Definition Was ist die ENISA?

Redakteur: Sarah Gandorfer

Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit – kurz ENISA – mit Sitz in Heraklion auf Kreta berät private und öffentliche IT-Nutzer sowie Betreiber von IT-Lösungen und setzt sich aktiv für Cybersicherheit in Europa ein. Sie soll ein Frühwarnsystem schaffen.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Bei der ENISA werden mögliche Risiken im Bereich der IT-Infrastruktur des privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereichs analysiert, um wirksame Schutzmechanismen zu schaffen. Hierbei wird sowohl die technische Seite möglicher Bedrohungsszenarien beleuchtet als auch Wert auf eine vielschichtige Information der Nutzer gelegt. Zugleich unterstützt die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit das Europäische Parlament, die EU-Kommission und relevante Stellen in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Hinzu kommt die Entwicklung und Evaluation von Standards und Normen im Bereich der Informationstechnologie sowie der Aufbau eines effizienten Risikomanagements.

Probleme erkennen, gezielt handeln

Eine der grundlegenden Aufgaben der ENISA ist die Schaffung eines EU-weiten Frühwarnsystems gegen Cyberattacken. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass nicht nur die einzelnen Mitgliedsstaaten, sondern auch gesamteuropäische Institutionen und Behörden auf mögliche Probleme im Bereich von Netzwerken, Serverstandorten oder Endnutzerarbeitsplätzen vorbereitet sind und Angriffe schnell und wirkungsvoll abwehren können. Um dieses Ziel zu erreichen werden unter anderem europaweite Übungen zu möglicherweise infrage kommenden Attacken durchgeführt und dabei auftretende Hürden und Hindernisse eingehend analysiert. Durch die Erarbeitung gemeinsamer Abwehrpläne soll dann ein im Idealfall vollständiger Schutz gegen die Zerstörung oder den Abfluss von Informationen geschaffen werden.

Viele Akteure profitieren von der ENISA

Die ENISA unterstützt Akteure vor allem aus den folgenden Bereichen:

  • Regierungsdienststellen der Länder der Europäischen Union
  • Sonstige EU-Institutionen
  • Unternehmen und Anbieter aus den Segmenten Telekommunikation, Internet, IT-Anwendungen
  • Unternehmen jeder Größenordnung im IT-Betrieb
  • IT-Notfall- und Krisenteams
  • Örtliche IT-Sicherheitsbeauftragte
  • Fachleute für Netzsicherheit

Durch die breite Aufstellung der Agentur und die vielfach hohe themenübegreifende Kompetenz der ENISA-Mitarbeiter lassen sich auch besonders herausfordernde Fragen oft rasch klären.

Schon im Jahr 2004 gegründet

Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit wurde bereits im Jahr 2004 aufgrund einer immer weiter zunehmenden Digitalisierung privater und öffentlicher Stellen durch die Europäischen Union gegründet. Aktuell arbeiten bei der ENISA rund 65 Mitarbeiter in den Bereichen Cyberangriffsschutz, Cloud-Sicherheit und Datenschutz sowie elektronische Identifizierung. Neben dem Hauptsitz in der Hauptstadt der griechischen Insel Kreta betreibt die ENISA mehrere Büros in Athen. Nach und nach hat sich aus einer anfangs eher analysierend und beratend tätigen Einrichtung eine Agentur entwickelt, die zu einem festen Bestandteil der IT-Notfallvorsorge in Europa geworden ist und die sich bereits in vielen Fällen als überaus nützlich erwiesen hat.

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