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Managed Services auf Azure

Tec Networks: Cloud-Pionier aus Ostfriesland

| Autor: Michael Hase

Der Managed Cloud Provider Tec Networks ist in Emden beheimatet.
Der Managed Cloud Provider Tec Networks ist in Emden beheimatet. (Bild: tournee - stock.adobe.com)

Tec Networks aus Emden verfolgt seit fünf Jahren eine konsequente Cloud-Strategie. Mittlerweile hat der langjährige Microsoft-Partner, der als MSP eine enge, vertrauensvolle Bindung zu Kunden unterhält, den größten Teil seiner Klientel auf Azure migriert.

Über Ostfriesland kursieren viele Klischees. Die meisten davon sind vermutlich falsch. Rückständig, wie ihr nachgesagt wird, ist die Region jedenfalls nicht. Im Gegenteil! Bei Windenergie und E-Mobilität zählt sie bundesweit zu den Vorreitern. Auch in der dortigen IT-Szene gibt es innovative Firmen wie Tec Networks aus Emden. Das einstige Systemhaus befasste sich bereits 2014 intensiv mit Cloud. 2015 migrierten die Friesen erste Kunden auf Microsoft Azure. Zu dem Zeitpunkt hatten sie die Transformation zum Managed Service Provider (MSP), an der manche Häuser nach wie vor laborieren, längst hinter sich.

Daniel Juhnke hat Tec Networks 2008 gemeinsam mit seinem Partner Björn Steinecke gegründet.
Daniel Juhnke hat Tec Networks 2008 gemeinsam mit seinem Partner Björn Steinecke gegründet. (Bild: Tec Networks)

Mit 25 Mitarbeitern fokussiert sich der Dienstleister heute auf das Cloud-Portfolio von Microsoft. Zu seinem Kompetenzspektrum gehören nicht nur Beratung rund um Azure und Office 365, Architekturdesign, Migration und Integration, sondern auch und vor allem der Betrieb. „Monitoring, 24x7-Entstörung, Patch-Management sind einige der Leistungen, die wir als Managed Service für Cloud-Produkte erbringen“, ­berichtet Daniel Juhnke, CEO von Tec Networks. Der Mitgründer führt das Unternehmen gemeinsam mit seinem Partner Björn Steinecke, der ebenfalls CEO ist.

Mittlerweile ist das Gros der 150 Vertragskunden von Tec Networks in der Azure-Cloud. Sie ­dazu zu bewegen, war Juhnke zufolge gar nicht mal schwierig. Der MSP betrieb für viele bereits Backend-Systeme in Rechenzentren in Frankfurt / Main und Münster, wo er Flächen bei Colocation Providern angemietet hatte. „Der Schritt, ihre On-Premises-Infrastruktur außer Haus zu geben, hatte bei den Kunden viel mehr Über­zeugungsarbeit erfordert als später die ­Migration aus unseren Rechenzentren auf Azure“, resümiert der IT-Profi.

Vorschuss an Vertrauen

Der Microsoft-Partner brachte 2014 zunächst die eigene Infrastruktur und die Systeme, die er benötigt, um seine Managed Services zu erbringen, in die Cloud. Als die Friesen nach erfolgreichem Eigenbetrieb im Jahr 2015 auch ihrer Klientel nahelegten, den gleichen Weg zu gehen, hatten sie sich mit ihrer Expertise offenbar bereits ­genügend Kredit erarbeitet. So lautete Juhnke zufolge der Tenor der Kundenstimmen: „Wenn ihr uns sagt, die Migration auf ­Azure ist für uns technologisch der richtige Schritt, dann vertrauen wir euch.“

Eine Besonderheit zum damaligen Zeitpunkt war, dass es das Microsoft-Programm für Cloud Solution Provider (CSP) noch nicht gab. Dieses Programm, mit dem der Anbieter seinen Partnern die flexible Nutzung von Azure ermöglicht und ihnen anschließend den Verbrauch berechnet, wurde erst im zweiten Halbjahr 2015 ausgerollt. Tec Networks musste daher Lizenzen über ein Enterprise Agreement vorab beziehen und mit einem fünfstelligen Betrag in Vorleistung gehen. Tatsächlich folgten die Kunden ihrem MSP aber so bereitwillig in die Cloud, dass das Kontingent binnen Jahresfrist bereits aufgebraucht war.

Smart durch Cloud

Rückblickend war es auch für Tec Networks der richtige Schritt, konsequent auf Cloud zu setzen, wie der CEO betont. Durch das hohe Innovationstempo sei sein Team laufend in Kontakt mit den Kunden. „Jeden Monat kommen neue Themen auf den Tisch. Das ist ungemein belebend fürs ­Geschäft.“ Anspruch des Unternehmens ist es, seine Leistungen „durch den Einsatz von Cloud-Technologien, die sich stetig weiterentwickeln, immer smarter zu machen“. Konkret heißt das: mehr Betriebseffizienz, größere Sicherheit, kürzere Reaktionszeiten. „Damit differenzieren wir uns von klassischen Dienstleistern, die solche Effekte nur über mehr Personal erzielen, und können in der Regel günstiger anbieten.“

Das Cloud-Geschäft besitze allerdings auch eine größere Dynamik, der die Organisation, insbesondere das technische Personal, standhalten müsse, räumt Juhnke ein. Zudem muss der Vertrieb anders vergütet ­werden, weil sich in einem Modell mit wiederkehrenden Erlösen die Einnahmen auf die Zukunft verschieben. Tec Networks hat sich für einen radikalen Schritt entschieden: Sämtliche Boni wurden gestrichen und dafür die Festgehälter angehoben. ­Mit dieser Regelung, die bei den Mitarbeitern gut ankommt, nimmt man zugleich ein Stück weit Druck für den Vertrieb heraus: „Wir müssen unseren Kunden nicht jeden Monat ­etwas verkaufen. Wir wollen aber so nah an ihnen dran sein, dass wir als erste erfahren, wenn sie etwas Neues brauchen.“

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