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Was ist Sprachsteuerung?

| Autor / Redakteur: zeroshope / Ira Zahorsky

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Über eine Sprachsteuerung lässt sich ein Gerät ohne händische Eingaben steuern. Die Befehle werden per Stimme übermittelt. Heute sind vor allem Sprachassistenten weit verbreitet. Ursprünglich diente die Sprachsteuerung aber einem anderen Zweck.

Das Zeitalter von Computern als alltäglichen Arbeitsgeräten begann in den 1970er Jahren. Die Tastatur war das erste Eingabegerät für die Übermittlung von Befehlen. In den 1980er Jahren stellten Apple und Microsoft ihre Betriebssysteme auf graphische Nutzeroberflächen um. Dies ermöglichte den Einbezug einer Maus als zweites manuelles (händisches) Eingabegerät. Ausgeschlossen von der Computernutzung waren alle Personen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen ihre Hände nicht nutzen konnten. Microsoft fand für dieses Problem als erstes Unternehmen eine praktikable Lösung in Form einer Sprachsteuerung.

Aus der Spracherkennung wird die Sprachsteuerung

Seit den 1960er Jahren experimentierten Forscher mit verschiedenen Lösungen, durch die Computer Sprache erkennen sollten. Diese Versuche liefen jedoch ins Leere. Dies änderte sich erst in den 1980er Jahren. Die Wissenschaft entdeckte, dass Computer durch Kontextprüfungen Homophone korrekt identifizieren können. Homophone sind gleichlautende Worte, die je nach Zusammenhang eine andere Bedeutung haben – beispielsweise „komisch“ im Sinne von „humorvoll lustig“ oder „merkwürdig“. IBM entwickelte eine erste Spracherkennung, die 5.000 Wörter verstehen konnte.

Auf der Cebit 1991 stellte das Unternehmen schließlich eine Software vor, die sogar 20.000 bis 30.000 deutsche Vokabeln verstand. Der zugehörige Computer musste allerdings in einem Schall-isolierten Raum aufgebaut werden, da gewöhnliche Hintergrundgeräusche für die Software bereits zu viel waren. IBM blieb in den 1990er Jahren Marktführer und brachte mit „Dragon NaturallySpeaking“ die erste (noch sehr primitive) Sprachsteuerung auf den Markt.

Um das Jahr 2000 begann Microsoft damit, sich dieses Themas anzunehmen. Dies animierte IBM dazu, all seine entsprechenden Lösungen im Jahr 2004 als Open Source freizugeben, um die bessere Microsoft-Lösung auszubremsen. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus: 2007 wurde in Windows Vista die erste echte Sprachsteuerung integriert, die es körperlich eingeschränkten Personen erlaubte, einige Funktionen des Computers zu nutzen. Sie konnten beispielsweise Texte diktieren.

Smartphone-Zeitalter: Der Sprachassistent löst die Sprachsteuerung ab

2007 brachte Apple mit dem iPhone auch das erste moderne Smartphone auf den Markt. Über Software-Updates von iOS wurde schnell eine Sprachsteuerung integriert. Diese war allerdings noch relativ einfach: Nutzer konnten beispielsweise die Uhrzeit abfragen. Erst mit der Veröffentlichung des iPhones 4S änderte sich dies: Mit Siri erblickte der erste intelligente Sprachassistent in einem Smartphone das Licht der Welt. Siri gestattete es, Nachrichten zu diktieren oder vorgelesen zu bekommen, Internetsuchen durchzuführen und Kontakte anzurufen. Im Laufe der Zeit wurde Siri immer intelligenter.

Google zog 2012 durch Google Now als Assistent für Android-Geräte nach. Seit 2016 ist dieser als Google Assistant bekannt und gilt als beste Sprachsteuerung. Microsoft entwickelte für sein Smartphone-Betriebssystem Windows Phone (vor allem in Nokia-Geräten zum Einsatz gebracht) Cortana, die später den Eingang in Windows 10 auf normalen Computern fand. Siri ist inzwischen auch auf Mac-Computern zu finden. Andere Smartphone-Hersteller haben ebenfalls eigene Assistenten entwickelt: Bekannt ist vor allem die Samsung-Lösung Bixby.

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