Channel Fokus: UCC & TK Geredet wird immer, aber wie?

Autor: Ann-Marie Struck

Seien es Teambesprechungen oder der Spieleabend mit der Familie: Im vergangenen Jahr fand Berufliches sowie Privates überwiegend über virtuelle Plattformen statt. „Unified Communications and Collaboration“-Tools gehören nun zum Alltag. Und der Markt damit boomt.

Firmen zum Thema

Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Jeder hat sie schon einmal gesehen: die „Cookie-Esser“. Menschen, die ihr Smartphone vor ihr Gesicht halten, als beißen Sie in einen Keks, dabei aber eine Sprachnachricht aufnehmen. Die ursprüngliche Geste des Telefonierens – mit dem Gerät am Ohr – nutzt diese neue Generation wohl nicht mehr. Ob Voicemail, Videocall oder Telefonat, es wird durchaus gesprochen, und insbesondere die Sprachtelefonie hat durch die Kontaktbeschränkungen im vergangenen Jahr wieder zugenommen. Laut dem Report „Mobile Consumer Survey 2020“ von Deloitte haben im Frühjahr letzten Jahres 14 Prozent der Umfrageteilnehmer mehr telefoniert als zuvor, und mehr als die Hälfte möchte dies auch weiterhin im selben Umfang tun. Deloitte zufolge ist diese keine Momentaufnahme, da der Report seit zwei Jahren einen Aufwärtstrend bei Sprachanrufen verzeichnet. Interessanterweise haben sich Videocalls im privaten Umfeld gemäß der Studie noch nicht durchgesetzt, obwohl die Akzeptanz im Geschäftsbereich mittlerweile groß ist.

 

Was Whatsapp und Skype im Privaten sind, ist Unified Communications and Collaboration (UCC) im Unternehmen. Und das Geschäft mit modernen Kommunikationslösungen zur Zusammenarbeit hat sich ­etabliert, wie die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels bestätigen. Für 84 Prozent der befragten ITK-Fachhändler / Systemintegratoren ist das Thema UCC „wichtig“ für ihr Business. Davon bewerten es sogar 49 Prozent als „sehr wichtig.“ Das sieht die ­Gegenseite auch so: Für 88 Prozent der ­befragten Distributoren und Hersteller ist UCC „sehr wichtig“ für ihr Geschäft.

Doch Endkunden benötigen vor allem bei der Einführung neuer Kommunikationswerkzeuge viel Hilfestellung. Dieser Mangel an Knowhow und Ressourcen auf Unter­nehmensseite lässt Managed Services an Bedeutung gewinnen. Obwohl „Unified Communications as a Service“ (UCaaS), ­also Kommunikationsleistungen aus der Cloud, viel Umsatzpotenzial bieten, sind sie noch nicht ganz im Fachhandel angekommen. Es bieten zwar 59 Prozent der ­befragten ITK-Fachhändler und System­integratoren UCaaS an, respektive 41 Prozent noch nicht. Eine Tendenz hin zum Service ist ­allemal zu erkennen.

Blick in die Zukunft

Bei der Frage, welche Faktoren künftig zu erwartende Umsatztreiber im UCC-Markt sind, sind sich die befragten Channel-Akteure nur bei einer Sache einig: dem Modern Workplace (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 86 %; Distributoren / Hersteller 93 %). 60 Prozent der befragten ITK-Fachhändler / Systemintegratoren erwarten in Managed Cloud Services das zweit stärkste Wachstum. Dieser Ansicht schließen sich 56 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller an. Letztere erwarten hingegen im Bereich Security ein großes Wachstum. Das sehen auch 54 Prozent der ITK-Fachhändler / Systemintegratoren so, ihr Platz drei. Den dritten Platz der zukünftigen Umsatztreiber der Distributoren / Hersteller bekommt Video. Platz vier der Partner (53 %).

Top drei der Innovationen

Heutzutage entwickeln sich Technologien so rasant wie nie zuvor und bringen oft ein Umdenken mit sich. Für den UCC-Markt sind sich die Umfrageteilnehmer durchweg einig. Auf den ersten Platz der vielversprechendsten Technologien stehen Messenger und ­Mobile Apps (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 66 %; Distributoren / Hersteller 68 %). Den zweiten Platz belegen 5G und WiFi 6 (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 57 %; Distributoren / Hersteller 62 %). Kein Wunder, immerhin benötigen UCC-Lösungen eine ­gute Infrastruktur. Den dritten Platz bekommt Künstliche Intelligenz (KI) (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 55 %; Distributoren / Hersteller 60 %). Dabei ist KI ­bereits schon in vielen UCC-Produkten im Einsatz, wie beispielsweise in einer automatischen Geräuschunterdrückung oder Transkription.

Was Kunden wollen

Durch den Einsatz von Kommunikationstools versprechen sich Kunden viel, unter anderem mehr Effizienz oder Kostenersparnis. Für die Kunden der befragten TK-Fachhändler und Systemintegratoren steht die Funktionalität von UCC-Lösungen an oberster Stelle. So sehen das 93 Prozent der Partner. Den zweiten Platz bekommt mit 71 Prozent die Usability. Platz drei belegt mit 58 Prozent die Sicherheit der Lösung. Weitere ­Anforderungen an UCC-Lösungen sind für 56 Prozent die Kompatibilität und für 36 Prozent die Interoperabilität mit anderen Systemen wie der Telefonie.

IT-BUSINESS-Panel: TK & UCC
Bildergalerie mit 9 Bildern

(ID:47322111)

Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien