Erstes globales Partnerprogramm OpenAI: 300.000 zertifizierte KI-Consultants bis Ende 2026

Von Agnes Panjas 4 min Lesedauer

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OpenAI startet sein erstes globales Partnerprogramm und investiert 150 Millionen Dollar. Bis Ende 2026 sollen 300.000 KI-Consultants aufgebaut werden. Das Ziel: Ein Ökosystem aus Integratoren und Beratungen, die Unternehmen bei KI-Implementierung unterstützen.

Im DACH-Markt setzt Open AI gezielt auf IT-Partner als zentrale Umsetzungseben. Partner sollen somit nur icht nur als Verkaufskanal, sondern als integraler Teil der Wertschöpfung fungieren.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Im DACH-Markt setzt Open AI gezielt auf IT-Partner als zentrale Umsetzungseben. Partner sollen somit nur icht nur als Verkaufskanal, sondern als integraler Teil der Wertschöpfung fungieren.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Mit dem Start seines ersten globalen Partnerprogramms läutet OpenAI eine neue Phase seiner Marktstrategie ein. Das „OpenAI Partner Network“ wird von einem Investitionsvolumen von weltweit 150 Millionen US-Dollar flankiert und soll bis Ende 2026 den Aufbau von rund 300.000 zertifizierten KI-Consultants ermöglichen. Ziel ist der Aufbau eines skalierbaren Ökosystems aus Systemintegratoren, Beratungen und spezialisierten KI-Partnern, die Unternehmen bei der Implementierung und dem Betrieb von KI-Lösungen helfen.

OpenAI baut im DACH-Raum auf den Channel

Die globale Initiative gibt zwar den Rahmen vor, wird in den entsprechenden Regionen aber unterschiedlich umgesetzt. In den deutschsprachigen Märkten plant OpenAI seine Präsenz entlang mehrerer strategischer Achsen auszubauen: Neben direkten Mittelstands- und Enterprise-Engagements kommt vor allem dem Channel eine hohe strategische Bedeutung zu. Im Zentrum soll deswegen der Aufbau eines strukturierten Partner-Ökosystems stehen. Besonders dort, wo Skalierung, Branchennähe und Umsetzungskompetenz gefragt sind.

Johannes Foertsch, Leiter des DACH-Mittelstandsgeschäfts bei OpenAI(Bild:  Open AI)
Johannes Foertsch, Leiter des DACH-Mittelstandsgeschäfts bei OpenAI
(Bild: Open AI)

„IT-Partner sind für OpenAI zentral, weil der Mehrwert von KI nicht allein durch Modellleistung entsteht, sondern durch die Umsetzung im Unternehmen“, sagt Johannes Foertsch, Leiter Mittelstand bei OpenAI in Deutschland. Damit positioniert OpenAI den Channel nicht nur als Vertriebseinheit, sondern als integralen Bestandteil der Wertschöpfung.

Vom Modellanbieter zum Ökosystem-Player

Für OpenAI liegt die eigentliche Herausforderung inzwischen klar auf der Kundenseite, nämlich in der praktischen Anwendung. Foertsch beschreibt diese Verschiebung wie folgt: „Partner sind nicht nur ein Vertriebskanal; sie sind eine entscheidende Umsetzungs- und Adaptionsebene, die Kunden dabei hilft, von KI-Ambition zu messbaren Geschäftsergebnissen zu kommen.“ In zentralen Geschäftsbereichen zeige sich das besonders.

Gerade im Mittelstand und Enterprise-Umfeld geht es darum, die richtigen Use Cases zu identifizieren, Workflows neu zu gestalten, KI sicher in bestehende Systeme zu integrieren und Mitarbeitende bei der Adaption zu begleiten.

Johannes Foertsch, Leiter Mittelstand bei OpenAI Deutschland

Für den Channel bedeute dies: Das klassische Lizenzgeschäft wird durch eine langfristige Transformationsbegleitung ersetzt.

Pragmatismus statt Visionen

Für viele Reseller und Systemhäuser, vor allem ohne tiefgehende Vorerfahrung, stelle sich aktuell die Frage, wie sie in das KI-Geschäft einsteigen können. Foertsch empfiehlt, dass der Einstieg „sehr pragmatisch erfolgen sollte.“ Konkret bedeutet dies „nicht mit abstrakten KI-Visionen, sondern mit klaren Kundenproblemen.“

Als konkrete Einstiegsszenarien nennt Foertsch:

  • etablierte Anwendungsfelder wie interne Wissensassistenten,
  • Kundenservice,
  • Dokumentenanalyse,
  • Softwareentwicklung,
  • Vertriebsunterstützung oder Prozessautomatisierung.

