Atera drängt auf den deutschen Markt RMM-Anbieter mit Startup-Charakter

Autor Sarah Böttcher

Seit Anfang des Jahres ist Atera im deutschsprachigen Markt unterwegs. Der RMM-Anbieter adressiert vor allem kleine und mittlere Systemhäuser und MSPs sowie interne IT-Abteilungen. Auf Hilfe aus der Distribution möchte das israelische Unternehmen aktuell nicht zurückgreifen.

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Seit Anfang des Jahres ist RMM-Anbieter Atera auf dem deutschsprachigen Markt unterwegs.
Seit Anfang des Jahres ist RMM-Anbieter Atera auf dem deutschsprachigen Markt unterwegs.
(Bild: lassedesignen - stock.adobe.com)

Der IT-Services-Markt erlebt aktuell ein Rekordhoch. Mit einem Vertragsvolumen von 5,6 Milliarden Euro erreichte er im dritten Quartal dieses Jahres einen neuen Höchststand. Treibende Kraft war die steigende Nachfrage nach cloudbasierten Diensten, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens ISG.

Befeuert durch diese Nachfrage sowie die pandemiebedingte Hardware-Knappheit stellt sich spätestens seit dem vergangenen Jahr für Systemhäuser nicht mehr die Frage ob, sondern wann sie ihr Portfolio durch Cloud Services erweitern. IT-Systeme von Kunden zu überwachen, verwalten und schützen, ist die gängigste Leistung, die Systemhäuser beziehungsweise Managed Service Provider (MSPs) heute als Service anbieten. Dafür brauchen sie Tools für das Remote Monitoring & Management (RMM).

Markt-Start und Finanzspritzen

Mit seiner RMM-Plattform möchte Atera seit Anfang des Jahres den DACH-Markt erobern. „Bei uns liegt der Fokus auf kleinen und mittelständischen Systemhäusern, Service Providern und IT-Abteilungen. Und solche gibt es im deutschen Markt en masse“, erklärt Martin Jäger, Organic Growth Expert bei Atera, den Grund für den Markteinstieg. Bisher hat das Unternehmen sechs deutschsprachige Mitarbeiter, laut eigenen Angaben rund 500 Kunden und 14 Funktionsveröffentlichungen, die sich auf den DACH-Markt beziehen. Auch das Wachstum hat sich dem RMM-Anbieter zufolge seit Marktstart um 200 Prozent gesteigert.

Martin Jäger, Organic Growth Expert bei Atera
Martin Jäger, Organic Growth Expert bei Atera
(Bild: Atera)

Bisher lag der Fokus bei Atera auf dem englischsprachigen Markt. „Aktuell arbeiten wir verstärkt daran, unsere Plattform zu lokalisieren, um den deutschsprachigen Kunden das zu liefern, was sie wirklich benötigen. Dafür braucht man Investitionen, das wissen wir und daran arbeiten wir“, betont Jäger. Mit Finanzspritzen in Höhe von rund 100 Millionen US-Dollar durch das Investmentunternehmen General Atlantics, will Atera das Wachstum in DACH weiter vorantreiben. Auf Hilfe aus der Distribution greift das israelische Unternehmen aktuell nicht zurück. Eine zukünftige Zusammenarbeit schließt der RMM-Anbieter jedoch nicht aus.

Technologiepartnerschaften, Preismodell und Start-up-Mentalität

Die All-in-One-Lösung aus der Cloud von Atera vereint RMM, PSA (Professional Services Automation) und Fernzugriff in einem Tool zu einem Festpreis. Das Besondere dabei ist Atera zufolge, dass sich der Einzelpreis nach der Anzahl der Techniker, die auf die Plattform zugreifen, richtet. Jeder Techniker kann dabei eine unbegrenzte Anzahl an Geräten verwalten. „Bei vielen Mitbewerbern ist der Preis zunächst nicht oder nur schwer ersichtlich. Der Kunde kauft die Katze im Sack oder muss erst einmal direkt beim Anbieter nachfragen. Das ist unschön. Unsere Plattform hingegen ist detailliert, übersichtlich, transparent und flexibel. Jedes Add-On ist gekennzeichnet und ausgezeichnet“, versichert Jäger. Für 80 Euro haben Atera-Kunden Zugriff auf alle Integrationen unter anderem bestehend aus Fernzugriff, Überwachung und Patch Management. Ein Vertrag kann flexibel pro Monat oder pro Jahr geschlossen werden.

Die Cloud-Plattform ist über APIs mit einigen IT-Lösungen in der DACH-Region kompatibel und bietet auch Drittanbieter-Integrationen mit Lösungen wie Teamviewer, Splashtop und Screenconnect. Technologiepartnerschaften unterhält der RMM-Anbieter unter anderem mit Webroot, Bitdefender, Acronis und der Kaseya-Tochter IT Glue. Explizit für den deutschsprachigen Markt ist der Anbieter mit Hauptsitz in Tel Aviv bereits mit anderen Technologieunternehmen in Gesprächen.

Atera versteht sich selbst als Startup, obwohl es bereits seit 2011 am Markt existiert. Die hohe Investitionsbereitschaft und Innovationsgeschwindigkeit, das flexible Preismodell und die kurzen Entscheidungswege sollen den RMM-Anbieter von der internationalen Konkurrenz wie Barracuda, Connectwise oder Datto abheben.

Fokus auf Künstliche Intelligenz: Atera Plus

Bei seiner RMM-Plattform setzt Atera den Fokus auf Monitoring und Automatisierung. Auch Künstliche Intelligenz (KI) kommt seit neuestem zum Einsatz. So kennzeichnet, organisiert und katalogisiert die KI-Lösung Atera Plus automatisch Tickets, die aus manuellen Abfragen, E-Mails und Kundenportalen stammen und versieht sie mit relevanten Tags, die auf dem zu bearbeitenden Problem basieren. Dadurch sparen MSPs und IT-Verantwortliche in Unternehmen laut Atera bis zu 30 Prozent ihrer Zeit. Auch manuelle Fehler sollen so reduziert werden. Zu den weiteren Lösungen, die in Kürze eingeführt werden, gehören Skriptautomatisierung und Lösungsempfehlungen.

Über Atera

Atera ist der Entwickler einer Automatisierungs- und Remote Monitoring and Management (RMM)-Plattform, die speziell für verteilt arbeitende Mitarbeiter konzipiert wurde. Mehr als 8.300 kleine und mittlere Systemhäuser, Service Provider und Unternehmen in über 90 Ländern nutzen bereits die All-in-One-Plattform. Der RMM-Anbieter aus Tel Aviv hat die Lösung ­ursprünglich für den Eigenbedarf entwickelt. Seit 2011 vermarktet das Unternehmen die Plattform und entwickelt sie kontinuierlich weiter.
Seit März 2021 ist das israelische Unternehmen im DACH-Markt unterwegs. Seit Marktstart wurden laut Unternehmensangaben 500 Kunden gewonnen und das Wachstum um 200 Prozent gesteigert.

Ateras Preismodell

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