Multimedia-Anwendungen wandern ins Auto E&K Data bringt Konvergenz auf die Straße

Redakteur: Regina Böckle

Spezialdistributor E&K Data zählt zu jenen IT-Distributoren, die schon zu einem Zeitpunkt auf das Thema Konvergenz setzten, als dieser Begriff noch lange nicht in aller Munde, die IFA weitgehend IT-freie Zone war und der meist verkaufte Fernseher noch eine Röhre beherbergte. Mittlerweile hat das Unternehmen sein Konvergenz-Angebot in den mobilen Bereich verlagert. Wohin die Reise hier geht, erläutert E&K-Data-Vorstand Peter Stelter im Interview.

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Peter Stelter ist Vorstand bei E&K Data.
Peter Stelter ist Vorstand bei E&K Data.
( Archiv: Vogel Business Media )

ITB: 2005 blühte in der IT-Distribution vielerorts die Konvergenz-Euphorie. Was ist daraus geworden?

Stelter: Das ist richtig, die Erwartungen waren sehr hoch. Es gab auch eine Vielzahl von Herstellern, die sich ganz diesem Thema widmeten. Das Video-Segment ist ein gutes Beispiel dafür, denn das Jahr 2005 markierte ganz klar die Ablösung der analogen Videorekorder durch DVD-Rekorder. Die Möglichkeit des Time-Shift beispielsweise war damals noch ganz neu und konnte nur von digitalen Geräten erfüllt werden. Dieses klassische Konvergenz-Thema haben wir mit unseren Partnern sehr frühzeitig und erfolgreich umgesetzt. Insgesamt stieg die Nachfrage nach der Technologie, die IT und CE verbindet, sehr stark an. Die IT-Technologie kommt im Wohnzimmer an. Die Mediacenter allerdings vermochten sich kaum durchzusetzen, ihre Bedienung war komplex und schwierig.

ITB: Inwiefern haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Stelter: Unser Ziel war es, unseren Partnern mit diesen Produkten Zugang zu neuen Endkunden zu ermöglichen. Das ist uns sehr gut gelungen.

ITB: Was war dafür wesentlich?

Stelter: Der Preispunkt spielte hier sicherlich eine zentrale Rolle. 2004 lagen die Preise für diese Produkte noch im sehr hohen dreistelligen Euro-Bereich. Das Jahr darauf brachte die Wende - die Endkunden-Preise wurden massenmarktfähig.

ITB: Wo liegen die Konvergenz-Trends 2007?

Stelter: Zum einen sind Festplattenrekorder mit Zusatzfunktionen ganz klar im Kommen, zum anderen hält WLAN in Privathaushalten Einzug und drittens werden sich Filme via Internet-Highspeed-Zugang durchsetzen. All diese Funktionen mit zusätzlichen Anschlüssen, wie beispielsweise HDMI, sowie weitere Technologien werden sich im Festplattenrekorder vereinen – und somit ein Produkt entstehen lassen, das zwischen PC und TV pendelt.

ITB: Gehen Sie davon aus, dass sich der Fachhandel künftig doch noch für das Thema Flachbildfernseher erwärmen wird?

Stelter: Ich gehe nicht davon aus, dass sich der Fachhandel in der Breite an dieses Thema heranwagt, sondern dass er dieses Geschäft dem Retail überlässt.

ITB: Sind Flat-TVs für Sie auch im Business-Bereich ein Thema?

Stelter: Wir sehen keine Notwendigkeit, selbst Flat-TVs zu verkaufen. Die Chancen liegen andernorts: Der Fachhandel kann über den Verkauf von Service und Zubehörartikeln rund um Flat-TVs punkten, entsprechend werden wir unser Portfolio in diesem Umfeld erweitern, beispielsweise mit Wandhalterungen oder HDMI-Kabeln. Wir werden aber Spezialdistributor bleiben und nicht zum Broadliner werden.

ITB: planen Sie den Retail-Vertrieb auszubauen?

Stelter: Für uns sind sowohl der Fachhandel als auch der Retail als Absatzkanal interessant. Wir versuchen hier jedoch, beides in der Waage zu halten. Es gibt Produkte, die sich gut über den Retail vermarkten lassen und welche, die der Kunde nur beim Fachhandel kaufen kann. Das gilt vor allem dann, wenn er Zubehörartikel, ergänzende Produkte oder auch eine Komplettlösung sucht.

ITB: In welche Richtung wird dieser Ausbau des Portfolios gehen?

Stelter: Unser Angebot an DVD-Rekordern und Mediaplayern ist bereits sehr weit gediehen. Großes Potenzial sehen wir allerdings noch im Automobilsektor, wo sich portable Mediaplayer und mobile Flat-TVs als echte Highlights erwiesen haben. Hier werden Konvergenz- und Multimedia-Lösungen immer stärkeren Einzug halten. Mit Nextbase haben wir uns hier bereits gut positioniert und werden in diesem Jahr auch erstmals auf der »Car & Sound«-Messe ausstellen, ebenso wie auf der IFA. Chancen sehen wir außerdem im Bereich Audio-Streaming-Produkte. Konvergenzprodukte bleiben für uns ein ganz wichtiges Thema.

ITB: Die Erfahrung der vergangenen Jahre lehrte, dass die RMA-Quote gerade bei komplexeren Produkten steigt – nicht notwendigerweise wegen qualitativer Mängel, sondern einfach weil die Bedienung schwieriger ist. Wie hat sich das bei E&K ausgewirkt?

Stelter: Wir haben für diese Service-Fälle eine Lösung mit unseren Partnern gefunden. Denn tatsächlich kamen manche Anwender mit den umfangreichen Möglichkeiten, die die Konvergenzprodukte bieten, nicht klar. Beispielsweise bei MP3-Playern, die über Digital-Rights-Management-Funktionen verfügen, oder bei WLAN-Verbindungen, die 20 Zentimeter dicke Decken überwinden sollten. Manche Hersteller hatten hier von vornherein eine höhere Retourenquote zugrunde gelegt, andere nicht. Das führte zu Problemen.

ITB: Wie haben Sie diese Probleme gelöst?

Stelter: Wir haben mit den Herstellern einen Kompromiss gefunden, indem der Hersteller beispielsweise den Vor-Ort-Service für Endkunden übernommen hat. Zudem wurde eine Hotline für Endkunden ins Leben gerufen, um schon im Vorfeld zu klären, wo echte Defekte vorlagen und wo Bedienungsfehler. Zudem haben wir FAQ-Rubriken auf der Website eingerichtet. Diese Investitionen haben sich enorm bewährt und werden auch 2007 extrem wichtig werden. Wir können hier nur an Hersteller und Lieferanten appellieren.

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