Gleichzeitig hebt er hervor, dass viele klassische Channel-Player bereits über entscheidende Kompetenzen verfügen, denn sie „bringen bereits viel mit: Kundenzugang, Prozessverständnis, Integrationskompetenz und Erfahrung im Betrieb geschäftskritischer IT.“ Das senkt die Eintrittshürde erheblich – vorausgesetzt, Partner bauen gezielt KI-spezifisches Knowhow auf.

Welche Kompetenzen Partner jetzt brauchen

Um langfristig erfolgreich im KI-Markt zu agieren, sollten Partner ihr Portfolio jedoch gezielt erweitern. OpenAI identifiziert dabei vier zentrale Kompetenzbereiche:

  • Use-Case-Beratung,
  • technische Integration,
  • Governance
  • und Change-Management.

Laut Foertsch steigen insbesondere auf technischer Ebene die Anforderungen: „Technisch geht es um sichere Datenanbindung, Architektur, API-Nutzung, Evaluierung, Monitoring und Kostenmanagement“. Gleichzeitig rückt für Open AI auch der Faktor Mensch stärker in den Fokus, denn „hinzu kommt Enablement. Mitarbeitende müssen lernen, KI verantwortungsvoll und produktiv einzusetzen“. Der Channel soll damit zunehmend zum Vermittler zwischen Technologie, Prozessen und Organisation werden.

Neue Geschäftsmodelle: Outcome statt Lizenzverkauf

Eine der tiefgreifendsten Veränderungen betrifft die Monetarisierung. „Generative KI verschiebt den Fokus vom klassischen Lizenzverkauf hin zu wertorientierter Nutzung“, so Foertsch, und führt aus: „Kunden fragen weniger: ‚Welche Software kaufen wir?‘, sondern stärker: ‚Welchen messbaren Effekt erzielt KI in unseren Prozessen?‘“.

Für den Channel bedeute dies eine grundlegende Neuausrichtung: Beratung, Integration, Adoption und laufende Optimierung werden zum zentralen Wertbeitrag. Geschäftsmodelle verschieben sich in Richtung Services und Outcomes.

Mittelstand: Managed KI-Services ohne eigene Kompetenz

Besonders großes Potenzial sieht OpenAI im Bereich Managed Services. Nach der Implementierung entsteht ein kontinuierlicher Bedarf an Betreuung und Optimierung. Dieser Bedarf reicht von Betrieb und Monitoring über Qualitätssicherung, Governance und FinOps bis zur Optimierung von Prompts und Workflows sowie Schulungen und Enablement.

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„Gerade für mittelständische Kunden kann ein betreuter Ansatz attraktiv sein: Sie erhalten Zugang zu moderner KI, ohne selbst alle technischen und organisatorischen Kompetenzen intern aufbauen zu müssen“, erklärt Foertsch.

DACH-Strategie: Qualität vor Skalierung

Im Gegensatz zu klassischen Channel-Offensiven setzt OpenAI in der DACH-Region zunächst auf einen selektiven Ansatz. Foertsch betont: „Für Deutschland arbeiten wir bewusst eng mit wenigen, ausgewählten Partnern zusammen und konzentrieren uns auf eine selektive Entwicklung des Ökosystems sowie auf die Qualität der Umsetzung.“

KI-Agenten verändern die Rolle des Channels

Die nächste Evolutionsstufe der KI sieht OpenAI in der Integration von KI-Agenten in Geschäftsprozesse. Dadurch werde sich auch die Rolle des Channels verändern. Foertsch prognostiziert entsprechend:

Generative KI und KI-Agenten werden sich von einzelnen Assistenzfunktionen zu integrierten Workflows entwickeln. KI wird zunehmend Aufgaben über mehrere Systeme hinweg vorbereiten, koordinieren und teilweise ausführen.

Für Partner ergebe sich daraus zuletzt auch eine strategische Schlüsselrolle: „Für den IT-Channel ist das eine große Chance: Partner werden stärker zu Transformations-, Integrations- und Betriebsbegleitern“, so Foertsch. Die eigentliche Wertschöpfung beginne dort, wo Modelle enden – im Projekt, im Prozess und im Betrieb. Genau hier entscheide sich, welche Anbieter im KI-Markt langfristig bestehen.

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