Fritzbox-Router mit Glasfaser-Modem und Wi-Fi-6 Test: Wi-Fi-6-Fritzbox 5590 Fiber

Von Dr. Harald Karcher 10 min Lesedauer

Die schnellste Fritzbox heißt 5590 Fiber, sagte AVM beim Launch 2022. Das haben wir geprüft: Die Wi-Fi-6-Funkmodule der 5590 haben wir mit 11ax-Clients getestet und das integrierte FTTH-Modem an einer 2,5-Gigabit-Glasfaser von M-net. Wer aber noch gar keine Glasfaser hat, kann auch auf die Wi-Fi-7-Fritzboxen 5690 Pro oder 5690 XGS warten.

Die bekanntesten WLAN-Router mit integriertem Glasfaser-Modem sind (Stand: Juni 2023; v. l.): Die AVM Fritzbox 5530 Fiber, die 5590 Fiber und der Telekom Speedport Smart 4 Plus. (Bild:  AVM - Deutsche Telekom [M: Harald Karcher])
Die bekanntesten WLAN-Router mit integriertem Glasfaser-Modem sind (Stand: Juni 2023; v. l.): Die AVM Fritzbox 5530 Fiber, die 5590 Fiber und der Telekom Speedport Smart 4 Plus.
(Bild: AVM - Deutsche Telekom [M: Harald Karcher])

Endlich boomt nun auch in Deutschland der Glasfaser-Ausbau. Im Prinzip hat auch fast jeder irgendwie schon Glasfaser-Internet. Die Frage ist bloß: Reicht die Faser denn wirklich bis in (!) das Gebäude oder die Wohnung hinein? Oder nur bis irgendwo davor?

Endet die schnelle Faser etwa im grauen Multifunktionskasten auf dem Bürgersteig? Dann ist es FTTC alias Fiber to the Curb. Auf Deutsch: Glasfaser bis zur Bordsteinkante. Einige Haustür-Vertriebler verscherbeln das oft schon als echten Glasfaser-Anschluss. Das grenzt an Bauernfängerei: Denn wenn die letzten paar (hundert) Meter halt nur über verdrillte Kupferlitzen bis ins Haus übertragen werden, dann ist das in der Regel eben DSL oder VDSL, aber eben kein Glasfaser-Internet!

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Endet die Faser im Keller? Dann ist es immerhin schon FTTB alias Fiber to the Building. Doch die einzelnen Anschlüsse sind auch hier meist über Kupferlitzen angebunden, per DSL, VDSL oder G.fast.

Endet die Faser im Wohnraum? Dann ist es FTTH alias Fiber to the Home. Oder endet sie im Office-Building? Dann ist es FTTO alias Fiber to the Office. Oder noch eine Stufe besser: FTTD alias Fiber to the Desk, also Fiber bis zum Schreibtisch.

Glasfaser-Modem Extern vs. Intern

Doch selbst bei FTTH und FTTD bleibt die Frage: Endet die Glasfaser „nur“ in einem separaten Modem-Kästchen des Internet-Anbieters? Dann wird der WLAN-Router meist nur per LAN-Kabel an dieses Kästchen angebunden.

Oder endet die Glasfaser wirklich direkt (!) im WLAN-Router? Dann haben wir die reinste Form eines Glasfaser-Anschlusses. Zu diesem Zwecke muss der Router aber ein intern verbautes Glasfaser-Modem haben, und der Provider muss dem Kunden erlauben, die Faser direkt bis in den FTTH-Router hineinzuführen: Letzteres klingt zwar selbstverständlich, muss vom Internet-Kunden in der Praxis aber oft hart ernörgelt oder gar mittels öffentlichen Druckes über Soziale Medien erzwungen werden.

Drei gängige WLAN-Router mit Fiber-Modem

Die Zahl der WLAN-Router mit integriertem Fiber-Modem ist noch sehr überschaubar: Am deutschen Markt dominieren im Juni 2023:

  • Die kleine Wi-Fi-6-Fritzbox 5530 Fiber um circa 170 Euro.
  • Die größere Wi-Fi-6-Fritzbox 5590 Fiber um circa 250 Euro.
  • Der Wi-Fi-6-Telekom Speedport Smart 4 Plus für genau 239,99 Euro.

