Channel Fokus: Gaming und eSports Kein leichtes Spiel im Gaming- und eSports-Markt

Autor: Ann-Marie Struck

Obwohl Gaming und eSports in Deutschland noch immer für die nötige rechtliche ­Anerkennung kämpft, hat sich die Branche selbst längst weltweit etabliert und zu einem ­boomendem Wirtschaftsmarkt entwickelt. Für den Fachhandel bleibt es bewegt.

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Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
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(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Umsätze in mehrstelligen Millionenhöhen, Pilgerzüge an Veranstaltungsorte und ­gefüllte Arenen – die Rede ist nicht von Fußball, sondern von eSports. Gleichwohl es mit „FIFA“ ein Fußball-Videospiel gibt, das sowohl die beiden Sportarten als auch manche Fans miteinander vereint.

Fest steht jedoch: eSports und Gaming ­haben sich weltweit von einer Nische zu ­einem Massenphänomen entwickelt. Immerhin spielen einer Statistik des Verband der deutschen Games-Branche Game rund 58 Prozent der Deutschen Computer- und ­Videospiele. Folglich floriert auch der Wirtschaftsmarkt damit. Einer weiteren Studie von Game zufolge ist der Umsatz mit Gaming-Hardware von 2.585 Millionen ­Euro 2019 auf 3.255 Millionen Euro im ­vergangenen Jahr gestiegen. Das entspricht ­einem Wachstum von 26 Prozent.

Gaming-PC vor Konsole

Wenngleich fast jedes Jahr eine neue Spielekonsole auf dem Markt erscheint, bleibt der PC weiterhin eine beliebte Spielemaschine. Denn den meisten Umsatzanteil an verkaufter Gaming-Hardware machen mit 1.237 Millionen Euro Peripherie-Geräte für Gaming-PCs aus, wie Eingabegeräte, Monitore, Grafikkarten oder Headsets, gefolgt von 1.088 Millionen allein für Gaming-Rechner. Die fehlenden knapp 1.000 Millionen Euro fallen auf Konsolen und deren Peripherie wie beispielsweise Lenkräder. Zudem hat das Pandemiejahr zu einem Umsatzsprung bei Gaming-Online-Diensten geführt. Laut Game gab es 2020 ein Wachstum von 50 Prozent von 461 Millionen auf 692 Millionen Euro.

Anhand der genannten Zahlen erscheint der Markt umsatzträchtig. Für den klassischen ITK-Channel bleiben eSports- und Gaming weiterhin ein Randgeschäft. Zwar kommen die Hersteller auf ihre Kosten, vertrieben werden die Produkte jedoch überwiegend über andere Vertriebswege als den Channel, wie die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels zeigen. Für 79 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller sind Etailer wichtig für ihr Gaming-Geschäft. Davon bewerten sogar 56 Prozent sie als „sehr wichtig“.

Der Fachhandel spielt hingegen für die ­befragten Distributoren / Hersteller eine unbedeutendere Rolle. Zwar bewerten 40 Prozent den ITK-Channel als wichtig für ihr Business, jedoch 49 Prozent als unwichtig. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch der ITK-Fachhandel in der Gaming-Branche eher eine Nische sieht. Für 61 ­Prozent der befragten Fachhändler und Systemintegratoren sind Gaming- und ­eSports-Produkte unwichtig für ihr Business. Nur 39 Prozent bewerten sie als wichtig.

Eine Frage des Angebots

Von der Hardware wie PCs oder Notebooks über die Spielesoftware bis hin zu Geräten an der Peripherie wie Mäuse und Tastaturen: Das Angebot an Gaming- und eSports-Produkten sowie -Dienstleistungen ist groß. Dementsprechend vielseitig ist auch das Port­folio der befragten Channel-Akteure. Bestseller der Fachhändler und Systemintegratoren sind mit 75 Prozent Hardware-Komponenten. Diese Ansicht teilen 37 Prozent der Distributoren und Hersteller. Bei letzteren stehen mit 42 Prozent PC-Upgrades als Dienstleistung auf Platz eins. Diesen Service bieten auch 50 Prozent der Fachhändler und Systemintegratoren an. Platz zwei im Portfolio der Fachhändler und Systemintegratoren bekommen Gaming-PCs und Gaming-Peripherie mit jeweils 68 Prozent.

Blick in die Zukunft des Gaming-Geschäfts

Bei der Frage, von welchen Gaming- und eSports-Produkte sowie -Dienstleistungen in den kommenden Monaten das meiste Wachstum erwartet wird, scheiden sich die Meinung der befragten Teilnehmergruppen. Für die befragten Fachhändler / Systemintegratoren bleiben mit 56 Prozent Hardware-Komponenten auf Platz eins. Auch 46 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller erwarten in diesem Segment ­einen Anstieg, ihr Platz zwei. Jedoch vermuten sie eher ein Wachstum an Gaming-Peripherie (54 %). Diese ­Ansicht teilen nur 25 Prozent der befragten Fachhändler / Systemintegratoren. Sie glauben an einen erhöhten Bedarf an Gaming-Notebooks (43 %) sowie VR-Brillen (37 %). Die befragten Distributoren und Hersteller spekulieren hingegen auf einen Anstieg an Gaming-PCs (45 %) sowie Gaming-Monitoren (36 %).

Gaming und eSports nicht für jeden

Die Industrie rund um Gaming und eSports wächst seit Jahren weltweit kontinuierlich. Marktpotenzial ist scheinbar da, insbesondere für Hersteller, die die ­passenden Produkte produzieren. Für den klassischen ITK-Fachhandel verspricht der Sektor jedoch weniger Geschäftspotenzial. So das Hauptargument von 46 Prozent der befragten Fachhändler und Systemintegratoren, die keine Gaming- und eSports-Produkte ­verkaufen. Zudem sind 27 Prozent der Befragten der Ansicht, dass das Geschäft schon durch Retailer / Etailer besetzt ist.

IT-BUSINESS Panel 2021: Gaming & eSports
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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien