Waterland-Gruppe fusioniert Cloud-Dienstleister Managed Cloud Provider Skaylink startet durch

Autor Sarah Böttcher

Aus vier mach eins: In Skaylink haben sich die vier Service Provider Binary, die Direkt Gruppe, Beck et al. und Infowan unter dem Private-Equity-Unternehmen Waterland zusammengeschlossen. Das Ziel: Der führende Managed Cloud Provider in Deutschland zu werden.

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Die Waterland-Gruppe hat sich einen Managed Cloud Provider gebaut.
Die Waterland-Gruppe hat sich einen Managed Cloud Provider gebaut.
(Bild: Sensay - stock.adobe.com)

Im deutschen Cloud-Dienstleistungsmarkt tummeln sich viele Player. Doch den einen Managed Cloud Provider sucht man bisher vergeblich. Skaylink betritt nun die Cloud-Bühne mit dem Ziel der führende deutsche Anbieter für Managed Cloud Services mit dem Fokus auf Public Cloud zu werden. Hinter dem Münchner Unternehmen steht das Private-Equity-Unternehmen Waterland, das vergangenes Jahr mit dem Aufkauf mehrerer Service Provider für Aufsehen sorgte.

Aus vier mach eins

Mit dem Kauf von Binary im Januar 2020 erwarb die Waterland-Gruppe zunächst einen Spezialisten für das klassische Service Providing. Das Essener Unternehmen besitzt darüber hinaus ein eigenes Rechenzentrum. Als zweiter auf der Übernahmeliste stand die Direkt Gruppe, die zu den AWS-Partnern der ersten Stunde in Deutschland gezählt werden kann. Weitere AWS-Kompetenz erwarb der Investor durch den Kauf des Münchner Lösungsanbieters Beck et al. Mit Infowan wurde vergangenen August das letzte der vier Puzzleteile akquiriert und gleichzeitig Azure-Kompetenz hinzugewonnen.

Heinrich Zetlmayer, CEO bei Skaylink
Heinrich Zetlmayer, CEO bei Skaylink
(Bild: Skaylink)

Mit rund 450 Mitarbeitern, zehn Standorten, darunter einem in Brasilien und in Rumänien, einem eigenen Rechenzentrum sowie AWS- und Azure-Kompetenz, sieht sich der Managed Cloud Provider gut für die Zukunft gerüstet: „Die große Herausforderung für Service Provider ist mittlerweile, nicht nur Spezialist eines Hyperscalers zu sein, sondern hybride Situationen bedienen zu können und am besten noch zu wissen, wie ein Rechenzentrum von innen aussieht. Und das können wir mit den vier Firmen, die wir zusammengeschlossen haben, realisieren“, erklärt Heinrich Zetlmayer, CEO bei Skaylink.

Um sich den Herausforderungen zu stellen und am Markt zu bestehen, braucht man dem ehemaligen IBM-Manager zufolge eine „gewisse kritische Masse.“ Das hätten auch die CEOs und Firmengründer der vier Unternehmen erkannt: „Die Firmengründer haben gemerkt, dass sie mit ihrer Größe an Grenzen stoßen.“ In die neue Organisation wurde alle Management-Teams der vier Service Provider integriert und mit neuen Aufgaben betraut.

AWS und Azure – wo bleibt Google Cloud?

Verfügt der Cloud-Dienstleister zwar über strategische Partnerschaften zu den Hyperscalern AWS und Azure, fehlt jedoch ein Cloud-Schwergewicht im Portfolio, um sich als der führender Managed Cloud Provider mit Fokus auf Public Cloud am deutschen Markt bezeichnen zu können: Google. Auf Nachfrage erläuterte Zetlmayer, dass man Google „auch auf dem Schirm“ habe. Skaylink „in erster Linie jedoch Partner von Microsoft und AWS“ ist.

Mit ausreichend Budget, dank der Waterland-Gruppe, soll das Unternehmen in den nächsten Jahren sowohl anorganisch als auch organisch weiterwachsen. Vielleicht steht hier bald ein weiterer Dienstleister, dieses Mal mit dezidierter Google-Kompetenz, auf dem Radar des niederländischen Investors.

Altlast Rechenzentrum

Spezialgebiet des neuen Dienstleisters ist nach eigenen Angaben das Aufbauen und Betreiben von Multicloud-Umgebungen. Obwohl laut Zetlmayer die „Public Cloud die Infrastruktur der Zukunft“ ist, setzen momentan noch viele Unternehmen auf On-Premises. „Wir werden vor allem so viele neue Anwendungen sehen, die alle auf einer Public-Cloud-Lösung aufbauen, dass wir zum Schluss nur noch über Private und Public Cloud reden werden.“ Folglich wird „die Bedeutung von firmeneigenen Rechenzentren kontinuierlich abnehmen“, so der Skaylink-CEO und Industry Expert & Operational Support bei der Waterland-Gruppe. Hierin bestehe auch der Charme von Skaylink, da Mittelstandskunden, dank des hauseigenen Rechenzentrums, die Wahlmöglichkeiten zwischen On-Premises-Infrastruktur und der Public Cloud haben.

Geschäftsbereiche und Konkurrenz

Das Leistungsspektrum des Managed Cloud Providers erstreckt sich über das klassische Projektgeschäft bis hin zur Entwicklung Cloud-nativer Dienste und Managed Services. Wie hoch der Anteil der verschiedenen Geschäftsbereiche aktuell ist, wollte das Unternehmen, auch auf Nachfrage, nicht offen legen.

Doch nicht nur Skaylink versucht sich nun als der eine Managed Cloud Provider am deutschen Markt zu etablieren. Konkurrenz erfährt der Service Provider durch Nordcloud oder aber auch das Konstrukt, das sich aktuell um die Unternehmen Cloudwürdig und InnovationsOn bildet. Die Beteiligungsgesellschaft Nord Holding steht als Investor hinter der sich neu formierenden Cloud-Gruppe.

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