In den nächsten Monaten dürften mindestens zwei weitere Fiber-Boxen dazukommen:

  • Die Wi-Fi-7-Fritzbox 5690 Pro mit zwei verbauten Modems: Eines für VDSL bis 250 MBit/s und ein weiteres für Glasfaser-Internet bis 2,5 GBit/s.
  • Die Wi-Fi-7-Fritzbox 5690 XGS mit nur einem Modem für Glasfaser-Internet, aber bis zu 10 GBit/s.

Telekom-FTTH-Router versus Fiber-Fritzbox

Wer aus Prinzip eh alles von der Deutschen Telekom nimmt, weil er (oder sie) den größten Player auch kategorisch für den Besten hält, braucht keine weitere Beratung bei der Auswahl des Routers: Dann ist der Bonner Speedport Smart 4 Plus mit DSL- und Fiber-Modem aus dem Magenta-Universum sowieso gesetzt. Der Rest der Menschheit hat Alternativen, etwa aus Berlin:

Im Mai 2022 kam etwa die AVM Fritzbox 5590 Fiber zum UVP von 289 Euro in den Handel. Sie hat ein fest verbautes Glasfaser-Modem mit einem offiziellen Speed bis zu 10 GBit/s. Die Glasfaser endet also nicht im Keller des Gebäudes, wie bei FTTB. Sondern sie steckt (im besten Falle) direkt in der Fritzbox, direkt im Heim des Users, also echtes FTTH.

Die Provider-freie Kauf-Version der 5590 wird seitens AVM mit zwei SFP-Modulen ausgeliefert: mit einem SFP-AON-Modul, mit A, für aktive Glasfaser-Anschlüsse, sowie einem SFP-GPON-Modul, mit P, für passive Lichtleiter-Anschlüsse. GPON steht für Gigabit Passive Optical Network. Das Glasfaser-Kabel endet im SFP-Modul. Letzteres wird hinten in die 5590 gesteckt. Es wandelt den Lichtstrahl in elektrische Impulse um.

Ansonsten hat die 5590 die bekannten Features vieler High-End-Fritzboxen, als da wären:

  • Für Haus-interne LAN-Ethernet-Connections hat die 5590 vier gelbe LAN-Ports bis 1 GbE, plus einen blauen LAN-WAN-Port bis 2,5 GbE. Das freut alle, die schnelle Rechner, Switches oder NAS-Speicher-Server direkt per Kabel mit so einer Fritzbox verbinden wollen. Außerdem könnte man der Fritzbox 5590 über diesen WAN-Port das Internet auch aus einem externen Modem oder aus einer anderen Modem-Fritzbox zuführen.
  • Drei Ports für analoge Telefone und Faxgeräte, davon zwei schmale RJ11-Ports hinten, plus eine längliche TAE-Buchse rechts außen.
  • Eine DECT-Basisstation für sechs digitale DECT-Schnurlos-Telefone, plus etliche DECT-SmartHome-Geräte wie Schaltsteckdosen und Heizkörper-Thermostate.
  • Dazu eine digitale IP-Telefon-Anlage samt 5 digitalen Anrufbeantwortern, die in der Lage ist, die analogen und digitalen Telefone elegant zu managen.
  • Dazu kommen zwei USB-3-Ports, an die man etwa Festplatten oder Drucker per USB-Kabel verbinden kann.
  • Schließlich funkt die derzeit schnellste Glasfaser-Box von AVM auch schon modernes Wi-Fi-6 alias 4x4-11ax bis 1200 MBit/s bei 2,4 GHz plus 2400 MBit/s im 5-GHz-Band. In Summe also 3600 MBit/s Brutto. Wi-Fi-6E im 6 GHz Band kann die 5590 aber nicht. Wi-Fi-7 sowieso nicht.
  • Für die WLAN-Security stehen vor allem WPS, WPA2 und WPA3 zur Verfügung. Natürlich nur die Personal Profile. Also keine Enterprise-Versionen.

Haus-interne ISDN-Anschlüsse hat die 5590 nicht, weil derweil fast niemand mehr ISDN braucht, und weil ISDN-Komponenten inzwischen sehr teuer und schwer lieferbar geworden sind. Haus-externes ISDN ist bei Fritzboxen schon lange kein Thema mehr, weil die Provider das ISDN-Netz ja schon vor Jahren strategisch ausgemustert haben.

