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AWS Summit 2018

VMware und AWS ebnen den Weg in die Cloud

| Autor: Michael Hase

Christian Gehring (l.), Presales Director bei VMware, und Klaus Bürg, Deutschlandchef bei AWS, erläuterten die Möglichkeiten von VMware Cloud on AWS.
Christian Gehring (l.), Presales Director bei VMware, und Klaus Bürg, Deutschlandchef bei AWS, erläuterten die Möglichkeiten von VMware Cloud on AWS. (Bild: Michael Hase)

Die Verfügbarkeit von VMware Cloud on AWS in der Region Frankfurt war die News des Tages auf dem AWS Summit 2018 in Berlin. Damit soll es nun auch für deutsche Kunden – ebenso wie für Systemhäuser, die sie betreuen – einfacher werden, ihre IT in die Cloud zu erweitern. Die Meinungen der Partner sind geteilt.

Die Technologiepartnerschaft von VMware und AWS ist auf dem europäischen Kontinent angekommen. Ihr gemeinsames Projekt, mit dem sie das Virtualisierungsportfolio des Software-Anbieters auf die Plattform des Hyperscalers bringen, zählt zu den spannendsten Kooperation der IT-Branche. VMware Cloud on AWS ist seit dem 7. Juni in der Region Frankfurt verfügbar, nachdem das Angebot im August 2017 in den USA und im März dieses Jahres in London live geschaltet wurde.

Die Neuigkeit wurde pünktlich zum AWS Summit in Berlin bekanntgegeben. Klaus Bürg, Geschäftsführer bei AWS Deutschland, sprach von einer „strategisch wichtigen Ankündigung“. Die Zusammenarbeit mit dem Partner bezeichnete er als „Joint-Engineering-Projekt, das es so nicht noch einmal gibt“. Da beide Unternehmen einen großen Teil ihres Geschäfts, VMware in Deutschland sogar den weitaus überwiegenden Teil, indirekt erzielen, ist das Angebot auch für deren Partnerkanäle relevant. Vor allem bei größeren Häusern gibt es dort Überschneidungen.

Mit VMware Cloud on AWS lassen sich die Kernbestandteile des VMware-Portfolios für Server (vSphere), Storage (vSan), Netzwerk (NSX) und Enduser Computing (Horizon) nativ in der AWS-Cloud nutzen. Technologische Grundlage dafür ist, dass der Hypervisor des Herstellers direkt auf der Hardware des Hyperscalers aufsetzt („Bare Metal“). Durch die Integration sollen sich Workloads, die On Premises auf einer VMware-Infrastruktur betrieben werden, einfach in die Cloud verschieben lassen. Vertrieben wird die Lösung durch den Software-Anbieter, der auch für den Support verantwortlich zeichnet.

Neue Möglichkeiten

Im Rahmen eines Pressegesprächs erläuterte Christian Gehring, Presales Director bei VMware Deutschland, gemeinsam mit Bürg die Möglichkeiten, die sich mit der Verfügbarkeit in der Region Frankfurt bieten. Demnach sind deutsche VMware-Kunden nun in der Lage, Legacy-Anwendungen sukzessive in die Cloud zu migrieren. Zudem können sie Notfallrechenzentren auf der AWS-Plattform aufbauen, ohne für „Tausende schlafender VMs“ eine physische Infrastruktur vorhalten zu müssen. Als weiteres Szenario, das sich für Kunden vereinfachen soll, nannte Gehring die Bereitstellung digitaler Arbeitsplätze aus der Cloud.

Da Virtualisierungsprodukte von VMware in rund 90 Prozent aller Rechenzentren im Einsatz ist, knüpfen die Technologiepartner große Erwartungen an den Markterfolg des Angebots. Nach Einschätzung Bürgs haben sich in Deutschland die Zweifel am Nutzen der Cloud weitgehend zerstreut: „Die Frage ist nicht mehr, ob man in die Cloud geht, sondern nur noch wie.“ Für viele Unternehmen stelle sich aber nach wie vor der erste Schritt als schwierig dar, beobachtet der AWS-Geschäftsführer. Dank der gemeinsam mit VMware entwickelten Technologie biete sich ihnen jetzt „ein einfacher Weg, ihre IT in die Cloud zu überführen“.

