Angetestet: Dell XPS 13 Plus Minimalismus und Power

Von Klaus Länger

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Dell hat beim XPS 13 Plus den ­Minimalismus beim Design auf die Spitze getrieben: Bei dem 13,4-Zoll-­Notebook mit Intel Alder Lake P im Hands-on-Test sind weder ein ­Touchpad, noch Funktionstasten zu sehen und auch das Keyboard hebt sich kaum vom Alugehäuse ab.

Das Touchpad ist beim Dell XPS 13 unter der Handballenablage aus undurchsichtigem Glas verborgen. Es nimmt nicht die ganze Fläche ein, sondern ist unterhalb der Space-Taste angeordnet. Das 13,4-Zoll-Display liefert in unserem Testgerät die UHD+-Auflösung.
Das Touchpad ist beim Dell XPS 13 unter der Handballenablage aus undurchsichtigem Glas verborgen. Es nimmt nicht die ganze Fläche ein, sondern ist unterhalb der Space-Taste angeordnet. Das 13,4-Zoll-Display liefert in unserem Testgerät die UHD+-Auflösung.
(Bild: Vogel IT-Medien )

Unser XPS-13-Testkandidat trägt zwar ein Plus in der Modellbezeichnung, bietet aber auf den ersten Blick weniger als das herkömmliche XPS 13, das Dell weiterhin anbietet. Denn bei dem flachen Notebook mit einem Chassis aus CNC-gefrästem Aluminium hat der Hersteller scheinbar auf einige Elemente verzichtet, die sonst zu ­jedem Mobilrechner gehören. So ist das Touchpad komplett unsichtbar unter der Handballenablage aus stabilem Milchglas versteckt. Allerdings nimmt das Touchpad nicht die komplette Fläche ein, sondern nur den Bereich unter der Space-Taste. Winzige Piezo-Elemente sorgen für ein hörbares Feedback beim Klick. Das Keyboard mit flachen und großen Tasten nimmt fast die komplette Breite des Notebooks ein. Nach etwas Eingewöhnung kann man aber sehr gut darauf tippen, da der Tastenhub trotz allem relativ groß ausfällt. Neben der Backspace-Taste ist der unauffällige Power-Schalter mit integriertem Fingerprint­reader untergebracht. Allerdings schaltet sich das XPS 13 Plus automatisch ein, sobald man das Display aufklappt – auch dann, wenn das Gerät komplett ausgeschaltet ist. Die gewohnten Multimedia- und Funktionstasten hat Dell durch Sensorfelder mit beleuchteten Symbolen ersetzt. Die Anzeige für die Tastenbelegung wechselt, sobald die FN-Taste gedrückt wird. Die Helligkeit der Sensortasten kann, anders als bei der Keyboard-Hintergundbeleuchtung, leider nicht angepasst werden.

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Hohe Leistung auf kleinem Raum

Das Plus steht bei dem Dell-Notebook für den Alder-Lake-P-Prozessor von Intel, der stärker ist, als der Alder Lake U im herkömmlichen neuen XPS 13. Das etwa 2.520 Euro teure Testgerät wird von einem Intel Core i7-1260P angetrieben, der über insgesamt 12 Cores verfügt: vier schnelle P-Cores mit Hyperthreading und acht sparsame E-Cores. Die Rechenleistung übertrifft daher die eines Intel Core i7-1185H mit 7.720 gegenüber 5.276 Punkten im Multi-Core-Lauf des Cinebench R23 deutlich. Nicht ganz so groß ist der Vorsprung im Anwendungsbenchmark PC Mark 10 Extended mit 4750 gegenüber 4.470 Zählern. Das XPS 13 Plus eignet sich damit auch für anspruchsvolle Office-Aufgaben.