WLAN-Speed-Test auf kurze Sicht

Bei der ersten WLAN-Messung jagen wir große Dateien vom NAS über das LAN-Kabel erst mal in die 5590, und von dort per WLAN-Funk weiter in den Wi-Fi-6-PC in direkter Sichtlinie. Als Messdatei wird ein 50-Gigabyte-Ordner von einer 10-Gigabit-NAS-Station in die 5590 zugespielt. Natürlich über den schnellen 2,5 Gigabit-LAN-WAN-Port der 5590. Der Mess-PC funkt Wi-Fi-6 bis 2400 Megabit Brutto, aus zwei Antennen.

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Im relativ leeren 5 GHz Band unserer Stadtwohnung bekommen wir kurze Durchsatz-Spitzen bis zu 1335 Megabit im Downstream, vom NAS auf den PC. Beim Zurücksenden des 50 Gigabyte-großen Paketes sehen wir kurze Spitzen sogar bis zu 1784 Megabit. Aber machen wir uns nichts vor: Der Durchschnitt liegt etwa 30 bis 40 Prozent unter diesen obersten Spitzen. Auf alle Fälle aber immer noch oberhalb von 1000 Megabit netto.

WLAN-Reichweiten-Test über 5 Räume

Viel interessanter als die kleinen Peaks auf kurze Distanz ist die WLAN-Reichweite. Genauer gesagt das Rate-over-Range-Verhalten bei fünf zunehmend schwierigen Messpunkten. Diese wandern wir mit einem Wi-Fi-6-Laptop mit integriertem Intel AX200 WLAN-6-Modul ab. In den Mess-Grafiken (siehe Bildergalerie) sehen wir jetzt keine Peaks mehr, sondern nur noch den Durchschnitt aus Downstream und Upstream, und zwar nur jeweils einen Wert pro Zimmer und pro Frequenzband.

Also in der vordersten Mess-Daten-Reihe (Blau) den Nettodurchsatz im übervölkerten 2,4-GHz-Band, von Zimmer 1 bis Zimmer 5. In der mittleren Mess-Daten-Reihe (Orange) sehen wir den Durchsatz im viel schnelleren 5 GHz Band, ebenfalls von Zimmer 1 bis Zimmer 5. Und in der hinteren Mess-Daten-Reihe (Grau) sehen wir die Summe der Nettodurchsätze im 2,4- und im 5-GHz-Band.

Entgegen allen Vorurteilen hat in unserem Gebäude, bei Messungen ab Kanal 100, also mit bis zu 1000 Milliwatt, das 5-GHz-Band bei allen Entfernungen den besseren Speed, somit pauschal gesagt auch eine bessere Reichweite als die blauen 2,4-GHz-Werte. Die bis zu 1.000 Milliwatt bei 5 GHz bringen halt viel mehr Speed und Reichweite als die maximal 100 Milliwatt im 2,4 GHz Band. Insgesamt sind die WLAN-Kurven der 5590, bei allen Schwankungen, relativ schön. Man kann der 5590 also, platt gesagt, ein sehr gutes WLAN-6-Verhalten attestieren.

WLAN-Vergleiche zur 6690 und 4060

Ebenfalls sehr gute WLAN-6-Werte haben auch zwei weitere Top-Fritzboxen: Die Fritzbox 6690 Cable (um 270 Euro) mit einem verbauten Kabel-Internet-Modem, und die Fritzbox 4060 (um 200 Euro), ganz ohne eigenes Modem. Vor allem die WLAN-starke 4060 kommt auch gerne hinter externen Glasfaser-Modems zum Einsatz, aber halt nur über LAN-Kabel, weil sie kein eigenes FTTH-Modem hat.

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Stromkurve

Im WLAN-Test hat die Fritzbox 5590 Fiber etwas mehr als 11 Watt im Standby und bis zu 14,2 Watt bei aktiven Datenübertragungen aus der 230 Volt Steckdose gezogen.

Internet-Test an 2500 / 1250 Megabit Glasfaser

Unsere hausinterne 10-Gigabit-NAS-Station liefert mehr Speed im DL und im UL, als jeder private Internet-Anschluss von extern zuspielen könnte. Das WLAN der 5590 wird hinter dem 10-Gig-NAS also viel stärker ausgereizt als hinter jedem DSL- oder Kabel-Internet-Anschluss, die eben alle noch sehr weit von 10 GBit/s entfernt sind.

