Zusammenarbeit erweitert Infinigate vertreibt Torq AI SOC in DACH-Region

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

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Der Value Added Distributor Infinigate und Torq, Anbieter für agentenbasierte Sicherheitsoperationen, weiten ihre bestehende Zusammenarbeit auf die DACH-Region aus. Die Torq AI SOC-Plattform des Anbieters soll SOC- und Sicherheitsteams entlasten.

Die AI-SOC-Plattform von Torq hat unter anderem einen Agenten-Builder. Mit diesen KI-Agenten lassen sich Alarme verwalten, ohne zusätzliches Personal einstellen zu müssen. (Bild:  Canva / KI-generiert)
Die AI-SOC-Plattform von Torq hat unter anderem einen Agenten-Builder. Mit diesen KI-Agenten lassen sich Alarme verwalten, ohne zusätzliches Personal einstellen zu müssen.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Seit Mai 2025 besteht die Zusammenarbeit zwischen Torq und Infinigate. Mit der Ausweitung auf Deutschland, Österreich und die Schweiz stellt der Value Added Distributor Channel-Partnern in dieser Region nun nativ integrierbare, KI-unterstützte Automatisierungslösungen des Anbieters zur Verfügung.

Sukzessiver Rollout in Europa

Die Infinigate Holding hat von Anfang an einen europaweiten Distributionsvertrag mit Torq abgeschlossen. „Wir gehen jetzt nur sukzessive vor und schalten Region für Region frei“, erklärt Udo Schillings, Vendor Alliances Manager DACH bei Infinigate. „Gestartet sind wir mit UK als Pilotprojekt. Als sich zeigte, dass das gut funktioniert und hohes Marktinteresse besteht, haben wir die DACH-Region aktiviert. So wird es auch mit weiteren Regionen weitergehen.“

Für Torq war die Wahl des Distributionspartners strategisch entscheidend. „Als junges Startup ist es entscheidend, beim Go-to-Market das richtige Backup vom Partner zu haben gerade bei großen Kunden mit entsprechenden Erwartungshaltungen“, betont Pierre Visel, Director EMEA East bei Torq. „Wir wollten nicht mit fünf oder sechs Distributoren starten, sondern den einen richtigen Partner finden, der pan-europäisch operiert und echten Mehrwert für uns als Hersteller bietet. Die Wahl für Infinigate war daher relativ früh und eindeutig.“

KI-gestütztes SOC zur Bedrohungsabwehr

Die Torq AI SOC-Plattform erweitert das Portfolio von Infinigate um eine Lösung, die irrelevante Warnmeldungen herausfiltert, reale Risiken autonom priorisiert und die Untersuchung sowie Reaktion beschleunigt – ohne zusätzliches Personal. Die Plattform soll skalierbare Mensch-KI-Operationen ermöglichen, die die mittlere Reaktionszeit (MTTI/MTTR) verkürzen und die Effektivität von Analysten steigern.

Schillings sieht in Torq eine wichtige Ergänzung des bestehenden Portfolios: „Wir sind im SOC-Bereich bereits unterwegs und sehen die massiven Herausforderungen: Die Cyberattacken steigen exponentiell, befeuert durch KI. Gleichzeitig fehlen die personellen Ressourcen. Jeder Case muss bearbeitet werden. Das bindet enorme Kapazitäten im SOC-Betrieb.“ Mit Torq habe man nun eine Lösung im Portfolio, die professionell einen hohen Automatisierungsgrad für den SOC-Betrieb ermögliche. „Wir haben zwar MDR- und SOC-Lösungen im Angebot, aber Torq hilft uns massiv, unsere Partner bei der Automatisierung zu unterstützen.“

Udo Schillings, Vendor Alliances Manager DACH bei Infinigate(Bild:  Infinigate)
Udo Schillings, Vendor Alliances Manager DACH bei Infinigate
(Bild: Infinigate)

Abgrenzung zu klassischen SOAR-Lösungen

Visel erläutert, was Torq von herkömmlichen Security-Orchestration-Lösungen unterscheidet: „Vor 20 Jahren hatten Kunden wenige Security-Lösungen, die bei Angriffen Alarm schlugen. Mit SIEM-Systemen konnte man tausende Alerts auf die wirklich wichtigen reduzieren. Heute haben Unternehmen nicht mehr drei oder fünf, sondern zahlreiche Lösungen. Die Komplexität explodiert.“

Das Problem klassischer SOAR-Lösungen: Sie arbeiten mit statischen Playbooks, wie Kochrezepte, die ständig aktualisiert werden müssen. „Das ist extrem arbeitsintensiv. Dazu kommen teure Tools und der massive Fachkräftemangel. Hochqualifizierte Security-Analysten hundertmal dieselben Cases bearbeiten zu lassen, führt außerdem schnell zu Frustration“, so Visel.

