ISG Provider Lens Digital Workplace of the Future Bildschirmarbeiter ­bleiben im Homeoffice

Autor: Dr. Stefan Riedl

Der Umzug ins Homeoffice musste vielerorts hopplahopp vonstatten gehen. Die Themen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit kamen dabei vor lauter Schnelligkeit zu kurz. Nun wird nachjustiert, meldet ein Report der Information Services Group (ISG).

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Wie man es dreht und wendet: Das Homeoffice werden viele Bildschirmarbeiter beibehalten.
Wie man es dreht und wendet: Das Homeoffice werden viele Bildschirmarbeiter beibehalten.
(Bild: Jürgen Fälchle - stock.adobe.com)

Deutsche Unternehmen rücken in Hinblick auf die Homeoffice-Kultur nun die Themen Cybersicherheit und Produktivität in den Mittelpunkt, nachdem im Zuge der Corona-Maßnahmen vor allem schnelle Umsetzung gefragt war. Dies meldet sinngemäß der neue „ISG Provider Lens Digital Workplace of the Future – Services & Solutions Report Germany 2020“ aus dem Hause ISG, einem Marktforschungs- und Beratungsunternehmen.

Es musste vor allem schnell gehen

„Die Konzepte und Technologien für das Homeoffice und dezentralisiertes Arbeiten allgemein gibt es ja schon länger. Nur kamen sie jetzt massenhaft und von heute auf morgen zum Einsatz“, findet Dr. Henning Dransfeld, Prinicipal Analyst bei ISG. „Bei der eigentlichen Umstellung haben die Unternehmen einen sehr guten Job gemacht – vor allem wenn es darum ging, Geräte zu beschaffen und die notwendigen Internet-Bandbreiten sicherzustellen.“ In Hinblick auf die Sicherheit hingegen seien viele Unternehmen zu große Risiken eingegangen, zum Beispiel bei der teilweise fehlenden Einrichtung von VPN-Verbindungen oder Zugangsberechtigungen.

Sicherheit auf dem Prüfstand

In Sachen Sicherheit findet vor diesem Hintergrund deshalb gerade eine große Bestandsaufnahme statt, sagt der ISG-Analyst. Außerdem seien zunehmend Lösungen gefragt, um virtuelle Meetings noch mehr in die Breite auszurollen, geeignete Büromöbel an die Mitarbeiter zu liefern und deren Motivation hochzuhalten. Ein Mittel dafür seien Helpdesk-Services.

Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben

Für die Zeit nach den Corona-Maßnahmen rechnet ISG damit, dass nur eine Minderheit der Mitarbeiter, die jetzt im Homeoffice arbeiten, in Vollzeit ins gemeinschaftliche Büro zurückkehren. Denn Umfragen zeigten regelmäßig, dass die meisten Mitarbeiter vor allem eine Kombination aus Home- und Workoffice bevorzugen. In Zeiten des Fachkräftemangels sei deshalb davon auszugehen, dass viele Unternehmen solche gemischten Modelle anbieten.

Managed Workplace Services im Aufwind

Im von der ISG-Studie untersuchten Teilmarkt der Managed Workplace Services haben zuletzt die bei den Unternehmen bereits etablierten Serviceanbieter vom Umzug ins Homeoffice profitiert. Sie konnten sich während der Umstellung sozusagen direkt vor den Augen der Geschäftsführung und des ganzen Unternehmens beweisen. Darüber hinaus denken Unternehmen in plötzlichen Krisen normalerweise nicht als erstes über Provider-Wechsel nach. Allerdings werden laut ISG die Karten im Markt jetzt wieder neu gemischt, wenn Aspekte wie innovative Technologien, Datenanalytik, Automatisierung und Künstliche Intelligenz (KI) verstärkt in den Mittelpunkt rücken.

Konkurrenz aus Indien

Wo ein florierender Markt ist, bilden sich neue Player: Einige indische Anbieter für Managed Workplace Services sind mittlerweile auch im deutschen Markt stark vertreten. Auch die zunehmende Automatisierung der Lösungen und immer mehr Möglichkeiten der Fernwartung eröffnen jenen Anbietern Marktchancen, die über kein flächendeckendes Servicenetz in Deutschland verfügen. Nur die Rechenzentren müssen der ISG-Studie zufolge vor allem aus Gründen des Datenschutzes auch weiterhin hierzulande betrieben werden.

Der ISG-Anbietervergleich

Der Leader-Quadrant ist hart umkämpft.
Der Leader-Quadrant ist hart umkämpft.
(Bild: ISG Research 2020)

Der ISG-Anbietervergleich führt Atos in vier sowie Cancom, Capgemini und Computacenter in jeweils drei Marktsegmenten als „Leader“ auf. Accenture, Deutsche Telekom, DXC Technology, Fujitsu, IBM und Microsoft werden in jeweils zwei Segmenten als „Leader“ genannt, Alcatel-Lucent, AppSphere, Baramundi, Bechtle, Cisco, Damovo, HCL, Ivanti, Matrix42, NTT Data, TeamViewer, VMware, Vodafone und Wipro in jeweils einem. Zudem werden Bechtle, Deutsche Telekom und Okta in jeweils einem Marktsegment als „Rising Stars“ bezeichnet. Nach ISG-Definition sind dies Unternehmen mit „vielversprechenden Portfolios“ und „hohem Zukunftspotenzial“.

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Leitender Redakteur