Cybersicherheit bei geringer Personalstärke Sechs Tipps für mehr Cyberresilienz in der Sommerpause

Von Agnes Panjas 2 min Lesedauer

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Sommerzeit ist Cyber-Risikozeit: Nicht mehr Angriffe sind das Problem, sondern weniger Personal. Hacker nutzen diese Lücke gezielt. Mark Molyneux, Field CTO bei Commvault, zeigt mit sechs Tipps, wie Unternehmen trotz dünner Personaldecke cyberresilient bleiben.

Cyberangriffe kennen keine Sommerpause, ganz im Gegenteil. Hacker nutzen die dünne Personaldecke gerne aus. (Bild:  Gemini / KI-generiert)
Cyberangriffe kennen keine Sommerpause, ganz im Gegenteil. Hacker nutzen die dünne Personaldecke gerne aus.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Statistisch gesehen gibt es im Sommer keine allgemeine Angriffswelle. Dennoch wissen Cyberkriminelle genau, wann Hotels voll belegt sind, und nehmen gezielt Buchungs- und Check-in-Systeme ins Visier, um den Umsatz der Hochsaison zu erbeuten. In der Logistik reicht in der Sommerzeit oft schon eine kompromittierte Schnittstelle für den Datenaustausch, um ganze Lieferketten zum Stillstand zu bringen. Dabei nutzen Angreifer die sommerliche Unterbesetzung aus – etwa durch Phishing-Anrufe bei Urlaubsvertretungen, um sich Zugang zu verschaffen.

Wenn die Mehrheit des IT-Teams dann noch im Urlaub ist, kann der Angriff schnell zum Desaster werden. Das Kernproblem ist häufig weniger der Personalmangel an sich, sondern eine lückenhafte Organisation: Wenn für Schlüsselrollen wie Admins keine Stellvertreter definiert sind oder das Vier-Augen-Prinzip durch Abwesenheiten ausgehebelt wird, ist eine schnelle Wiederherstellung von vornherein blockiert.

 Mark Molyneux ist Field CTO bei Commvault. (Bild:  Commvault)
Mark Molyneux ist Field CTO bei Commvault.
(Bild: Commvault)

Um sicher durch die riskante Urlaubszeit zu navigieren, raten Experten wie die ENISA zu einer klaren Strategie: gründliche Vorbereitung vor dem Sommer, verschärfte Kontrollen während der Abwesenheiten und eine anschließende Analyse der „Lessons Learned“, um die Abwehr für die nächste Urlaubssaison im Winter direkt zu härten. Mark Molyneux, Field CTO bei Commvault, kennt sechs Tipps, die IT-Verantwortlichen dabei helfen können, sich auf die riskante Sommerpause vorzubereiten.

Sechs Tipps für Zeiten mit geringer Personalstärke

  • 1. „Reduced Staff Operating Mode“ offiziell ausrufen: Für Juli und August sollte ein definierter Sommer-Betriebsmodus erläutert werden. Dazu zählt die Festlegung klarer Rollen, Verantwortlichkeiten und Vertretungen. Zudem sollten kritische Services priorisiert und Minimalvorgaben für die Betriebsfähigkeit sowie Eskalationszeiten definiert werden, um Wissensmonopole während der Urlaubszeit zu vermeiden.
  • 2. Stellvertreterregelungen und Vier-Augen-Prinzip durchsetzen: Kein kritischer Prozess darf von einer einzelnen Person abhängen. Für alle Schlüsselbereiche – von Administratoren und SOC über Netzwerk, Backup und Cloud bis hin zu Finanzen – sollten benannte Vertreter etabliert sein. Privilegierte Konten sind regelmäßig zu validieren.
  • 3. Patch- und Schwachstellenüberwachung aktiv halten: Da KI-Modelle das Aufdecken von Lücken beschleunigen, dürfen kritische Schwachstellen nicht bis nach den Ferien warten. Tägliche Checks von Threat-Feeds gehören daher zum Pflichtprogramm. Risiken sollten sofort priorisiert und kompensierende Maßnahmen getestet und implementiert werden.
  • 4. Change-Freeze für Nicht-Kritisches verhängen: Frieren Sie unkritische Änderungen für die Urlaubszeit ein. Nur Notfallprozesse für kritische Patches und Vorfälle sollten aufrechterhalten werden – natürlich unter Einhaltung definierter Verfahren mit Risikoanalyse, Tests, Dokumentation und Rollback-Optionen.
  • 5. Backup und Recovery einem Härtetest unterziehen:
  • 6. Es soll sich nicht darauf verlassen werden, dass Backups nur „laufen“. Vor dem Sommer ist zwingend zu prüfen, ob kritische Dienste tatsächlich wiederhergestellt werden können. Dazu gehören Restore-Tests, Integritätsprüfungen, der Einsatz von Offline-/Immutable-Kopien sowie der Zugriff auf Recovery-Dokumentation auch ohne verfügbares Netzwerk.
  • 7. Incident-Response-Runbooks praktisch durchspielen: Vor der Ferienzeit sollten Tabletop-Übungen für mindestens drei Kernszenarien durchgeführt werden: Phishing/Account-Takeover, Ransomware/Backup-Manipulation und kritische Cloud-Ausfälle. Hierfür können getestete Playbooks genutzt und „Lessons Learned“ gemäß den ENISA-Empfehlungen integriert werden.

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