Japanische Allianz mit Nvidia für Physical AI und Robotik Fujitsu gründet Bündnis für intelligente Roboter

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Fujitsu, der Mutterkonzern von Fsas Technologies, hat in Japan eine Allianz für die Entwicklung von Physical AI ins Leben gerufen. Neben den japanischen Roboterherstellern Fanuc, Yaskawa und Kawasaki Heavy Industries ist auch Nvidia mit von der Partie.

Die Künstliche Intelligenz soll der Roboterentwicklung einen großen Schub verschaffen. Dabei wachsen IT und Robotik noch weiter zusammen. In Japan kooperiert Fujitsu mit Nvidia und drei führenden Herstellern von Robotern.(Bild: ©  IM Imagery - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die Künstliche Intelligenz soll der Roboterentwicklung einen großen Schub verschaffen. Dabei wachsen IT und Robotik noch weiter zusammen. In Japan kooperiert Fujitsu mit Nvidia und drei führenden Herstellern von Robotern.
(Bild: © IM Imagery - stock.adobe.com / KI-generiert)

Japan gehört zu den Ländern, die am stärksten mit einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung zu kämpfen haben. Die Fertilitätsrate lag 2024 nur noch bei 1,2 und damit unter der Deutschlands. Bis zum Jahr 2050 könnte die Bevölkerung des Landes um 20 Prozent abnehmen, bereits 2030 könnte ein Drittel der Menschen im Rentenalter sein. Die daraus resultierenden Probleme des Mangels an Arbeitskräften und vieler pflegebedürftiger Menschen sollen durch Digitalisierung und KI gelöst werden: Intelligente Roboter sollen die anfallenden Arbeiten erledigen.

Physical AI als Lösung

Der japanische Fujitsu-Konzern sieht hier nicht nur eine gesellschaftliche Anforderung, sondern auch neue Geschäftsmöglichkeiten, die gemeinsam mit Partnern aus der japanischen Industrie und mit Nvidia erschlossen werden sollen. Das Ziel sei dabei, eine Gesellschaft aufzubauen, in der Menschen und Roboter koexistieren und zusammenarbeiten.

Die Kooperationspartner aus der Robotik sind mit Fanuc, Kawasaki Heavy Industries und der Yaskawa Electric Corporation drei Schwergewichte unter den japanischen Roboterherstellern. Sie sollen dabei unterschiedliche Anwendungsfelder bedienen: Fanuc als weltweit größter Hersteller von Industrierobotern diesen Sektor, Yaskawa den Logistik-Sektor und Kawasaki Heavy Industries soll intelligente Roboter für das Gesundheitswesen entwickeln. Fujitsu soll die Softwareplattformen und Hardwareschnittstellen entwickeln, die als gemeinsame Grundlage für Physical AI dienen. Dabei kommen etliche Nvidia-Technologien zum Einsatz: die offenen Isaac-Plattform für die Entwicklung von KI-gestützten Robotern, Omniverse für Simulation und digitale Zwillinge sowie die ebenfalls offene Newton Physics Engine um Lernen, Validierung und Optimierung in der Robotik zu vereinfachen. Fujitsu bezeichnet das als „Sim2Real“ (Simulation to Reality). Zudem will Fujitsu die von Nvidia für Physical AI entwickelten Cosmos-Foundation-Modelle in soziophysischen Simulationen nutzen, um damit Ereignisse in realen Umgebungen besser zu verstehen und vorherzusagen.

Kozuchi Physical OS und Monaka von Fujitsu

Bei dem japanischen Physical-AI-Bündnis mit Beteiligung von Nvidia kommen die Roboter für die verschiedenen Einsatzbereiche von Fanuc, Yaskawa und Kawasaki Heavy Industries. Fujitsu stellt das Kozuchi Physical OS mit dem Takane-LLM sowie die Monaka-CPU, Nvidia die Roboter-Entwicklungsplattform Isaac, Omniverse für Simulation und digitale Zwillinge sowie die Physics-Engine Newton.(Bild:  Fujitsu)
Bei dem japanischen Physical-AI-Bündnis mit Beteiligung von Nvidia kommen die Roboter für die verschiedenen Einsatzbereiche von Fanuc, Yaskawa und Kawasaki Heavy Industries. Fujitsu stellt das Kozuchi Physical OS mit dem Takane-LLM sowie die Monaka-CPU, Nvidia die Roboter-Entwicklungsplattform Isaac, Omniverse für Simulation und digitale Zwillinge sowie die Physics-Engine Newton.
(Bild: Fujitsu)

Der Kern der Fujitsu-Lösung ist das Kozuchi Physical OS, das der Konzern gemeinsam mit der Carnegie Mellon University entwickelt. Es soll eine Orchestrierungsebene darstellen und Roboter, Sensoren, Systeme und physische Räume integrieren. Seine Aufgabe ist das Verständnis der vorgegebenen Aufgaben und die Planung der Aktionen der Roboter. Dabei kommen spezialisierte Varianten von Fujitsus eigenem Takane-LLM zum Einsatz. Dafür nutzt es zwei Komponenten: Brain Intelligence stellt Plugins für die KI-Modelle von Robotern bereit, um diese beim Lernen zu unterstützen und Erkenntnisse aus der Simulation bereitzustellen, World Intelligence stellt Umweltinformationen aus einem Weltmodell, soziophysischen Simulationen und Sensordaten bereit. Das Kozuchi Physical OS soll auf einer souveränen Cloud laufen, wobei Fujitsus kommende Monaka-Prozessoren verwendet werden. Die Aufgabenstellungen für das Kozuchi Physical OS kommen wiederum aus verschiedenen Business-Anwendungen wie Management-Systemen für die industrielle Produktion, die Logistik oder das Gesundheitswesen.

Derzeit ist das Projekt noch in der Planungsphase. Fujitsu führt Gespräche mit den beteiligten Unternehmen, um einen Fahrplan für die konkrete Technologieentwicklung und Geschäftserweiterung erarbeiten. Laut Takahito Tokita, Representative Director, Chief Executive Officer von Fujitsu, soll das Projekt nicht auf Japan beschränkt bleiben. Tokita sagt dazu, die beteiligten Unternehmen wollen „eine neue soziale Infrastruktur schaffen, in der Menschen und Roboter in verschiedenen Branchen, darunter Fertigung, Logistik und Gesundheitswesen, zusammenarbeiten. Darüber hinaus werden wir durch die Nutzung von fortschrittlichen Technologien von Nvidia für Physical AI eine kollaborative Steuerungsplattform entwickeln, die Geschäftsanwendungen nahtlos mit Technologien zur Steuerung von Robotern verbindet, und deren Einsatz weltweit vorantreiben.“

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