Die zweite CLOUD NATIVE Virtual Conference 2021 steht in den Startlöchern; und damit auch Maximilian Hille, der beim Kooperationspartner „Crisp Research by Cloudflight“ beschäftigt ist. Als Keynote-Sprecher hat er sich im Interview zu aktuellen Cloud-Native-Perspektiven geäußert.
Als IT-Analyst beluchtet Maximilian Hille auf der CLOUD NATIVE Virtual Conference 2021 den Status quo des Cloud-Ökosystems.
(Bild: Vogel IT-Medien / Crisp Rsearch)
Crisp Research ist bereits zum zweiten Mal bei der CLOUD NATIVE Virtual Conference 2021 als Kooperationspartner dabei. Bei der ersten Ausgabe war vielen Unternehmen noch nicht ganz klar, wohin die Reise geht. Warum also Cloud Native? Was hat sich im Vergleich zur „Public Cloud“ geändert?
Maximilian Hille: Cloud Native macht es tatsächlich nicht gerade einfacher, im Kosmos der Cloud besser durchzublicken. Insbesondere weil der Begriff nicht endgültig definiert wurde, assoziieren viele mit Cloud Native völlig unterschiedliche Dinge. Mal ist es eher die konsequente Umsetzung der IT-Strategie mit der Public Cloud und allem was dazu gehört, andere sehen darin die Entwicklung mit Containern und Microservices und die nächsten ein ganzes Paradigma der Digitalisierung, dass technische und organisatorische Handlungsanweisungen gibt.
Unabhängig davon, welche Definition für den einzelnen gilt, steht jedoch fest: alle genannten Bereiche werden durch das, was rund um Cloud Native passiert, zukünftig beeinflusst; und Unternehmen erhalten damit noch mehr Möglichkeiten, ihre digitale Infrastruktur aufzubauen und zu vernetzen. Das muss nicht immer zwingend in der Public Cloud sein, sondern dort, wo es für den jeweiligen Einsatzzweck am dienlichsten ist.
Worin sehen Sie die größten Herausforderungen, mit denen sich Unternehmen hinsichtlich Cloud Native Development und Computing aktuell konfrontiert sehen dürften?
Hille: Viele sehen Cloud Native als die neue innovative Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Es gibt meistens die großen Fans und Enthusiasten, die sich mit hoher Motivation darauf stürzen und ausprobieren wollen. Andere sind eher skeptisch und sorgen sich davor, mit noch mehr Optionen den Überblick endgültig zu verlieren.
Dabei ist Cloud Native überhaupt nicht schwarz-weiß und auch gar nicht so kompliziert. Gewissermaßen ist es nur eine konsequente Weiterentwicklung der Hybrid Cloud, dass gewisse Technologien nun die Portierbarkeit von Anwendungspaketen sicherstellen, das Management im Betrieb unterstützen und Automatisierung ermöglichen.
Viele übersehen dabei, dass Cloud Native kein technologischer Treiber ist, sondern die Hilfestellung für neue Use Cases und Anwendungsgebiete im Rahmen der Digitalisierung – die entweder ganz defensiv mit der Prozessdigitalisierung oder eher progressiv mit den neuesten Innovationen im KI- oder IoT-Bereich begründet liegen kann.
Die Herausforderung ist daher, dass viele den pragmatischen Ansatz hinter Cloud Native vermissen lassen und nur prinzipiengetrieben voll dahinter- oder voll dagegen stehen. Dafür müssen die Hersteller und Open-Source-Projekte aber auch werben und ihren Teil beitragen.
Welches sind für Sie derzeit die wichtigsten technologischen und marktbezogenen Entwicklungen?
Hille: Was aktuell im Bereich Public Cloud und Cloud-Native passiert, ist vor allem eine Evolution und längst keine Revolution mehr. Unternehmen können natürlich ihre Systemlandschaften revolutionieren und somit technische Grundlagen legen, um Anwendungsfälle zu realisieren, die vorher nur schwer möglich waren.
Die Anbieter helfen immer mehr dabei und fokussieren sich selbst darauf, für spezifischere Enterprise-Use-Cases gewappnet zu sein. Das heißt konkret, dass sie einerseits vor allem an der Zuverlässigkeit, technischen Stabilität und Sicherheit der Lösungen (gerade, wenn Daten verarbeitet werden) arbeiten und andererseits auch ganz konkrete Branchen mit ihren Angeboten forcieren und notfalls Abwandlungen ihrer Lösungen bereitstellen.
In jedem Fall deutet es sich aber an, dass die Unabhängigkeit der zugrundeliegenden Infrastruktur immer realer wird. Schon heute nutzen die Unternehmen mehrheitlich PaaS-Angebote der Hyperscaler oder setzen ihre Architekturen so auf, dass es keinen Unterschied macht, ob die Infrastruktur im eigenen (Colocation-)Rechenzentrum oder bei einem bzw. mehreren Hyperscalern steht.
Auf welche Themen gehen Sie in Ihrem Vortrag ein?
Hille: In meiner Keynote werde ich noch einmal einen Blick auf den aktuellen Status von Cloud Native werfen. Also insbesondere, wie viele Unternehmen sich mittlerweile daran wagen, auch außerhalb der Public-Cloud-Umgebungen die entsprechenden Technologien einsetzen und was sie sich davon versprechen. Vor wenigen Monaten waren viele Unternehmen noch in der Startphase, der Fortschritt ist aber spürbar.
An genau dieser Schwelle müssen die Unternehmen aufpassen, dass sie nicht die Bindung zum Kernzweck der IT-Modernisierung und Cloud Native verlieren. Damit endet die Zeit derer, die nur schöne und plakative Strategien rund um Cloud Native kreiert haben und es beginnt die Zeit der „Macher“.
Stand: 08.12.2025
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Damit wird es dann auch möglich sein, einen Blick auf die kommenden drei, vier Jahre zu nehmen und zu schauen, was wir im Kontext Cloud noch erwarten können. Ich freue mich drauf!
Und wir freuen uns darauf, Sie bei der CLOUD NATIVE Virtual Conference 2021 wiederzusehen! Vielen Dank für Ihre Antworten und bis zum 19. Oktober.
Maximilian Hille ist Senior Analyst und Practice Lead im IT-Research- und Beratungsunternehmen Crisp Research. Das Interview führte Stephan Augsten.