Torq adressiere genau diese Probleme: „Wir komprimieren Alerts auf die wirklich wichtigen, reichern sie automatisch mit Informationen an und bearbeiten sie autonom mit KI. Nur bei kritischen Entscheidungen wird ein Mensch eingebunden.“

Hochprozentige Automatisierung

Die Zahlen können sich sehen lassen: „Vor einem Jahr konnten wir je nach Branche 70 bis 80 Prozent der Cases vollständig automatisiert lösen. Stand Q1 2026 sind wir bei 95 Prozent vollautonomer Bearbeitung nicht der Alerts, sondern der Cases“, erklärt Visel.

Während vorher 10 bis 20 SOC-Analysten benötigt wurden, werden jetzt 9 bis 18 frei für andere Aufgaben oder Projekte. „Die verbleibenden ein bis zwei Mitarbeiter profitieren weiterhin vom Tool und können den kompletten Technologie Stack betreuen. Wir ersetzen keine Leute, sondern lösen den Fachkräftemangel und machen Menschen frei für wichtigere Aufgaben.“

Self-Service-Ansatz

Die AI-Agenten von Torq sind für den Self-Service konzipiert. So haben Sicherheitsteams die Möglichkeit, mit wenig Aufwand hochentwickelte Agenten bereitzustellen. Branchenanalysten gehen davon aus, dass KI-Agenten zunehmend in der Bedrohungserkennung und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle eingesetzt werden, um Sicherheitsexperten und SOCs zu unterstützen. Genau hier setzt Torq an.

Die Plattform unterstützt SOC-Teams durch zwei wesentliche Funktionen:

  • 100 Prozent Triage und Alarmuntersuchung: Diese Funktion verspricht eine schnelle Triage von Alarmen mit geringer Relevanz und die Verkürzung der Untersuchungszeit um bis zu 90 Prozent, sodass sich menschliche Analysten auf verifizierte, schwerwiegende Bedrohungen fokussieren können.
  • Self-Service-Agentenplattform: Die Plattform bietet einen Agenten-Builder, mit dem sich 100-mal mehr Alarme verwalten lassen sollen, ohne die Notwendigkeit von zusätzlichem Personal.

Chancen für MSP

Besonders interessant ist die Lösung für Managed Service Provider. „In Deutschland gibt es tausende Managed Service Provider unterschiedlicher Größe. Viele sehen die Notwendigkeit und das Geschäftsmodell, ein SOC für ihre Kunden zu betreiben. Gerade im gehobenen Mittelstand wird das zunehmend nachgefragt. Aber wer kann sich das leisten?“, gibt Schillings zu bedenken.

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Die Anschaffungskosten ließen sich noch irgendwie gegenkalkulieren, aber der laufende Betrieb treibe die Kosten in die Höhe. „Torq ermöglicht es jetzt erstmals auch kleineren MSP, ein professionelles SOC aufzubauen und anzubieten.“

Attraktives Partnermodell

Um Partner beim Einstieg zu unterstützen, hat Torq ein Partnerprogramm aufgesetzt. „Wir haben ein dediziertes Channel-Programm mit einem Channel Account Manager, der sich exklusiv um Partner-Enablement und Onboarding kümmert mit Lernprogrammen und Zertifizierungen. Wir bieten beispielsweise gemeinsame Workshops an“, erklärt Visel.

Ein Alleinstellungsmerkmal sei das Margenmodell: „Wenn ein Torq-Verkäufer bei einem strategisch wichtigen Kunden hohe Discounts verhandeln muss, bleibt die Partnermarge davon unberührt.“

Schillings konkretisiert: „Der prozentuale Anteil für den Channel errechnet sich immer vom Verkaufspreis der Lösung und der Prozentsatz bleibt gleich, egal wie hart die Verhandlungen mit dem Endkunden sind. Das ist ein fairer und berechenbarer Ansatz für unsere Partner.“

So passe Torq nicht zuletzt durch die Channel-Ausrichtung gut zum DACH-Portfolio der Infinigate und „liefert vor dem Hintergrund einer immer komplexeren Bedrohungslage effiziente Antworten auf die wachsende Nachfrage nach KI und Automatisierung“, fasst Schillings zusammen. Visel ergänzt: „Mit seiner paneuropäischen Präsenz als Value Added Distributor und dem Zugang zu allen relevanten Security-Beratungshäusern und MSSP ist Infinigate der richtige Partner für den disruptiven Go-to-Market von Torq Technologies.“

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