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Datacenter-Monitoring trifft auf Digitalen Zwilling

Betriebssoftware für Multi-Site- und Hyperscale-Rechenzentren

| Autor: Ulrike Ostler

Schneider Electric und Aveva arbeiten zusammen.
Schneider Electric und Aveva arbeiten zusammen. (Bild: Aveva)

Aveva ist eine Software-Company, an der Schneider Electric zu 60 Prozent beteiligt ist. Während Aveva hauptsächlich Kunden aus der Industrie bedient, ist Schneider Electric bereits im Rechenzentrumsmarkt bekannt. Jetzt stellen die Unternehmen ein gemeinsames End-to-End-System für Multi-Site- und Hyperscale-Rechenzentren vor.

Der Digitale Zwilling sei heute das Stichwort, das die meisten seiner Kunden attraktiv fänden, erläutert Hans Bosboom, Business Development Director bei Aveva, zuständig für den Bereich Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA). Dieser biete Möglichkeiten der Entwicklung von Anlagen und Prozessen sowie deren Überwachung und Optimierung – und jetzt eben auch von Rechenzentren.

Ergänzendes zum Thema
 
Über Aveva

In einer globalen Studie von Aveva, die unter 1.240 Entscheidungsträgern aus neun verschiedenen Branchen und zehn Ländern in EMEA, Nordamerika und APAC-Ländern erfolgte, ist nach den wichtigsten Investitionen für die digitale Transformation gefragt worden. Die Ergebnisse zeigen, dass es eine große Nachfrage aus allen Branchen und Märkten nach Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) und der Datenvisualisierung gibt. 75 Prozent der Befragten stimmten zu, Investments in KI und Datenanalytik priorisieren zu wollen.

In Europa korreliert der Schwerpunkt der Investitionen eng mit dem globalen Trend. Am wichtigsten werden Investitionen in KI angesehen, dicht gefolgt von Advanced Process and Engineering Design und Cybersecurity:

  • Investitionen in KI und Analytik sind in Großbritannien am höchsten (79 Prozent), gefolgt von Advanced Process and Engineering Design (75 Prozent), sowie von Cybersecurity und Big Data Processing an dritter Stelle (72 Prozent).
  • Ein ähnliches Bild ergibt sich in Frankreich mit KI und Analytik an erster Stelle (76 Prozent), gefolgt von Advanced Process and Engineering Design (75 Prozent) und Cybersecurity an dritter Stelle (72 Prozent).
  • Deutschland bewertet das Advanced Process and Engineering Design deutlich höher (82 Prozent), gefolgt von KI und Analytics and Cybersecurity (75 Prozent).
  • Sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien ist das Big Data Processing für 72 Prozent aller Befragten ein Schwerpunkt; nach Indien (73 Prozent) der zweithöchste Wert weltweit.

(weitere Ergebnisse siehe Kasten)

Die Trends im Rechenzentrumsbetrieb

Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Last, die in den Rechenzentren verarbeitet wird, sondern auf die Steuerung, die Verwaltung des Rechenzentrumsbetriebs selbst. „Da gibt es kaum Unterschiede zu den Anlagen in der Öl- und Gasindustrie“, sagt Bosboom. „Allerdings“, so setzt er hinzu, „wenn man wie ich aus dem Industriesektor kommt, wundert man sich“, wie wenig die Datacenter-Betreiber eigentlich über das Geschehen in ihren Anlagen Bescheid wissen.“

„Ecostruxure“ von Schneider Electric wird in das „Aveva Unified Operations Center“ integriert.
„Ecostruxure“ von Schneider Electric wird in das „Aveva Unified Operations Center“ integriert. (Bild: Aveva)

Die Echtzeitdaten, die die meisten Systeme lieferten, machten nur ein Drittel aller Daten insgesamt aus. Es fehle zumeist der Durchgriff auf die Produkt- und Stammdaten. Während sich die Werkzeuge von Schneider Electric hauptsächlich das Monitoring ermöglichten, könnten die Werkzeuge von Aveva zur Planung von Workflows oder für die Schulung des Personals genutzt werden. Aus der Historie wiederum ließen sich unter anderem durch den Einsatz von KI Prognosen über anstehende Probleme ableiten: „Predictive Maintenance ist hier das Stichwort.“

Die Komplexität des Betriebs und der Wartung von Rechenzentren im Hyperscale-Maßstab stelle an sich bereits eine Herausforderung dar. „Da geht es um 10.000 verschiedene Objekte“, so Bosboom. Um möglichst tiefe Einblicke in den täglichen Betrieb zu ermöglichen, werden nun die Tools der Software „Ecostruxure“ von Schneider Electric in das „Aveva Unified Operations Center“ integriert.

