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#ITfightsCorona Die Auswirkungen von Covid-19 auf das Systemhausgeschäft

Autor: Heidemarie Schuster

Das Coronavirus hat die Welt weiterhin fest im Griff. Viele Branchen leiden extrem unter den Auswirkungen der Pandemie. Eine Umfrage von Compris hat sich mit den Folgen in der IT-Systemhauslandschaft beschäftigt, die sich demnach bisher wacker hält.

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Viele der befragten Systemhäuser rechnen in ihrem Business mit einer schnellen Kompensation der Pandemie-Auswirkungen.
Viele der befragten Systemhäuser rechnen in ihrem Business mit einer schnellen Kompensation der Pandemie-Auswirkungen.
(Bild: Xaver Klaussner - stock.adobe.com)

Beinahe täglich gibt es Berichte darüber, wie sehr Unternehmen unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie leiden oder gar ihr Geschäft aufgeben müssen. Vergleichsweise glimpflich scheint dabei die IT-Branche davon gekommen zu sein. Der Umzug vieler Büroangestellten ins Homeoffice sorgte sogar für Lieferengpässe bei Equipment zum mobilen Arbeiten. Und wie schlägt sich die IT-Systemhauslandschaft? Für die Umfrage von Compris wurden zwischen dem 27. April und dem 11. Mai 2020 insgesamt 228 Systemhäuser, Managed Service Provider und Systemintegratoren in der DACH-Region befragt.

Die Auftragslage

Das Gros der befragten Systemhausgeschäftsführer sieht die Situation rund um Covid-19 und die dadurch resultierenden Auswirkungen noch nicht sonderlich kritisch. Gefragt nach dem Status quo der Kundenprojekte zeigt sich, dass Aufträge eher verschoben als storniert werden. So geben 38 Prozent in der Umfrage an, dass kaum IT-Projekte storniert wurden, bei 11 Prozent sogar gar keine. 83 Prozent der Befragten bestätigen sogar einen Zuwachs an Aufträgen um bis zu 25 Prozent. Allerdings sagen auch 86 Prozent aus, dass die Kunden verunsichert auf die Lage reagieren und größere Investitionen erst einmal zurückstellen.

Und ganz spurlos geht die Coronakrise auch an der Systemhauslandschaft nicht vorbei. 10 Prozent mussten Betriebsstätten schließen, 12 Prozent haben im eigenem Unternehmen Kurzarbeit angemeldet.

Änderung der Arbeitsweise und Wachstumspotenzial

Auch die Arbeitsweise hat sich aufgrund der Pandemie in der Systemhauslandschaft geändert. So haben 63 Prozent ihren Mitarbeitern empfohlen, im Homeoffice zu arbeiten. 24 Prozent haben dies sogar zur Vorschrift gemacht. Und somit haben 35 Prozent auch in Homeoffice-Equipment investiert.

Die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass auch nach der Pandemie weiterhin verstärkt aus dem Homeoffice gearbeitet wird. 48 Prozent erwarten außerdem, dass insgesamt weniger Reisen unternommen werden, dafür vermehrt über Videokonferenzen kommuniziert wird. Zudem glauben 41 Prozent, dass künftig der Fokus verstärkt auf Digital-Workplace-Lösungen liegen wird.

Dementsprechend sehen 76 Prozent der Befragten das größte Wachstumspotenzial bei Notebooks und 60 Prozent bei Workplace-Equipment. Auch das Geschäft mit Kommunikationssoftware (50 %) und Monitore (32 %) hat Potenzial. Data-Center-Produkte wie Server und Storage scheinen momentan nicht so nachgefragt zu sein und in diesen Portfolio-Bereichen werden derzeit auch verstärkt die Projekte verschoben. Es ging in den letzten Wochen auf Kundenseite wohl beinahe ausschließlich darum, die Mitarbeiter mit der notwendigen Workplace-Ausstattung auszurüsten.

Kompensation der Auswirkungen

Interessant sind zudem die Einschätzungen der Umfrageteilnehmer hinsichtlich Kompensation der Auswirkungen. 35 Prozent sind der Meinung, dass in vier bis sechs Monaten beziehungsweise 34 Prozent in sechs bis zwölf Monaten das „Vorkrisen-Niveau“ wieder erreicht ist. „Somit kann man in der IT-Branche aus Systemhaus-Sicht noch nicht von einem „Krisenmodus“ sprechen. Der überwiegende Teil der Systemhausgeschäftsführer blickt verhalten positiv über die aktuelle Zeit hinaus“, so Gerald Holler – Geschäftsführer von Compris. „Die Systemhäuser scheinen überwiegend – trotz Liefer- und Verfügbarkeitsproblemen – keine dramatischen Auswirkungen zu befürchten“.

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