Doch bei der Fritzbox 5590 Fiber wollten wir zusätzlich sehen, wie sie direkt an einem Glasfaserkabel reagiert. Problem ist nur: Der Autor dieser Story bekommt zwar VDSL 250 per Kupfer und CableMaxx 1000 per KOAX-Kabel direkt in sein Büro, aber halt noch kein echtes FTTH-Glasfaser-Internet. Netterweise hat ihm aber M-net einen Zugang zum zentralen Glasfaser-Testlabor in München gewährt. Dort hatte er einen 2500 / 1250 Megabit Glasfaser Anschluss, und zwar exklusiv, also nicht geteilt mit vielen anderen FTTH-Haushalten.

Kurz zum Testaufbau bei M-net: Die Glasfaser mit 2,5 Gigabit Internet endete direkt in der Fritzbox 5590 Fiber. Genauer gesagt in deren SFP GPON Modul für passive Glasfaser-Netze. Über den blauen 2,5-Gigabit-LAN-Port bekamen wir den Internet-Speed aus der 5590 heraus. Und über das gelbe LAN-Ethernet-Kabel in das Multi-Gigabit-LAN-Netz des Testlabors hinein. Zwei Räume weiter holten wir das schnelle Internet über den 10-Gigabit-Port eines grauen Mac Mini in den Apple-Rechner herein. So konnten wir ganz bequem am 4K-Monitor testen und Screenshots machen.

Die Fritzbox 5590 erkannte das hinten eingesteckte SFP-GPON-Modul. Laut Auskunft des M-net-Testlabors lässt so ein GPON-Modul von AVM genau die angezeigte Rate von maximal 2,5-zu-1,25 Gigabit hindurch.

Ookla Speedtest.net

Wir machten Durchsatz-Tests mit etlichen Tools, unter anderem auch fünf Messungen mit dem sehr bekannten Speedtest.net von Ookla. Dabei kamen auf Anhieb Downloads um 2,3 Gigabit herum schwankend und Upstreams um circa 836 Megabit zustande, sowie tolle Pingzeiten von 2 bis 3 Millisekunden.

Im Screenshot (siehe Bildergalerie) sieht man den Namen Markus Pfauser eingeblendet. Den hätten wir verpixeln können, und so tun, als wenn das unser eigener Mac Mini gewesen wäre. Machen wir aber nicht, sondern bedanken uns stattdessen ganz herzlich bei Markus Pfauser. Das ist nämlich der Test-Ingenieur, der uns den Apple Mac Mini mit dem 10-Gigabit-LAN-Port aus dem M-net-Labor geliehen hat. Damit durften wir rund zwei Stunden lang testen und screenshotten, fast ohne Aufsicht, und ganz ohne Zensur.

Das war also unser Glasfaser-Test mit der Fritzbox 5590 Fiber, mit einem SFP-GPON-Modul, aus dem normalen AVM-Lieferumfang. Damit konnten wir zumindest schon mal 2,3 Gigabit Internet erfolgreich durch die 5590 hindurch jagen.

SFP+ XGS-PON-10G-Modul

Für sehr schnelle Glasfaser-Anschlüsse bis 10 Gigabit gibt es direkt von einigen FTTH-Providern auch ein FRITZ!SFP+ XGS-PON-10G-Modul. Das konnten wir in München aber noch nicht testen, weil wir hier keinen Zugang zu einem 10 Gigabit-Glasfaser-Internet-Anschluss haben.

Fritzbox Fiber-Settings

Wir zeigen (in der Bildergalerie) auch noch die Glasfaser-relevanten Einstellungen der Fritzbox während unserer Messungen im M-net-Labor. Die 5590 hat das Internet beim Test nicht über ihren blauen WAN-LAN-Port, sondern direkt aus dem Glasfaser-Port bezogen. Da wir im Test eine ungewöhnlich schnelle Internet-Anbindung hatten, haben wir die Werte im Fritzbox-Feld „Zugangsdaten“ selbst auf 2500 Megabit im Downstream und 1250 Megabit im Upstream hoch gesetzt. Ab Werk standen sie nämlich nur auf 1000 MBit/s im DL und im UL.

AVM spendiert allen Fritzboxen ausgesprochen schöne Verbindungs-Grafiken, egal ob sie per LTE, 5G, VDSL, Kabel oder, wie in unserem Test der 5590, per Glasfaser mit dem Internet verbunden sind. Die Glasfaser-Vermittlungs-Stelle von Huawei stand bei unserem Test nicht weit entfernt, nämlich im Keller des M-net-Labors.