Die Integration der Tools

Die gemeinsamen Angebote sollen eine einheitliche Sicht auf Technik, Betrieb und Leistung in einer heterogenen Infrastruktur bieten. Anbieter von Hyperscale-Rechenzentren könnten profitieren, indem sie Plattformen und Datensätze verbinden, die zuvor in unterschiedlichen Systemen existierten, unabhängig von der Anzahl der Niederlassungen oder dem globalen Standort.

Die Kombination der skalierbaren Industriesoftware von Aveva mit den Steuerungs- und Überwachungsfunktionen von „Ecostruxure“ für Rechenzentren von Schneider Electric ermöglicht tiefe Einblicke in den täglichen Betrieb.
Die Kombination der skalierbaren Industriesoftware von Aveva mit den Steuerungs- und Überwachungsfunktionen von „Ecostruxure“ für Rechenzentren von Schneider Electric ermöglicht tiefe Einblicke in den täglichen Betrieb. (Bild: Aveva)

Eine wesentliche Voraussetzung ist laut Bosboom jedoch eine einfache Oberfläche. Hier erlaube ein „digitaler Zwilling“ remote durch das Rechenzentrum zu laufen. Selbst Audits ließen sich auf diese Weise remote erledigen, was derzeit während der Corona-bedingten Beschränkungen ein durchaus überzeugendes Argument sei.

Philippe Delorme, Executive Vice President of Energy Management bei Schneider Electric, erläutert einen weiteren Vorteil: Die Software könne „Daten, die lange Zeit in einzelnen Rechenzentren verwaltet wurden, oft in Silo-Subsystemen, aufnehmen. Sie kann diese Daten über mehrere Standorte hinweg normalisieren und schließlich die IT/OT/IoT-Integration auf Unternehmensebene unterstützen, um eine Entscheidungsfindung in Echtzeit zu ermöglichen.“

Ergänzendes zum Thema
 
Ergebnisse der Aveva-Studie

Predictive Maintanance

Letztlich soll das Aveva-Schneider-Electric-Angebot den Datacenter-Mitarbeitern ermöglichen, schnellere und fundiertere Entscheidungen zu treffen und die Anlagen- und Betriebseffizienz während des gesamten Lebenszyklus des Rechenzentrums zu optimieren.

Zu den Ankündigungen, die Aveva jüngst veröffentlicht hat, gehören somit präskriptive Fähigkeiten im Asset Portfolio Management (APM): „APM-Assessment“, „Asset Strategy Optimization“ sowie „Asset Strategy Library“.

Die Funktionen sollen Unternehmen erlauben, „ein höheres Level von Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Sicherheit und Effizienz im Betrieb ihrer Anlagen“ zu erreichen. Sie bewegten sich damit „von einer reaktiven und vorausschauenden zur proaktiven Prescriptive Maintenance“. Bei den Analysten von Frost & Sullivan finden die Bemühungen Anerkennung. Sie zeichnen Aveva in ihrem „Global Asset Performance Management Market Report“ im Bereich von 1,2 Milliarden Dollar aufgrund seines Beitrags zur vierten industriellen Revolution und den Digitalisierungstrends aus.

Das Asset Management Tool von Aveva

Das APM-Assessment von Aveva soll sich nach eigenen Angaben gegenüber den aktuellen Maßnahmen eines Unternehmens abheben, indem es eine umfassende Roadmap bereitstellt, die Mitarbeiter, Prozesse und Technologien umfasst. Diese Metriken, einschließlich der möglichen Anlagenausfälle, werden im Optimierungs-Tool verwendet, um Risiko, Kosten und Leistung der Anlagen miteinander auszugleichen. Dies ermöglicht es Unternehmen, Maintenance-Investments zu priorisieren und die effektivste Strategie für die Mitarbeiter anzuwenden.

Die KI-basierte Software wird zudem mit der Asset-Bibliothek kombiniert. Das erlaubt den Kunden von der Feststellung von Anomalien zur Prescriptive Maintenance überzugehen und Ergebnisse gezielt zu steuern.

Weitere Informationen zum AVEVA Unified Operation Center für Rechenzentren finden Sie hier. Für weitere Informationen über Schneider Electric EcoStruxure für Rechenzentren und Unterstützung bei der Bereitstellung klicken Sie hier.

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