Für AWS-Partner erwartet Bürg von der Verfügbarkeit des Angebots „neue Geschäftsmöglichkeiten, weil sich dadurch der Kundenkreis vergrößert“. Großes Potenzial sieht auch Gehring für den Channel des Virtualisierungsspezialisten, der allein in Deutschland mit rund 6.000 Systemhäusern, Service Providern und anderen Unternehmen zusammenarbeitet. „Wir werden unsere Partner trainieren und dazu motivieren, ihren Kunden diese Lösung anzubieten.“

Begeisterung bei Partnern

Einige Partner äußerten sich begeistert zu der Berliner Ankündigung. Thomas Ebbers, Chief Product Officer bei PlusServer, bezeichnete die Kooperation der beiden Anbieter „als strategisch wichtigen Schritt im Hinblick auf hybride Cloud-Szenarien“. Der Kölner Hosting und Managed Cloud Provider betreibt nach eigenen Angaben eine der größten VMware-Plattformen in Europa und gehört außerdem dem AWS Partner Network an. „Somit können unsere Kunden von einer schnelleren und einfacheren Migration von Workloads in die Cloud profitieren, da bestehende Lösungen nicht eigens angepasst werden müssen.“

Die einheitliche Plattform biete Kunden zudem die Option, innovative Services von AWS in ihre IT zu integrieren, führt Ebbers weiter aus. Eine spannende Möglichkeit sieht der Manager auch in Disaster-Recovery-Szenarien auf Basis von VMware-Technologien in Kombination mit AWS-Services.

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„Mit der regionalen Verfügbarkeit von VMware Cloud auf AWS können unsere Partner eine ganze Reihe von Vorteilen nutzen“, sagt auch Paul Mathes, Business Developement Manager Software & Solution bei Tech Data. Der Münchner Distributor hat beide Anbieter im Portfolio. Die Integration der VMware-Technologie in die Plattform des Hyperscalers erlaube es Systemhäusern, ihr gesamtes Virtualisierungs-Knowhow und ihre Erfahrung in Cloud-Migrations-Projekte einzubringen. Sämtliche Schulungen behielten ihren Wert.

Darüber hinaus erwartet die VMware-Partner nach Mathes' Worten ein breites Angebot an Diensten, die viele innovative Funktionalitäten bieten. Einen Vorteil, den die Lösung aus Kundenperspektive bietet, sieht der VMware-Experte darin, dass bei der Erweiterung eines Rechenzentrums in die Cloud „keine Hardware bereitgestellt, modernisiert oder speziell aufgerüstet werden muss“.

Sägen am eigenen Ast

Skeptischer äußert sich Christoph Waschkau, Geschäftsführer bei Vintin. Der Dienstleister aus dem fränkischen Sennfeld ist ebenfalls VMware- und AWS-Partner. Nach Einschätzung des IT-Profis hat die Lösung primär einen psychologischen Effekt auf Mitarbeiter aus der klassischen IT, für die die Umgebungen der Hyperscaler oft noch ungewohnt seien. Mit VMware Cloud on AWS könnten sie nun ihre Workloads „weiter auf den ihnen vertrauten virtuellen Maschinen und innerhalb des gewohnten Managements betreiben, nur dass die Ressourcen von einem Hyperscaler kommen“.

Auf diese Weise nutze man zwar einige spannende Möglichkeiten der Cloud und erhalte Zugang zu Innovationen, so Waschkau weiter. Er wendet jedoch ein, das sich das eigentliche Potenzial des Modells „erst dann erschließt, wenn man innovative Technologien und Dienste wie Datenbanken, Container oder Serverless Computing in AWS einsetzt“. Erst durch die Nutzung von Services lasse sich IT „wesentlich granularer, Business-näher und vor allem kostengünstiger bereitstellen“.

Der Vintin-Manager erwartet, dass VMware-Kunden, die jetzt in die Cloud gehen, diese Vorteile über kurz oder lang für sich entdecken werden. „Wenn sie dann den Schritt weg von den VMware-Maschinen hin zu Services oder den günstigen VMs von Amazon gehen, sägt sich der Anbieter mit den derzeit in AWS bereitgestellten Lösungen selbst den Ast ab, auf dem er sitzt.“

Verträge nach EU-Recht

Vor dem Hintergrund der DSGVO ist eine weitere Neuigkeit, die auf dem AWS Summit angekündigt wurde, relevant. So gründet der Hyperscaler zum 1. Juli eine europäische Organisation als Legal Entity. Dadurch ändert sich für Kunden und Partner, die Geschäft mit AWS machen, der Vertragspartner. Bisher war das die Corporation in den USA. Künftig schließen sie Verträge mit der europäischen AWS-Organisation, sodass die Vereinbarungen unter EU-Recht fallen.

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