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Studie von Computacenter und PAC

Veraltete Technik und frustrierte Mitarbeiter

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Heidi Schuster / Heidemarie Schuster

Rund 60 Prozent der von PAC und Computacenter befragten Mitarbeiter finden ihre heutige IT-Arbeitsumgebung für „nicht zeitgemäß“.
Rund 60 Prozent der von PAC und Computacenter befragten Mitarbeiter finden ihre heutige IT-Arbeitsumgebung für „nicht zeitgemäß“. ( © artstudio_pro - Fotolia)

Das Arbeitsumfeld, in dem Mitarbeiter heute tätig sind, ändert sich rasant – doch die IT-Ausstattung kann bei dem Tempo nicht mithalten: So lautet die Kernaussage einer Studie, die Computacenter gemeinsam mit dem Analystenhaus Pierre Audoin Consultants (PAC) durchgeführt hat.

Laut einer Studie von Computacenter und PAC, für die 250 Mitarbeiter aus mittleren und großen Unternehmen befragt wurden, verliert der Büroarbeitsplatz zunehmend an Bedeutung. So verbringen drei Viertel der befragten Mitarbeiter heute einen Teil ihrer Arbeitszeit außerhalb des Büros. 46 Prozent von ihnen arbeiten regelmäßig von unterwegs, 42 Prozent auch im Home Office, 33 Prozent ab und an bei Kunden und 55 Prozent auch aus anderen Niederlassungen. Insgesamt verbringen Mitarbeiter lediglich 70 Prozent ihrer Arbeitszeit am klassischen Büroarbeitsplatz.

Gleichzeitig hat der Studie zufolge der Zeitaufwand für nicht-produktive Tätigkeiten wie Recherchearbeiten, Informationsaustausch oder Selbstverwaltung zugenommen. Als größter Produktivitätskiller wird dabei die Bearbeitung von E-Mails empfunden: zwei Drittel berichten hier von einem zunehmenden Aufwand. „Die Befragungsergebnisse liefern einen klaren Beleg für den Wandel der Arbeitswelt“, so Dr. Andreas Stiehler, Principal Analyst bei PAC. „Die Zahlen untermauern das in der Praxis erlebte: Die Mobilität der Mitarbeiter und die Bedeutung alternativer Arbeitskonzepte nehmen zu.“

Chronische Überlastung

Die Folge: Mitarbeiter seien chronisch überlastet und hätten weniger Zeit für produktive Tätigkeiten, Kernaufgaben und Innovationen. „Unternehmen sollten diese Entwicklung sehr kritisch sehen“, so Jochen Rapp, Solution Manager bei Computacenter und verantwortlich für den „zeitgemäßen Arbeitsplatz“. „Der hohe Aufwand für nicht-produktive Tätigkeiten führt dazu, dass Mitarbeiter nicht nur unproduktiv, sondern auch unzufrieden sind. Das Potenzial für die Steigerung von Produktivität und Innovationsfähigkeit liegt also insbesondere in der Entlastung von Routinetätigkeiten.“

IT-Arbeitsausstattung frustriert

Trotz steigender Anforderungen müssen sich laut der Studie zwei Drittel der Mitarbeiter weiter mit dem „üblichen Standard“ begnügen. Folglich halten rund 60 Prozent der Mitarbeiter ihre heutige IT-Arbeitsumgebung für „nicht zeitgemäß“ und knapp jeder fünfte empfindet seine IT-Arbeitsausstattung sogar als frustrierend. Eine Modernisierung der IT-Arbeitsumgebungen ist in der Mehrheit der Unternehmen angezeigt.

Ein Teil der Mitarbeiter verspürt beim Thema Arbeitsplatzausstattung offensichtlich einen solch hohen Leidensdruck, dass jeder sechste auf eigene Kosten in eine Verbesserung investiert. Die Nutzung privater Technik und öffentlich zugänglicher IT-Anwendungen zieht wiederum einen weiteren Wildwuchs in der IT nach sich, der zusätzlich für Unzufriedenheit und Ineffizienz sorgt. Um die damit einhergehenden Risiken zu begrenzen, müssen Alternativen geschaffen sowie die Eigeninitiativen der Mitarbeiter in entsprechenden Strategien und Richtlinien berücksichtigt werden, so Computacenter.

Bedarf an Werkzeugen

Eine weitere wichtige Facette von „Bring Your Own“ ist der zunehmende geschäftliche Einsatz von Anwendungen, die im Internet oder in App Stores frei verfügbar sind. 20 bis 26 Prozent der Befragten greifen im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit auf solche Angebote zurück, was Unternehmen laut Computacenter zu denken geben sollte. Denn dies zeigt auch einen konkreten Bedarf: Etwa jeder dritte Mitarbeiter wünscht sich (zusätzliche) Werkzeuge zur Unterstützung der Zusammenarbeit, insbesondere zur gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten und zum Austausch von Wissen. „Die zunehmende Nutzung öffentlich zugänglicher Anwendungen und Dienste auf mobilen Endgeräten des Unternehmens birgt aber ähnliche Sicherheitsrisiken wie die berufliche Nutzung privater Endgeräte“, betont Rapp. Die Studie zeigt aber, dass frei zugängliche Anwendungen in IT-Richtlinien oft noch ausgeklammert oder entsprechende Regeln nicht klar kommuniziert werden. So ist der Anteil der Befragten, die keine entsprechenden Richtlinien kennen, mit 29 Prozent überproportional hoch.

Fazit von Computacenter und PAC

Die Studie unterstreiche die Notwendigkeit zur Modernisierung und zeitgemäßen Gestaltung von IT-Arbeitsumgebungen. „Die Aussagen der Befragten liefern klare Belege für die steigende Komplexität der IT-Arbeitsumgebungen. Diese bestehen nicht mehr nur aus fest installiertem PC, Office-, E-Mail- und Fachanwendungen“, so Stiehler.

„Administratoren müssen heute mit einer Vielzahl von Gerätetypen und Anwendungen jonglieren. Um den Mitarbeitern das Leben zu erleichtern und den ‚Geräte- und Anwendungs-Zoo’ vernünftig zu managen, sind ganzheitliche Strategien geradezu zwingend.“ Diese zu entwickeln, umzusetzen und damit auch die Mitarbeiter effizienter zu machen, sei Aufgabe der IT-Verantwortlichen. □

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