In der Testkonfiguration war das Notebook zudem mit 32 GB LPDDR5 und der ein TB großen und sehr schnellen PCIe-Gen4-SSD PM9A1 von Samsung bestückt. Die integrierte Xe-Grafikeinheit hat Intel von Tiger Lake übernommen. Für eine ­integrierte GPU ist sie zwar relativ schnell, aber trotzdem nur für grafisch weniger aufwendige Spiele geeignet, wie die 1.829 Zähler in 3DMark Time Spy belegen. Zusätzliche Leistung kann man über den Dell Power Manager mobilisieren. Wenn in dem Tool bei der Temperaturverwaltung statt „Optimiert” die Einstellung „Ultra-Leistung” gewählt wird, dann darf die CPU mehr Leistung aufnehmen und liefert damit mehr Performance. So klettert der Wert im 3DMark Time Spy auf 2.011 Punkte. Allerdings machen sich die beiden Lüfter in diesem Modus deutlich bemerkbar. Im Normalbetrieb arbeitet das Dell-Notebook praktisch lautlos, da die Lüfter kaum aktiv sind.

Tolles Display aber wenig Schnittstellen

Eine Augenweide ist das Display unseres Testgeräts: Das IPS-Panel mit Touch-­Erkennung im 16:10-Format liefert mit 3.840 x 2.400 Pixel die extrem hohe UHD+-Auflösung. Der Screen ist zwar nicht entspiegelt, aber so hell, dass man ihn bei Sonne im Freien ablesen kann. Allerdings geht das auf die Akkulaufzeit. Bei halber Displayhelligkeit hält der 51 Wh starke Akku im Battery-Benchmark des PC Mark 10 knapp 8,5 Stunden durch, was für einen Arbeitstag ausreicht. Der sehr schmale Rahmen über dem Display lässt nur Platz eine winzige Webcam mit IR-­Sensoren für Windows Hello. Die Kamera liefert zwar nur die HD-Auflösung, aber die Bildverbesserung per Software sorgt für passable Bilder bei Videokonferenzen. Erstaunlich gut für ein so dünnes Notebook ist das aus vier Lautsprechern bestehende Audiosystem. Gemessen an seiner sehr kompakten Bauform ist das XPS 13 Plus mit 1.240 Gramm allerdings relativ schwer. Doch lässt es sich noch sehr gut mobil nutzen und hinterlässt einen sehr soliden Eindruck. Der Intel-WLAN-Adapter AX211 unterstützt Bluetooth 5.2. + und WiFi 6E.

Zu minimalistisch ist Dell bei den Schnittstellen: Es gibt nur zwei Thunderbolt-4-Ports im USB-C-Format, von denen einer noch als Anschluss für das winzige Netzteil dient. Als kleiner Ausgleich gehört ein USB-C-auf-USB-A-Adapter zum Liefer­umfang des Dell XPS 13 Plus. Der Bodendeckel des Notebooks lässt sich einfach durch das Lösen weniger Schrauben öffnen. Einfach austauschen lassen sich allerdings nur der Akku und die M.2-SSD.

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Fazit: Das Design fordert Gewöhnung

Das Dell XPS 13 Plus ist durch sein radikal reduziertes Design auf jeden Fall ein Blickfang. An das Touchpad ohne sichtbare Begrenzung und die flache Tastatur muss man sich allerdings erst gewöhnen. Ist das passiert, zeigte sich das Dell XPS 13 Plus in unserem Hands-on-Test als kompaktes aber trotzdem flottes High-End-Notebook mit sehr gutem Display. Die Akkulaufzeit reicht für den mobilen Alltagseinsatz gut aus, die Qualitätsanmutung ist durch das solide Aluminiumgehäuse sehr hoch. Ein Minuspunkt ist allerdings die magere Schnittstellenausstattung. Die beiden Thunderbolt-4-Ports sind zwar schnell und vielseitig verwendbar, aber es gibt eben nur die beiden USB-C-Buchsen. Mit rund 2.500 Euro ist das Dell XPS 13 Plus gemessen an der Ausstattung mit 32 GB RAM und einer SSD mit einem TB Speicherplatz für ein Premium-Gerät nicht einmal übermäßig teuer.

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