Temperatur des Fiber-Moduls

Der Screenshot mit den Eigenschaften des GPON-Glasfaser-Moduls (siehe Bildergalerie) entstand am Ende unserer intensiven Durchsatz-Messungen, also nach fast zwei Stunden starker Belastung. Da kommt uns die interne Temperatur des Fiber-Moduls von knapp 46 Grad nun wirklich nicht zu hoch vor.

Beim Test stand die Fritzbox 5590 in einem klimatisierten Raum mit einer Temperatur um die 24 Grad Celsius. Die Fritzbox 5590 Fiber war während der Speed-Messungen als Mesh-Master konfiguriert: Also die ganz normalen Werkseinstellungen einer Fritzbox. Wichtig war auch, dass sich die blaue WAN-LAN-Buchse der 5590 bei den Speed-Messungen auf der maximalen Power-Stufe von 2,5 Gigabit befand. Sonst hätten wir den tollen Speed der Glasfaser nicht übers LAN-Kabel aus der Box herausbekommen. Der blaue WAN-Port der 5590 war bei den Messungen als LAN5-Port definiert.

Die 5590 war bei unserem Besuch im Glasfaser-Testlabor schon seit 5 Tagen in Betrieb. Sie befand sich bei M-net gerade in einem intensiven Dauertest. Die Provider testen die Fritzboxen auf Herz und Nieren, bevor sie diese auf den Rest der Menschheit loslassen.

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Fazit zur 5590 Fiber

Die AVM Fritzbox 5590 Fiber bietet alle bekannten und beliebten Features von High-End-Fritzboxen: Etwa digitale DECT-Telefonie für maximal sechs Funktelefone. Analoge Telefonie für TAE- und RJ-11-Anschlüsse. Vier normale 1-GbE-LAN-Buchsen. Einen schnelleren 2,5-GbE LAN-WAN-Port. Zwei schnelle USB-3-Schnittstellen. Wi-Fi-6-WLAN bis 1200 MBit/s bei 2,4 und 2400 MBit/s bei 5 GHz. Sowie solide FRITZ!OS-Router-Software.

Zukunftssicher klingt auch das verbaute Glasfaser-Modem bis 10 GBit/s. Nutzbar wird dieser volle Speed aber erst mit einem optionalen FRITZ!SFP+ XGS-PON-10G-Modul vom Provider. Mitgeliefert werden in der freien Handelsversion zwei normale SFP-Module für aktive AON- und passive GPON-Glasfaser-Netze bis 2,5 Gigabit im Download. An einem Test-Anschluss von M-net konnten wir über das SFP-GPON-Modul schon mal 2,3 Gigabit Internet netto durch die 5590 hindurch jagen.

Der UVP knapp unter 290 Euro scheint für die satte Ausstattung der 5590 angemessen. Per 06-2023 hat er sich bei circa 250 Euro eingependelt. Während der Corona-Pandemie dagegen waren die Router-Straßen-Preise aufgrund des Homeoffice-Booms teils sogar über den UVPs.

High-End-Freaks wünschen sich natürlich 2x 10 GbE-Ports, oder zumindest einen zweiten SFP+ Port für 10 Gigabit, um den Internet-Speed von 10 Gigabit auch aus der 5590 herauszubekommen. Problem ist nur: 10-Gigabit-Fiber-Internet-Anschlüsse für private Endkunden sind in Deutschland bislang nur sehr sporadisch und regional nur sehr begrenzt zu finden. Das schnellste bundesweite Glasfaser-Internet-Angebot der Deutschen Telekom namens MagentaZuhause GIGA etwa verspricht per 06-2023 maximal 1.000 MBit/s im Download und 200 MBit/s im Upload. Swisscom dagegen bietet in der Schweiz schon seit 2020 bezahlbare 10-Gigabit-FTTH-Anschlüsse für Privatkunden um 90 Franken pro Monat. Zudem pilotiert Swisscom in einer ersten Gemeinde seit Sommer 2022 sogar 50 GBit/s auf G-PON-Basis. Mit Glasfaser-Vermittlungs-Technik von Huawei aus China.

Größere Firmen und Rechenzentren sind aber auch in Deutschland oft mit mehreren 100-Gigabit-Glasfaser-Leitungen angebunden. Allerdings nicht für Fritzboxen, sondern eher für Server-Cluster.

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