G Data: von der CD in die Cloud Globale IT-Security für lokale und große Unternehmen

Autor: Dr. Andreas Bergler

Der deutsche Security-Anbieter G Data hat sich von einem Hersteller origineller Consumer-Software zu einem Anbieter seriöser Sicherheitslösungen entwickelt. Jetzt sorgt der Bochumer Hersteller als Launch-Partner für die Sicherheit in der deutschen Microsoft-Cloud.

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Der G-Data-Campus war zum 30-jährigen Bestehen festlich beleuchtet.
Der G-Data-Campus war zum 30-jährigen Bestehen festlich beleuchtet.
(Bild: Olaf Ziegler; G DATA)

30 Jahre hat es gedauert, bis G Data zu ­einem international renommierten Anbieter für IT-Security herangewachsen ist – und nun den Ritterschlag von Microsoft als Garant für Sicherheitsleistungen nach deutschem Gesetz bekommen hat. Als einziger Antiviren-Hersteller macht das in Bochum ansässige Unternehmen mit einer speziell auf die Azure-Architektur abgestimmten Managed Endpoint Security mit dem Software-Giganten aus Redmond ab Januar 2016 gemeinsame Sache. Das zeigt, wie hoch IT-Security aus Deutschland auf internationalem Parkett allgemein geschätzt wird und im Speziellen, wie weit es G Data als Repräsentant der Security „Made in Germany“ gebracht hat. Doch der Reihe nach…

Die Anfänge

Schon 1987 entwickelte G Data nach ­eigenen Angaben „die wahrscheinlich erste Antivirus-Software weltweit“, ein Antiviren-Kit für Atari ST Computer. In der Öffentlichkeit bekannt wurden die Bochumer in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts allerdings auch durch Windows-Software wie Routenplaner, Spracherkennung oder Video-Tools, die in Box-Versionen an die Konsumenten gingen (siehe Kasten unten rechts).

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Zu Beginn dieses Jahrhunderts machte G Data jedoch hauptsächlich als ein ­Security-Anbieter von sich reden, der in seiner Software mehrere Antiviren-Engines parallel, von teils wechselnden Herstellern beziehungsweise Mitbewerbern, zum Rundum-Schutz vereinte. So war beispielsweise lange die Antiviren-Engine von Kaspersky mit an Bord. Während die Gründer-Eheleute von Kaspersky verschiedene Wege gingen, trennte man sich auch in Bochum von der russischen Antiviren-Technologie. Seit Oktober 2012 ist Natalya Kaspersky, CEO der Infowatch Unternehmensgruppe, als Mitglied des Aufsichtsrats wieder im Boot von G Data.

Auf der CeBIT 2013 stellte G Data einen selbst entwickelten Virenschutz vor, der in den Hybridschutz „CloseGap“ integriert wurde. Mit CloseGap will der Hersteller eigenen Angaben zufolge „einen neuen Weg“ einschlagen, bei dem Signatur-basierte mit proaktiven Technologien wie BankGuard, WebCloud oder BehaviourBlocker kombiniert werden, um Performance-Vorteile zu erzielen.

Die Bochumer halten trotz immer zahlreicher werdender Konkurrenz auf dem ­internationalen Markt am Prinzip fest, möglichst viel selbst zu entwickeln und zu integrieren. Die Strategie scheint ­Erfolg zu versprechen, betrachtet man die Entwicklungen der Rahmenbedingungen. Der weltweite Security-Markt wartet mit gesunden und konstanten Wachstumsraten auf. Die Analysten von Gartner prognostizieren für dieses Jahr ein ­Gesamt-Ausgabenvolumen von 75,4 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Obwohl Security-Software allgemein technologisch ausgereift und die Marktdurchdringung laut Gartner sehr hoch sei, ist das Interesse an Security-Technologien ungebrochen. Vor allem seien es die digitale Transformation, unterschiedliche Cloud-Konzepte, mobile Computing und das Internet der Dinge, die den Markt weiter befeuern. Unter anderem würden die Unternehmen bevorzugt in den Schutz für Endgeräte und Cloud-Secu­rity-Tools investieren.

Speziell in Europa sei laut den Analysten in den nächsten Monaten mit einer steigenden Nachfrage nach Security-Lösungen aufgrund des Dollar-Wechselkurses zu rechnen. Das spielt G Data in die Hände. Laut Kai Figge, der neben Andreas ­Lüning und Walter Schumann Managing Director bei G Data ist, wuchs der Umsatz von G Data seit 2012 konstant um jeweils zwölf Prozent. Das liegt weit über dem globalen Durchschnitt. Annähernd so hohe Wachstumsraten sind für den ­Gesamtmarkt nur noch in ausgesuchten Bereichen zu finden, wie etwa bei den ­Security-Services, die einem Forecast von Gartner zufolge mit 11,4 Prozent Wachstum in den kommenden Jahren zu Buche schlagen werden.

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CvD IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien