm und Strategie Blackberry setzt zum Höhenflug im Channel an

Autor: Dr. Andreas Bergler

Seit sich Blackberry vom Hardware-Geschäft abgewandt hat, ist es im Channel still geworden um den Anbieter, der sich nun auf Sicherheitssoftware und -dienstleistungen spezialisiert hat und sogar die IoT-Geräte auf der ISS absichert. Das soll sich jetzt ändern.

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Eigenen Angaben zufolge sichert Blackberry die IoT-Geräte auf der internationalen Raumstation.
Eigenen Angaben zufolge sichert Blackberry die IoT-Geräte auf der internationalen Raumstation.
(Bild: dimazel - stock.adobe.com)

Manche haben sie geliebt, manche gehasst: Die Blackberrys stellten einst ein wichtiges Übergangsprodukt vom Handy zum heutigen Smartphone dar. Die handlichen ­Geräte kamen mit einem ansprechenden Display, aber ärgerlich kleinen Tasten, sodass Anwender mit etwas dickeren Fingern oft aus Versehen mehrere davon gleichzeitig drückten. Dass die Produktstrategie insbesondere in Zeiten erhöhten Kalorienkonsums in den Industrieländern so nicht weitergehen konnte, war eigentlich klar. Seit einigen Jahren schon hat sich der Hersteller deshalb von der Hardware getrennt und sich einiger weiterer Standbeine besonnen, um diese als Kernkompetenzen weiterzuentwickeln.

Breite Kundenbasis

Ulf Baltin, Managing Director DACH, BlackBerry
Ulf Baltin, Managing Director DACH, BlackBerry
(Bild: Blackberry)

Die Geschäftsfelder, auf denen Blackberry jetzt steht, sind ebenso umfangreich wie anspruchsvoll. Dass der Name des abgesagten Hardware-Produkts für den Hersteller als ganzen geblieben ist, ist eine Hilfe, aber auch ein gewisses Hindernis. „Vor sechs Jahren haben wir über einen neuen Namen nachgedacht“, erklärt Ulf Baltin, Managing Director DACH bei Blackberry. „Die Marke Blackberry war aber durch die Geräte so bekannt am Markt, dass wir es als Firmennamen dabei beließen.“ Was viele vor dem Rummel um die Proto-Smartphones übersehen haben mögen, ist die Tatsache, dass sich der Hersteller schon seit seiner Gründung vor über 35 Jahren auf die Sicherheit der Endgeräte konzentriert hatte. Die Story reicht von der Sicherung am PoS durch Terminals über die Absicherung von Unternehmensnetzen und IoT-Geräten bis hin zur KI-gestützten Sicherheit, in der Blackberry die Marktführerschaft für sich in Anspruch nimmt, und zur „Unified Endpoint Security“.

Selbst die Internationale Raumstation ist ein Kunde von Blackberry, auf der der Hersteller eigenen Angaben zufolge die IoT-Geräte absichert. Geschätzte 500 Millionen Endgeräte sind derzeit weltweit mit der Software des Herstellers ausgerüstet, und seit dem Aufkauf des QNX-Betriebssystems vor gut zehn Jahren fahren rund 175 Millionen Autos weltweit mit der Software von Blackberry. Und spätestens mit der Übernahme des Security-Spezialisten Cylance vor rund zwei Jahren für 1,4 Milliarden Dollar dürfte klar sein, dass der schlafende Security-Riese nun aus seinem Dornröschenschlaf erwacht.

Verstärkung durch Partner

Axel Conrad, Head of EMEA Channel, BlackBerry
Axel Conrad, Head of EMEA Channel, BlackBerry
(Bild: Blackberry)

Unterstützung holt er sich dabei aus dem Channel, weswegen im Herbst vergangenen Jahres ein globales Partnerprogramm gelauncht wurde. Dieses vereint die beiden Partner-Ökosysteme von Blackberry Enterprise mit dem Cylance-Universum. „Mit dem Fokus auf Endpoint Security gepaart mit Device Management wollen wir jetzt gemeinsam mit den Partnern wachsen. Dazu gehören Projektschutz, Enablement der Partner, Discounts für die Registrierung ebenso wie Marketingfonds, NFR-Lizenzen und ein modularer Online-Lehrplan für den normalen und technischen Vertrieb von Partnern“, betont Axel Conrad, Head of EMEA Channel bei Blackberry.

Derzeit hat Blackberry etwa 250 bis 300 deutschsprachige Partner, viele davon ­Value Added Reseller, die Conrad zufolge auch offen für Managed Security Services (MSS) sind. „Viele Partner fragen danach“, stellt Conrad fest. Allerdings seien die meisten immer noch am klassischen Verkauf orientiert. Derzeit beträgt der Anteil am MSS-Geschäft bei Blackberry etwa zehn Prozent. Die Services werden auch direkt angeboten, man wolle aber keinesfalls mit den Partnern in Wettbewerb treten. „Die Kunden wissen natürlich, dass die Reseller nicht immer alles aus einer Hand bieten können. Wir helfen den Partnern dann bei den Services“, sagt Conrad.

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Dr. Andreas Bergler

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CvD IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien