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Definition Was ist Kurzarbeit?

Autor / Redakteur: Laimingas / Heidemarie Schuster

Kurzarbeit in einem Arbeitsverhältnis bezeichnet eine Verminderung der regulären Arbeitszeit. Sie wird für einen Teil oder alle Mitarbeiter meist als Lösung bei schlechter Auftragslage angesetzt, um Kündigungen in der Belegschaft zu vermeiden.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Neben der Vermeidung von Kündigungen können Unternehmen zur Kurzarbeit übergehen, um bei einem erheblichen Auftragsmangel Personalkosten einzusparen. Für die Arbeitnehmer hat dies den Nachteil, dass sie Einkommensverluste hinnehmen müssen, denn das Kurzarbeitergeld entspricht nicht der Summe der normalen Entlohnung. Ein Vorteil hingegen ist, dass eine Grundversorgung gesichert bleibt und der Arbeitsplatz nicht verloren geht. Je nach Branche und Unternehmen ist auf Grund tariflicher oder arbeitsvertraglicher Vereinbarungen jedoch eine Aufstockung des der Kurzarbeiterbezüge möglich, teilweise auf bis zu 100 Prozent des Netto-Verdienstausfalls.

Ein zweiter wichtiger Vorteil für die betroffenen Unternehmen ist - neben der Einsparung von Personalkosten – dass sie eingearbeitete und für ihre Tätigkeit qualifizierte Arbeitnehmer im Betrieb halten können. So bleiben das vorhandene Wissen und die Erfahrung der Mitarbeiter im Gegensatz zu Entlassungen erhalten, was vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels ein wichtiges Argument für die Kurzarbeit ist.

Anmeldung von Kurzarbeit durch Unternehmen

Hier ist zunächst zu unterscheiden zwischen Arbeitgebern mit und ohne Betriebsrat. Unternehmen ohne Betriebsrat müssen die einvernehmliche Zustimmung ihrer Mitarbeiter einholen. Unternehmen mit Betriebsrat regeln dies normalerweise über Betriebsvereinbarungen, was für die meisten großen Firmen zutrifft. In diesen Vereinbarungen wird festgehalten, ob und in welchem Maße die Geschäftsleitung Kurzarbeit anordnen kann.

In Krisenzeiten herrscht für ein Unternehmen normalerweise großer Zeitdruck, weshalb Mitarbeiter und Betriebsrat möglichst früh informiert werden sollten. Kleinere Unternehmen ohne Betriebsrat bauen häufig bestimmte Klauseln in ihre Arbeitsverträge ein, die ihnen die Einführung von Kurzarbeit erlauben, ohne dass die Geschäftsführung kurzfristig die Mitarbeiter um Einverständnis fragen muss.

Beantragung von Kurzarbeitergeld durch Unternehmen

Unternehmen können bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) Kurzarbeitergeld beantragen. Dafür müssen sie die Vereinbarung über Kurzarbeit sowie einen Ausfall von Arbeit und Entgelt nachweisen und wirtschaftliche Gründe belegen können, beispielsweise durch schlechte Auftragslage oder allgemein schlechte Konjunktur. Diese müssen aber unvermeidbar und nur vorübergehend sein. Eine weitere Voraussetzung ist der Wegfall von mindestens 10 Prozent Arbeitszeit bei mindestens einem Drittel der Mitarbeiter.

Der Antrag muss bei der BA für jeden einzelnen Mitarbeiter erfolgen, und zwar innerhalb von drei Monaten nach dem Monat, für den die Zahlung beantragt wird. Ansonsten entfällt der Anspruch. Sofern die Bundesagentur Zuschüsse zahlt, gehen diese an den Arbeitgeber, der sie zusammen mit Löhnen und Gehältern an die Mitarbeiter überweist. Die Unterstützung durch die BA kann bis zu zwölf Monate laufen.

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